Di, 14:21 Uhr
11.01.2011
Erneut zu Gast beim Loh-Orchester
Im vergangenen Frühjahr ist Lev Vinocour kurzfristig eingesprungen für jenen jungen Pianisten, der aufgrund der Aschewolke nicht nach Sondershausen kommen konnte, und spielte mit dem Loh-Orchester Sondershausen ein fulminantes Konzert. Damals stand das 1. Klavierkonzert von Franz Liszt auf dem Programm. Jetzt kommt der Künstler wieder...
Zum 4. Sinfoniekonzert des Loh-Orchesters am kommenden Samstag, 15. Januar 2011, im Haus der Kunst Sondershausen und am 16. Januar im Theater Nordhausen kommt der russische Künstler nun erneut nach Nordthüringen. Diesmal eröffnet er das Liszt-Jahr, natürlich mit Musik von Franz Liszt, dessen 200. Geburtstag 2011 in ganz Thüringen begangen wird.
Lev Vinocour ist ein begnadeter Interpret Liszt’scher Werke: So spielte er 2005 in Weimar in 14 aufeinander folgenden Wochen 14 verschiedenen Liszt-Soloprogramme. Dieses Projekt hatte, so die Presse damals, geradezu spektakuläre Züge, denn die Werke Liszts gehören spieltechnisch zum Schwersten, was es für Klavier überhaupt gibt. Unter den aktiv auftretenden Pianisten habe ich wahrscheinlich (neben Leslie Howard) den höchsten Anteil von Liszts Kompositionen im Repertoire, so Vinocour zu seiner Arbeit.
Im Konzert mit dem Loh-Orchester spielt Vinocour den Totentanz für Klavier und Orchester sowie den 1. Mephisto-Walzer für Klavier solo. Beides sind atemberaubende Werke. Was den Totentanz betrifft, so Vinocour, wurde dieses Stück lange Zeit gar für unspielbar gehalten. Zum Weltruhm verhalfen diesem Stück die russischen Pianisten. Genauso wie im Falle des Mephisto-Walzers darf man sich nicht mit der Bewältigung der durchwegs transzendentalen Schwierigkeiten dieses Stücks zufrieden geben. Vielmehr geht es hier um eine gigantische Reihe musikalischer Fresken-Bilder, die die ganze Palette menschlicher Gefühle, von der Furcht bis zum Jubel, vom höllischen Grollen bis zum himmlischen Engelsgesang in einer sehr eigentümlichen, mittelalterlich gefärbten Tonsprache wiedergibt. Den Mephisto-Walzer spielte Vinocour bereits zu seiner Abschlussprüfung an der St. Petersburger Spezialschule für Musik 1988.
Lev Vinocour, geboren 1970, begann im Alter von sechs Jahren mit dem Klavierunterricht an der Musikschule von St. Petersburg. Mit dreizehn Jahren gab er sein professionelles Konzertdebüt mit den Leningrader Philharmonikern unter Jewgenij Mrawinsky mit dem 2. Klavierkonzert von Schostakowitsch. Nach dem Studium am Moskauer Konservatorium unter Lev Vlasenko und Mikhail Pletnev begann dann seine imposante internationale Karriere. Er gewann zahlreiche internationale Wettbewerbspreise (etwa beim Feruccio-Busoni- und Gina-Bachauer-Wettbewerb).
Besonders folgenreich war der 1. Internationale Concours Clara Schumann in Düsseldorf, denn hier lernte er den Pianisten Alexis Weissenberg kennen, der Vinocours Freund und Mentor wurde. Konzerte auf den Podien der Welt verleiten Zuhörer ebenso zu Begeisterungsstürme wie zahlreiche spektakuläre CD-Einspielungen, zuletzt etwa die im Frühjahr 2010 erschienene Einspielung sämtlicher (auch bisher unbekannter) Werke für Klavier und Orchester von Robert Schumann.
Neben Klavierwerken von Franz Liszt erklingt im 4. Sinfoniekonzert Liszts Symphonische Dichtung Orpheus, die Tragische Ouvertüre von Johannes Brahms sowie die Symphonia comica von Felix Draeseke.
Das Sinfoniekonzert beginnt an beiden Abenden um 19.30 Uhr. In Sondershausen werden die Zuhörer in der Konzertpause außerdem anlässlich Eröffnung des Liszt-Jahres zum Sektempfang der Stadt eingeladen.
