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Mi, 11:43 Uhr
12.01.2011

Immer noch Unterschiede

Der Trend bei den verschiedenen Insolvenzformen bleibt weiterhin unterschiedlich. Die Unternehmensinsolvenzen gehen im Freistaat zurück, dafür steigen die der Verbraucher deutlich an. Wie haben die Zahlen, Daten und Fakten...

Grafik (Foto: TLS) Grafik (Foto: TLS)

Von Januar bis Oktober 2010 meldeten die Thüringer Amtsgerichte 3 523 Insolvenzverfahren. Davon entfielen 14,3 Prozent auf Unternehmen und 85,7 Prozent auf übrige Schuldner (natürliche Personen als Gesellschafter u. Ä., ehemals selbständig Tätige, private Verbraucher und Nachlässe). Damit ging nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik in den ersten zehn Monaten des Jahres die Gesamtzahl der Insolvenzverfahren im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um 20 Anträge bzw. 0,6 Prozent zurück.

3 255 Verfahren wurden eröffnet. Das waren 92,4 Prozent aller Insolvenzanträge. 241 Verfahren (6,8 Prozent) wurden mangels Masse abgewiesen und 27 Verfahren endeten mit der Annahme eines Schuldenbereinigungsplanes. Die voraussichtlichen Gläubigerforderungen bezifferten die Gerichte auf insgesamt rund 535 Millionen Euro. Pro Verfahren standen Forderungen von durchschnittlich 152 Tausend Euro aus.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ging im Vergleich der ersten zehn Monate 2010 und 2009 um 33 bzw. 6,2 Prozent auf 503 zurück. Die 503 insolventen Unternehmen beschäftigten zum Zeitpunkt des Antrages noch 2 704 Arbeitnehmer. Der wirtschaftliche Schwerpunkt der Unternehmensinsolvenzen lag von Januar bis Oktober 2010 mit 99 Verfahren weiterhin im Baugewerbe, gefolgt vom Bereich Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen mit 78 Verfahren. Gegenüber Januar bis Oktober 2009 ging die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Baugewerbe um 20,8 Prozent und im Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen um 22,0 Prozent zurück. Im Verarbeitenden Gewerbe war ein Anstieg der Unternehmensinsolvenzen von 58 auf 61 Insolvenzverfahren zu beobachten. In einigen Dienstleistungsbereichen stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ebenfalls.

Nach Rechtsformen betrachtet mussten am häufigsten Einzelunternehmen, Freie Berufe und Kleingewerbe (227) sowie Gesellschaften mit beschränkter Haftung (221) Insolvenz anmelden.

Bei den übrigen Schuldnern wurden 3 020 Verfahren gemeldet, 13 Verfahren bzw. 0,4 Prozent mehr als in den ersten zehn Monaten 2009. 2 305 private Verbraucher nahmen von Januar bis Oktober 2010 das Insolvenzrecht in Anspruch. Das waren 89 Verfahren bzw. 4 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Weitere 670 Verfahren (6,2 Prozent weniger als von Januar bis Oktober 2009) betrafen ehemals selbständig Tätige, die die erneute Aufnahme eines früheren Insolvenzverfahrens beantragten.
Autor: nnz

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