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Bau des Hettstedter Jobcenters geht planmäßig voran

Schnell wachsendes Fotomotiv am Freimarkt

Mittwoch, 27. Januar 2016, 22:32 Uhr
Wer einst das Wachsen eines Gebäudes dokumentieren wollte, hielt den Baufortschritt aller zwei Wochen mit dem Fotoapparat fest. Wer heute zwei Wochen nach Baubeginn kommt, findet ein fertiges Haus vor. So, wie es sich am Hettstedter Freimarkt abzeichnet.

Büro mit Aussicht. Dieses Bauteil schwebte vom Lkw hoch hinaus über das Gerüst, hinunter in die Reihe der bereits platzierten Module. (Foto: Jochen Miche) Büro mit Aussicht. Dieses Bauteil schwebte vom Lkw hoch hinaus über das Gerüst, hinunter in die Reihe der bereits platzierten Module. (Foto: Jochen Miche)
Unübersehbar wächst am Freimarkt dort, wo zweieinhalb Jahrzehnte lang mehrere Jahrhunderte alte, verlassene Wohnhäuser vor sich hin starben, ein neues Gebäude. Hier entsteht ein Jobcenter des Landkreises Mansfeld-Südharz.

Die Baustelle ist der gegenwärtig wohl am meisten fotografierte Ort in Hettstedt. Zeitweise im Minutentakt zückten heute um die Mittagszeit die Passanten jeden Alters ihre Handys oder Digitalkameras und fotografierten. Und es war gut, dass sie sich beeilten, denn schon zum Feierabend hatte sich der Anblick dieser Straßenseite gravierend verändert: Schlamm und Betonstreifen waren verschwunden, die komplette erste Etage stand bereits auf den Fundamenten.

Gestern, am Dienstag, hatte der Aufbau der Module begonnen, und schon nächste Woche Mittwoch wird alles, das heißt, ein komplettes Gebäude mit drei Etagen, stehen. Selbst der Aufzugsschacht soll aufgebaut sein. Das Erfolgsgeheimnis: Hier wird nichts mehr Stein auf Stein gemauert, sondern werden vorgefertigte Module, also ganze Räume, nebeneinander gestellt und am Boden miteinander verschraubt.

Die Module entstehen in einem Werk bei Halle/Saale. Anschließend werden sie auf Tiefladern durch ganz Deutschland zu ihren Zielorten gefahren oder auch mal schnell nach Hettstedt gebracht. „Das hier ist gewissermaßen ein Heimspiel“, erklärte schmunzelnd Bauleiter Roland Biber, der alles im Blick behält, während ein Mitarbeiter über eine Leiter auf ein Modul klettert, um dort an vier Stellen riesige Stahlösen einzuschrauben.

In diese hängt er dann Haken, die an Ketten bzw. Stahlseilen befestigt sind. Nun wird über Funk dem Kranführer gesagt, was er zu tun hat. Die Handzeichen (zum Beispiel erhobene, nach rechts Kreise ziehende Hand für „Anheben“), die vor Jahrzehnten selbst jeder Kranführer in den Betrieben des Mansfeld Kombinates gelernt hatte, gelten übrigens heute noch, wie Bauleiter Biber erzählte. Dort aber, wo kein Sichtkontakt zum Kranführer besteht, werden Kommandos per Funk gegeben.

Etwas an den ganzen Modulen kam dem Beobachter jedoch seltsam vor: die dünnen Wandstärken. Darauf angesprochen, erklärte Herr Biber, dass es sich bei den Bauteilen um mit Mineralwolle gedämmte Stahlrahmenwerke handelt. Dessen Innenwände werden später mit Gipskartonplatten verkleidet, die Außenwände schützt künftig ein Wärmedämmverbundsystem.

Eröffnet werden soll das neue Hettstedter Jobcenter Ende Mai.
Jochen Miche
Autor: jm

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