Karten gibt es an der Theaterkasse (Tel. 0 36 31/98 34 52), in der Sondershausen-Information (Tel. 0 36 32/78 81 11) und an allen Vorverkaufsstellen der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH
Autor: nnzZum 4. Sinfoniekonzert des Loh-Orchesters am kommenden Samstag, 15. Januar 2011, im Haus der Kunst Sondershausen und am 16. Januar im Theater Nordhausen kommt der russische Künstler nun erneut nach Nordthüringen. Diesmal eröffnet er das Liszt-Jahr, natürlich mit Musik von Franz Liszt, dessen 200. Geburtstag 2011 in ganz Thüringen begangen wird.
Lev Vinocour ist ein begnadeter Interpret Liszt’scher Werke: So spielte er 2005 in Weimar in 14 aufeinander folgenden Wochen 14 verschiedenen Liszt-Soloprogramme. Dieses Projekt hatte, so die Presse damals, geradezu spektakuläre Züge, denn die Werke Liszts gehören spieltechnisch zum Schwersten, was es für Klavier überhaupt gibt. Unter den aktiv auftretenden Pianisten habe ich wahrscheinlich (neben Leslie Howard) den höchsten Anteil von Liszts Kompositionen im Repertoire, so Vinocour zu seiner Arbeit.
Im Konzert mit dem Loh-Orchester spielt Vinocour den Totentanz für Klavier und Orchester sowie den 1. Mephisto-Walzer für Klavier solo. Beides sind atemberaubende Werke. Was den Totentanz betrifft, so Vinocour, wurde dieses Stück lange Zeit gar für unspielbar gehalten. Zum Weltruhm verhalfen diesem Stück die russischen Pianisten. Genauso wie im Falle des Mephisto-Walzers darf man sich nicht mit der Bewältigung der durchwegs transzendentalen Schwierigkeiten dieses Stücks zufrieden geben. Vielmehr geht es hier um eine gigantische Reihe musikalischer Fresken-Bilder, die die ganze Palette menschlicher Gefühle, von der Furcht bis zum Jubel, vom höllischen Grollen bis zum himmlischen Engelsgesang in einer sehr eigentümlichen, mittelalterlich gefärbten Tonsprache wiedergibt. Den Mephisto-Walzer spielte Vinocour bereits zu seiner Abschlussprüfung an der St. Petersburger Spezialschule für Musik 1988.
Lev Vinocour, geboren 1970, begann im Alter von sechs Jahren mit dem Klavierunterricht an der Musikschule von St. Petersburg. Mit dreizehn Jahren gab er sein professionelles Konzertdebüt mit den Leningrader Philharmonikern unter Jewgenij Mrawinsky mit dem 2. Klavierkonzert von Schostakowitsch. Nach dem Studium am Moskauer Konservatorium unter Lev Vlasenko und Mikhail Pletnev begann dann seine imposante internationale Karriere. Er gewann zahlreiche internationale Wettbewerbspreise (etwa beim Feruccio-Busoni- und Gina-Bachauer-Wettbewerb).
Besonders folgenreich war der 1. Internationale Concours Clara Schumann in Düsseldorf, denn hier lernte er den Pianisten Alexis Weissenberg kennen, der Vinocours Freund und Mentor wurde. Konzerte auf den Podien der Welt verleiten Zuhörer ebenso zu Begeisterungsstürme wie zahlreiche spektakuläre CD-Einspielungen, zuletzt etwa die im Frühjahr 2010 erschienene Einspielung sämtlicher (auch bisher unbekannter) Werke für Klavier und Orchester von Robert Schumann.
Neben Klavierwerken von Franz Liszt erklingt im 4. Sinfoniekonzert Liszts Symphonische Dichtung Orpheus, die Tragische Ouvertüre von Johannes Brahms sowie die Symphonia comica von Felix Draeseke.
Das Sinfoniekonzert beginnt an beiden Abenden um 19.30 Uhr. In Sondershausen werden die Zuhörer in der Konzertpause außerdem anlässlich Eröffnung des Liszt-Jahres zum Sektempfang der Stadt eingeladen.
Karten gibt es an der Theaterkasse (Tel. 0 36 31/98 34 52), in der Sondershausen-Information (Tel. 0 36 32/78 81 11) und an allen Vorverkaufsstellen der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH
