Mo, 12:45 Uhr
15.02.2016
Hedwig Zwarg in Hettstedt feiert heute ihren 100. Geburtstag
Bis zum 98. noch in eigener Wohnung
Landrätin Dr. Angelika Klein gratulierte heute Vormittag der Jubilarin. (Foto: Jochen Miche)
So lange sie noch meckert, ist alles in Ordnung, beantwortet lachend Herbert Zwarg die an seine Mutter Hedwig gerichtete Frage, ob es ihr gut gehe. Sie winkt schmunzelnd in Richtung ihres 78-jährigen Sohnes ab und beantwortet nun selbst die Frage mit dem Hinweis, dass es ihr gut gehe und sie noch gern fernsehe und täglich ihre Zeitung lese…Frau Zwarg wurde heute vor 100 Jahren geboren. Zur Geburtstagsfeier ins Seniorenheim in der Hettstedter Sebastian-Kneipp-Straße kamen denn auch viele Gratulanten. Unter ihnen Landrätin Dr. Angelika Klein, aber auch viele Familienangehörige, die aus ganz Deutschland anreisten, wie beispielsweise bereits heute Vormittag Enkelin Marina mit ihrem Mann Herbert, die aus Bayern kamen.
Überhaupt: Die liebe Verwandtschaft. Aus ihrer Generation ist Frau Zwarg nur noch die Einzige in der Familie; ihre Schwester Martha ist vor zwei Jahren mit 97 Jahren gestorben. Heute Morgen schon anwesend waren ihr Sohn Herbert mit seiner Frau Renate. Angemeldet hatten sich neben Marina aber auch die beiden weiteren Enkel Rita und Ralf mit Familien. Zur Familie gehören außerdem vier Urenkel und zwei Ururenkel.
Das Geburtstagskind, Hedwig Zwarg, war einst das zehnte von elf Kindern. Sie absolvierte als junge Frau eine Wirtschaftslehre und arbeitete in der Landwirtschaft, bis sie im Jahr 1960 mit ihrer Familie nach Hettstedt zog. Hier arbeitete sie fortan im Walzwerk Hettstedt, dem sie bis zum Eintritt ins Rentenalter treu blieb.
Um in ihre Wohnung zu gelangen, musste sie stets mehrere Etagen die Treppen steigen. Mit 98 Jahren zog sie dann aber doch ins Alten- und Pflegeheim in der Hettstedter Kneipp-Straße. Dort, in ihrem Einzelzimmer mit Blick zum nahe gelegenen Wald, fühlt sie sich wohl. Sie schaut gern hinaus ins Grüne – wofür sie heute, bei dem Trubel, den sie mit bester Stimmung über sich ergehen lassen muss – allerdings kaum Zeit haben dürfte.
Jochen Miche
