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Fr, 09:07 Uhr
11.04.2025
Lichtblick zum Wochenende

Segen für alle gleich

In einem berühmten Gleichnis vergleicht Jesus das Himmelreich mit einem Weinberg, in dem zu verschiedenen Tageszeiten Arbeiter eingestellt werden, die dann aber alle die gleiche Menge Geld ausgezahlt bekommen...

Und im Grunde regt sich dabei unser Drang zu Fairness: warum bekommen Leute, die eine Stunde arbeiten, ebenso viel wie die, die den ganzen Tag arbeiteten? Aber es geht ja gerade nicht um einen weltlichen Unternehmensvertrag, sondern den Idealzustand bei Gott, der seinen Segen für alle gleich und ohne Rangfolge bereithält.

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Ich musste bei der Klettertour bei der unschuldigen Frage eines Kindes daran denken, das am Ende wissen wollte, wer am besten geklettert sei. Ich, der Kletterbetreuer, antwortete, dass ich sowas nicht einschätzen könne. Das Kind bat mich, es dennoch zu sagen. Und ich musste erneut erklären, dass ich das gar nicht wissen kann. Diese Antwort ließ das Kind stirnrunzelnd zurück und vermutlich überlegte es, dass ich die Antwort wüsste, aber nicht sagen wolle, um niemanden zu verletzen.

Aber ich wusste es wirklich nicht, weil die Maßstäbe beim Klettern ja völlig verschieden sind. Wer ist der bessere Kletterer? Der mutige Könner, der in kurzer Zeit geschickt jeden Fels erklimmt? Der, der viele Male beharrlich bis zur Mitte klettert? Der, der erst einen Meter klettert und beim zweiten Versuch zwei Meter schafft? Der, der aus reiner Freude klettert?

Es ist eine Denkweise, die uns allen manchmal fremd geworden ist: dass man in manchen Belangen keine klare, allgemeingültige Hierarchie finden kann. Dass manche Dinge keine allgemeine Wertung zulassen.
Beim Klettern ist es ja so: es gibt den Fels und dich. Und den Fels interessiert es nicht, was du willst. Also bleibst du mit deinen eigenen Zielen übrig. Und der einzige Maßstab ergibt sich aus deinen eigenen Zielen und Fähigkeiten. Hast du für dich etwas geschafft, was du dir vorgenommen hast? Spürst du, dass du gegeben hast, was du konntest? Der Fels ist nur die Methode, mit der du deine Fähigkeiten erprobst und erweiterst.

Am Ende bekommt jeder, der mitgemacht hat -der Geschickte, der Beharrliche, der Mutige und der Spaßkletterer- den gleichen Lohn: das Gefühl, lebendig zu sein und seine Fähigkeiten genutzt zu haben.
Und auch, wenn Sie sich z.B. in irdischen Arbeitsverhältnissen bitte für faire Löhne einsetzen- in vielen Bereichen des Lebens können wir uns eingestehen, dass es normal ist, dass Menschen unterschiedliche Maßstäbe haben. Und Gottes Segen ist am Ende für alle, die ihn suchen, gleich.

Einen gesegneten Palmsonntag wünscht ihnen
Thomas Endter
Gemeindepädagoge
Kirchenkreis Bad Frankenhausen - Sondershausen
Autor: red

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