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So, 07:30 Uhr
15.02.2026
Silver Ager bleiben Arbeitsmarkt erhalten

Immer mehr Renter haben einen Job

Immer mehr Menschen in Nordthüringen arbeiten auch nach Renteneintritt noch: Der Bezug einer Altersrente oder Pension ist heute nicht mehr gleichbedeutend mit dem Ende der Erwerbsarbeit...

Immer mehr alte Menschen arbeiten noch, Symbolbild (Foto: LubosHouska/pixabay.com) Immer mehr alte Menschen arbeiten noch, Symbolbild (Foto: LubosHouska/pixabay.com)
Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB Kurzbericht 8/2022) ist Erwerbstätigkeit im Ruhestand gegenwärtig wesentlich stärker verbreitet als noch vor 30 Jahren. Das Phänomen tritt in Nordthüringen noch stärker auf als im Bundes- oder Thüringenschnitt. Als Grund für die Erwerbstätigkeit gaben die Befragten überwiegend soziale und persönliche Motive an, wie Freude an der Arbeit oder dem Wunsch nach einer weiterhin sinnvollen Aufgabe. Erwerbsarbeit dient jedoch auch dazu, das verfügbare Einkommen im Ruhestand zu erhöhen.

Mehr als zwei Fünftel der befragten Rentenbeziehenden bundesweit gaben an, aus finanziellen Gründen im Ruhestand weiterzuarbeiten. Die Bereitschaft von Rentnerinnen und Rentnern weiter zu arbeiten, ist für die Betriebe Nordthüringens ein Gewinn von unschätzbarem Wert. Nicht selten mangelt es an einer geeigneten Nachfolge: 100 Beschäftigten im Alter von über 55 Jahren stehen aktuell nur 36 unter 25-Jährige gegenüber.

Im Agenturbezirk Thüringen Nord arbeiteten im vergangenen Jahr 5.240 Rentnerinnen und Rentner. Das entspricht einem Anteil von 4,1 Prozent an allen Beschäftigten in Nordthüringen. Zum Vergleich: Bundesweit betrug der Anteil 3,8 Prozent, in Ostdeutschland 3,4 Prozent. Die Anzahl der arbeitenden Rentner in Nordthüringen hat sich in den letzten 10 Jahren deutlich erhöht. Im Jahr 2015 waren 3.107 Altersrentner beschäftigt.
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Mehr Männer als Frauen arbeiten im Rentenalter: Im vergangenen Jahr sind insgesamt 3.121 Männer einer Beschäftigung im Rentenalter nachgegangen. Von ihnen arbeiteten 2.407 als Minijobber (77,1 Prozent). Vorwiegend waren die Männer in den Bereichen der Fahrzeugführung im Straßenverkehr, in der Geschäftsführung sowie in der Human- und Zahnmedizin tätig.

Auch 2.119 Frauen im Rentenalter waren in Nordthüringen erwerbstätig. 1.729 von ihnen gingen einem Minijob nach, was einem Anteil von 82,9 Prozent entspricht. Frauen arbeiteten vor allem im Büro und Sekretariat, in der Reinigung sowie in einer Lehrtätigkeit an allgemeinbildenden Schulen.

Eichsfeld
Im Eichsfeld arbeiteten im vergangenen Jahr 1.869 Rentnerinnen und Rentner. Das entspricht einem Anteil von 4,8 Prozent an allen Beschäftigten im Landkreis. Im Jahr 2015 waren 1.019 Altersrentner beschäftigt.

Im vergangenen Jahr sind insgesamt 1.163 Männer einer Beschäftigung im Rentenalter nachgegangen. Von ihnen arbeiteten 895 als Minijobber (77,0 Prozent). Vorwiegend waren die Männer in den Bereichen der Fahrzeugführung im Straßenverkehr, in der Geschäftsführung sowie in der Maschinenbau- und Betriebstechnik tätig.

Auch 706 Frauen im Rentenalter waren im Eichsfeld erwerbstätig. 589 von ihnen gingen einem Minijob nach, was einem Anteil von 83,4 Prozent entspricht. Frauen arbeiteten vor allem im Büro und Sekretariat, in der Reinigung sowie in einer Lehrtätigkeit an allgemeinbildenden Schulen.

Nordhausen
Im Landkreis Nordhausen arbeiteten im vergangenen Jahr 1.035 Rentnerinnen und Rentner. Das entspricht einem Anteil von 3,3 Prozent an allen Beschäftigten im Landkreis. Im Jahr 2015 waren 697 Altersrentner beschäftigt.

Im vergangenen Jahr sind insgesamt 610 Männer einer Beschäftigung im Rentenalter nachgegangen. Von ihnen arbeiteten 450 als Minijobber (73,8 Prozent). Vorwiegend waren die Männer in den Bereichen der Fahrzeugführung im Straßenverkehr, in der Gebäudetechnik sowie in der Human- und Zahnmedizin tätig.

Auch 425 Frauen im Rentenalter waren im Landkreis Nordhausen erwerbstätig. 343 von ihnen gingen einem Minijob nach, was einem Anteil von 80,7 Prozent entspricht. Frauen arbeiteten vor allem im Büro und Sekretariat, in der Reinigung sowie in der Unternehmensorganisation.

Unstrut-Hainich-Kreis
Im Unstrut-Hainich-Kreis arbeiteten im vergangenen Jahr 1.492 Rentnerinnen und Rentner. Das entspricht einem Anteil von 4,1 Prozent an allen Beschäftigten im Landkreis. Im Jahr 2015 waren 842 Altersrentner beschäftigt.

