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Sa, 13:02 Uhr
21.02.2026
NABU bittet um Rücksicht

Auch für Kröten bremsen

Kaum tauen Schnee und Eis langsam weg, hält es Kröten und Molche nicht mehr in ihren Winterquartieren. Sie machen sich in Teilen Deutschlands bereits auf, um an ihren Heimatgewässern zu laichen und so für eine neue Generation Amphibien zu sorgen. Der NABU bittet darum beim Autofahren um Rücksicht...

„Steigt die Temperatur nachts mehrere Tage in Folge über fünf Grad, beginnt die Wanderung. Dabei müssen die Tiere auch Straßen queren, die ihren Lebensraum zerschneiden, so dass leider jedes Jahr Tausende Amphibien getötet werden“, sagt Sascha Schleich, stellvertretender Sprecher des NABU-Bundesfachausschusses Feldherpetologie und Ichthyofaunistik.

Finden sich Männchen und Weibchen der Erdkröte schon unterwegs, reist das Männchen bequem auf dem Rücken seiner Auserwählten mit und lässt sich huckepack zum Laichgewässer tragen. Es sammelt seine Kräfte, denn der Zeugungsakt kann mehrere Stunden dauern. Beim Ablaichen legt das Weibchen eine bis zu fünf Meter lange Laichschnur mit bis zu 6.000 Eiern ab, die dann vom Männchen besamt werden. Ist das erledigt, endet die amphibische Liebesromanze und das Krötenpaar geht wieder getrennte Wege.
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Mit den ersten Wanderungen ist aufgrund der angekündigten milden Witterung bereits in den nächsten Nächten zu rechnen. Schleich: „Sollten die Temperaturen wieder fallen, könnte die Hauptwanderung noch etwas dauern und regional sehr unterschiedlich einsetzen.“

An entsprechend gekennzeichneten Amphibienwanderstrecken sollten höchstens 30 Stundenkilometer gefahren werden. Das kann viele Leben retten, denn die Tiere sterben nicht nur unter Autoreifen, sondern auch wenn Fahrzeuge sehr schnell unterwegs sind. „Große Geschwindigkeit erzeugt einen hohen Luftdruck, dadurch können die inneren Organe von Fröschen, Kröten und Molchen platzen oder durch den Mund nach außen gestülpt werden. Die Tiere verenden qualvoll“, so Schleich. Angesichts der aktuellen starken Rückgänge der Amphibien gelte es, weitere Verluste wo immer möglich zu vermeiden.

Vorsichtiges Fahren ist auch wegen der vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer wichtig. Schleich: „Warnschilder und Tempolimits müssen unbedingt beachtet werden, auch weil die Einsätze meist in der Dämmerung stattfinden, wenn die meisten Tiere unterwegs sind.“
Autor: red

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