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Di, 08:19 Uhr
30.09.2025
ADAC untersucht Verbindungen in 20 Großstädten

Nachts mit dem ÖPNV nach Hause

Nach Restaurant-, Theater- oder Clubbesuch am Wochenende bequem und zuverlässig mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause fahren – das ist nicht überall in Deutschland selbstverständlich möglich. Der ADAC hat dazu erstmals insgesamt 100 Nahverkehrs-Verbindungen in 20 Großstädten untersucht...

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Ergebnis: Die Hälfte bietet bis in die späte Nacht einen guten bis sehr guten Service. Aber etwa für unter 18-Jährige, die bis Mitternacht Clubs und Bars verlassen müssen, gestaltet sich der Nachhauseweg oft schwierig.

Die Tester konzentrierten sich auf 20 Großstädte zwischen 100.000 und 1 Million Einwohner in ganz Deutschland und wählten als Zielorte jeweils fünf Umlandgemeinden mit jungem Bevölkerungsschwerpunkt aus. Untersucht wurde das Nahverkehrsangebot in zwei Zeitfenstern: einem größeren zwischen 23.30 und 2.30 Uhr und einem kleineren zwischen 23.30 und 0.30 Uhr. Das kleinere ist vor allem für Jugendliche unter 18 Jahren relevant, denen von Gesetz wegen ab 24 Uhr der Aufenthalt in Gaststätten ohne Begleitung eines Erwachsenen nicht gestattet ist. Weitere Kriterien waren die Anzahl der Umstiege, die Reisegeschwindigkeit sowie die Länge der gegebenenfalls notwendigen Fußwege von der Haltestelle, bei der ausgestiegen werden musste, bis zur festgelegten Zielhaltestelle, die nicht angefahren wurde.

Dabei zeigte sich: Immerhin die Hälfte der untersuchten Startstädte bieten bis in die späte Nacht hinein einen guten (Koblenz, Leipzig, Mannheim, Nürnberg, Stuttgart) bis sehr guten (Augsburg, Bremen, Düsseldorf, Frankfurt, Hannover) Nahverkehrs-Service. Weniger gut sieht es bei der anderen Hälfte aus: Drei Städte (Kassel, Saarbrücken, Trier) erhielten ein „ausreichend“. Die vier Schlusslichter wiesen eine eingeschränkte (Lübeck, Osnabrück, Potsdam) bis lückenhafte (Erfurt) Anbindung ans Umland auf. Drei der 20 getesteten Städte (Bielefeld, Magdeburg, Rostock) mussten ganz aus der Wertung genommen werden, weil nachweislich vorhandene Verbindungen zum Erhebungszeitpunkt über die elektronische Fahrplanauskunft nicht angezeigt wurden.

Überraschend war für die ADAC Tester, dass sich ausgerechnet in dem für Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren relevanten Zeitfenster (23.30 – 0.30 Uhr) der Heimweg schwieriger gestaltete, da die nächste Verbindung teilweise erst spät in der Nacht angeboten wurde. Hier konnten nur in 12 der 17 bewerteten Städte alle fünf Zielorte erreicht werden. Gerade für diese Gruppe aber sollte das Angebot um Mitternacht größer sein, fordert der ADAC.

Auffällig: Alle sieben Städte mit mehr als 500.000 Einwohnern schneiden gut bis sehr gut ab. Dass Größe allein jedoch nicht entscheidend ist, zeigt etwa Koblenz (115.268 Einwohner) mit einwohnerschwachen Vororten, das dennoch über ein gutes Nachtbus-Netz ins Umland ohne Umstiege verfügt. Koblenz ist auch die einzige Stadt, in der alle fünf Zielorte ohne Fußweg zu erreichen waren.

Was unabhängig von den Bewertungskriterien besonders negativ auffiel: Die Fahrplanauskunft auf den Webseiten der Verkehrsverbünde bzw. Tarifgemeinschaften funktionierte zum Testzeitpunkt und teilweise auch bei späteren Kontrollen in 13 von 20 Städten nicht durchgängig zuverlässig, sodass das vorhandene Angebot nicht immer vollständig angezeigt wurde. Auch bedauert der ADAC, dass vorhandene flexible On-Demand-Verkehre meist nicht in die Verbindungsauskunft integriert sind.

Der ADAC empfiehlt Nachtschwärmern, vor der Heimfahrt mit Bus und Bahn zu prüfen, ob es aktuelle Fahrplanänderungen wie Schienenersatzverkehr, Umleitungen oder Haltestellensperrungen gibt. Hilfreich bei der Verbindungssuche ist auch, unterschiedliche Informationsquellen (App, Homepage, Google maps) zu nutzen und verschiedene Kombinationen aus Start- und Zielhaltestelle einzugeben.
Autor: red

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Kommentare
altmeister
30.09.2025, 09:58 Uhr
Na...
...wenn es schon bei vielen Großstädten nicht richtig funktioniert, wie würde das Ergebnis bei Kleinstädten bzw. im ländlichen Bereich aussehen?
Da funktioniert es sehr häufig nicht einmal am Tag!
Aber, wichtig ist, dass sich in den Zentren die Nutzung des Deutschlandtickets lohnt, welches der ländliche Bereich fleißig subventionieren darf.
Klar, in den Zentren ist der Zwang zur privat gesicherten Mobilität lange nicht so stark, da wird gern mal auf den PKW-Nutzer geschimpft, herabgesehen, anders gewählt.
KeinKreisverkehr
30.09.2025, 10:04 Uhr
Schöne Studie.
An solchen Studien sieht man schön wie diskriminierend unser Fokus auf den motorisierten Individualverkehr doch ist.

Du hast keinen Führerschein? Pech
Du hast kein Auto/Motorrad/etc.? Pech
Du kannst dir Auto/Führerschein nicht leisten? Pech
Du bist körperlich nicht in der Lage einen Führerschein zu machen? Pech.
Du bist zu jung für einen Führerschein? Pech.

Die Liste kann man beliebig fortführen.

Mit einem Bus kann jeder fahren. Und wenn wir den ÖPNV so subventionieren würden wie das private TöffTöff wäre der sogar überall nutzbar.
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