Im vergangenen Jahr sind insgesamt 885 Männer einer Beschäftigung im Rentenalter nachgegangen. Von ihnen arbeiteten 704 als Minijobber (79,5 Prozent). Vorwiegend waren die Männer in den Bereichen der Fahrzeugführung im Straßenverkehr, in der Human- und Zahnmedizin sowie in der Geschäftsführung tätig.

Auch 607 Frauen im Rentenalter waren im Unstrut-Hainich-Kreis erwerbstätig. 516 von ihnen gingen einem Minijob nach, was einem Anteil von 85,0 Prozent entspricht. Frauen arbeiteten vor allem im Büro und Sekretariat, in der Human- und Zahnmedizin sowie in einer Lehrtätigkeit an allgemeinbildenden Schulen.

Kyffhäuserkreis
Im Kyffhäuserkreis arbeiteten im vergangenen Jahr 844 Rentnerinnen und Rentner. Das entspricht einem Anteil von 4,0 Prozent an allen Beschäftigten im Landkreis. Im Jahr 2015 waren 549 Altersrentner beschäftigt.

Im vergangenen Jahr sind insgesamt 463 Männer einer Beschäftigung im Rentenalter nachgegangen. Von ihnen arbeiteten 358 als Minijobber (77,3 Prozent). Vorwiegend waren die Männer in den Bereichen der Fahrzeugführung im Straßenverkehr, in der Geschäftsführung sowie im Einkauf und Vertrieb tätig.

Auch 381 Frauen im Rentenalter waren im Kyffhäuserkreis erwerbstätig. 308 von ihnen gingen einem Minijob nach, was einem Anteil von 80,8 Prozent entspricht. Frauen arbeiteten vor allem im Büro und Sekretariat, im Verkauf sowie in der Speisenzubereitung.
Autor: red

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Kommentare
Echter Sundhäuser
15.02.2026, 13:25 Uhr
Man kann es auch anders ausdrücken
"Mehr als zwei Fünftel der befragten Rentenbeziehenden bundesweit gaben an, aus finanziellen Gründen im Ruhestand weiterzuarbeiten."
Sprich, fast die Hälfte der Rentner ist gezwungen weiter zu malochen, um nicht ihre letzten verbliebenen Jahre in Altersarmut dahin zu vegetieren.
Ja, das muss es sein, das beste Deutschland aller Zeiten, hat mal so ein hochbezahlter Clown verkündet, der fünfstellige Pensionsansprüche genießen wird...
warumauchimmer
15.02.2026, 15:01 Uhr
Nicht wirklich...
... denn die Frage richtete sich nur an Rentner die erwerbstätig sind und bezieht sich nicht auf die Gesamtzahl der Rentner.
Geht sowohl aus dem Kontext des Artikels als auch aus dem Bericht selbst hervor(warum thematisiert man eigentlich aktuell eine Studie aus 2022?).

Ganz wichtig: Bildung hilft in der Regel sowohl beim Verständnis von Artikeln als auch beim Schutz vor Altersarmut!
Jens W.
15.02.2026, 18:26 Uhr
Einfach mal das eigene Narrativ außen vor lassen
Das hilft beim Verständnis dafür, dass es nicht nur studierte Büroangestellte gibt. Ohne den Teil der arbeitenden Bevölkerung, der zu ungebildet zu sein scheint fürs Auskommen im Alter würde das System nämlich nicht funktionieren.
Echter Sundhäuser
15.02.2026, 19:17 Uhr
@warumauchimmer
Der Kontext ist mir sehr bewusst, was mich aber gewaltig an dieser Studie stört, die ja eigentlich vor Prozentualangaben nur so strotzt, das man beim wichtigsten Aspekt mathematische Formulierungen anwendet, die dem nicht so rechenbegabtem Leser, die ganze Dramatik dieser Zahl vorenthält. 41 Prozent oder gar 49 Prozent klingen doch recht fatal, selbst für den, der nur bis drei zählen kann, alle vier Jahre abwechselnd sein Kreuzchen bei SPD oder CDU verbucht und sich dann wundert, das er immer länger arbeiten muss bei immer weiter sinkenden Renteneinkommen und ganz plötzlich mit Altersarmut konfrontiert wird.
PS: eine aktuellere Studie, mit vermutlich noch drastischeren Zahlen gibt's dann nach der nächsten Bundestagswahl...
diskobolos
16.02.2026, 11:45 Uhr
Renten sind immer wieder ein Diskussionsthema
Wenn jemand nach Rentenbeginn noch arbeitet, kann man nicht daraus folgern, dass er dies muss. Schon gar nicht, dass er andernfalls dahinvegetieren würde. Es gibt viele gute Gründe zu arbeiten.

Tatsächlich ist die jetzige Rentnergeneration die wohlhabendste, die es je gab. Wann sonst haben so viele einen Auslandsurlaub oder eine Kreuzfahrt gemacht?

Die Gesetzliche Rente hängt natürlich von den gezahlten Beiträgen ab, also vom Einkommen und den Jahren. Wovon denn sonst? Abweichungen davon nach oben gibt es durch die Mütterrente, die „Rente mit 63“ und die Grundrente. Altersarmut gibt es natürlich auch, aber Kinderarmut ist gesellschaftlich das größere Problem.

Die Vorstellung, die Rentensituation könnte sich in den nächsten Jahren wirksam verbessern, halte ich für so unrealistisch wie das Hoffen auf das Schlaraffenland. Das ist auch völlig unabhängig von den regierenden Parteien. Wer gern trät, darf das natürlich.

Unser Land hat jetzt viele andere Probleme . . .
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