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20.05.2019
Forum:

Die Täuschungsmanöver der Populisten

Ob das wohl dem AfD-Landesfürsten Björn Höcke die Petersilie verhagelt? Sucht doch die „Alternative für Deutschland“ mit halbseitigen Inseraten einen Bundesgeschäftsführer – (m,w,d)! Also männlich, weiblich, divers. Das passt AfD-Politikern ganz und gar nicht. Sie würden es am liebsten in „deutsch“ umbenennen...


„Gleich welchen Geschlechts“ steht in internen Stellenangeboten der Bundestagsfraktion, während in öffentlichen Anzeigen das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom Oktober 2017 befolgt werden muss. Dem Weigel-Haufen fehlt es an Kompetenz.

Zwei parlamentarische Geschäftsführer mussten entlassen werden. Andere Mitarbeiter wurden nach politischer Zuverlässigkeit und nicht nach Fachwissen eingestellt. „Sei Deutsch: Sei wahr/ Sei zuverlässig/ Sei stolz/ Sei stark/ Sei furchtlos/ Sei beherrscht/ Sei bewusst Deines Blutes/ Sei Hilfe dem Edlen/ Sei Vernichtung dem Bösen/ Sei herzeigen dem Volk/ Sei Feind seinen Feinden“ – diese Aufforderung der Antisemitin Mathilde Ludendorff steht als Leitmotiv
im Herrenhaus des Gutes Guthsmannshausen in Thüringen.

Hier hat der rechtsextreme Verein „Gedächtnisstätte“ seinen Sitz, der Holocaust-Leugnern ein Forum bildet. Der Leiter Wolfram Schiedewitz geriet kürzlich in die Öffentlichkeit, als er vor einem Schiedsgericht der AfD in Schleswig-Holstein zugunsten der Landtagsabgeordneten Doris von Sayn-Wittgenstein aussagte, deren Parteiausschluss der Bundesvorstand der AfD beantragt hatte.

Es ging um ihre Mitgliedschaft oder Förderer-Rolle in dem dubiosen Verein. Sie habe dies beim AfD-Beitritt verheimlicht; deshalb sollte sie in die politische Verbannung geschickt werden.

Die Anklage lautete auf Täuschung. Der Landesvorstand bescheinigte ihr aber, sie sei „völlig rehabilitiert“ – obwohl der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland die Gräfin als ein Beispiel für „Personen, die wir alle gern draußen sehen würden“, in einem Interview bezeichnet hatte. Der Bundesvorstand ist in Revision gegangen. Sayn-Wittgenstein lehnt mit Hinweis auf das laufende Verfahren eine Äußerung ab.

„Ist die AfD auf Unwahrheiten eines Rechts-extremen hereingefallen?“, fragte die „Frankfurter Allgemeine“.
Die AfD gibt völkisches Denken als Heimatliebe aus und schürt allenthalben Ressentiments. Markus Plenk, bisher Fraktionsvorsitzender der AfD im bayerischen Landtag, erklärte seinen Parteiaustritt so: „Ich habe es satt, die bürgerliche Fassade einer im Kern fremdenfeindlichen und extremistischen Partei zu sein.“ Er galt als ein Gemäßigter. Die Ein-Thema-Partei (Flüchtlinge) verliert Zustimmung in Umfragen, weil Migration für die Mehrheit der Bevölkerung nicht mehr Top 1 ist.

Zum Urthema der AfD - dem € - hat sie einen Wandel vollzogen, und nur ein verschwindend kleiner Teil ihrer Anhänger lehnt das Europa-Parlament ab. „Neutral“ lautet jetzt die Einstellung zum etwaigen Austritt Deutschlands aus der EU, also kein „Dexit“. Zwar bestreitet die AfD einen Klimawandel, punktet aber mit dem Verbot betäubungsloser Kastration von Ferkeln. Über wichtige Politikfelder gibt es weiße Seiten im Programm. In einer Klausur Ende Juni soll eine Strategie ausgearbeitet werden. Zur Rentenpolitik will man sich erst am Jahresende äußern.
Manfred Neuber
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare

20.05.2019, 11.58 Uhr
Crimderöder | Das "wahre Gesicht" der AfD
Dieser polterköpfige Beitrag ist durchaus ein traurige Fall einer journalistischen Existenz; kein origineller, kluger Kommentar, nur eine Aneinanderreihung von Polemiken und zurecht gebogenen Versatzstücken; keine Formulierung, die man nicht schon anderswo gelesen hat.

Gleich der Einstieg ist wunderlich: Wer „Weigel“ ist und inwieweit die AfD in Verbindung mit dem Neopaganismus-Bund der Ludendorffer und dieser unseligen „Gedächtnisstätte“ steht, bleibt das Geheimnis des Autoren.

Herr Neuber, lassen Sie uns das Spiel doch mal umkehren: Als die AfD-Fraktionsvorsitzende den Publizisten Henryk Broder vor laufenden Kameras umarmt hatte, also die völkisch-antisemitischen Rechten ihre Freude für einen Juden zum Ausdruck brachte, hat kein Magazin, kein Journalist, kein politischer Gegner verlauten lassen, nun zeige die blaue Partei "endlich ihr wahres Gesicht".

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20.05.2019, 12.43 Uhr
A-H-S | Intellektueller Offenbarungseid
Herr Neubert, Sie tun mir aufrichtig leid.
Sie sind ideologisch so verbohrt, dass es Ihnen schwer fällt, einen vernünftigen Gedanken zu fassen. Aber Gratulation, falls sich jemand die Frage gestellt hat, ob man Ihnen Beachtung schenken sollte, habe Sie hier ein bezeichnendes Statement abgegeben.

Eine Jobausschreibung wird natürlich so formuliert, dass sie gerichtlich nicht angreifbar ist. Wie würden Sie es denn machen?

Und die Einstellung zur EU wurde auf neutral geändert, weil die AfD versuchen will die EU zu reformieren (zurechtzustutzen). Sollte das nicht gelingen, ist man für einen Austritt.
Wie würden Sie folglich die Frage nach einem EU-Austritt beantworten, wenn Sie nur die Antwortmöglichkeiten "ja/nein/neutral" haben?

PS: Die Vorsitzende heißt WEIDEL, nicht Weigel.

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20.05.2019, 13.33 Uhr
Joerg B. | Keine „Aktentasche“ in Sicht?
In einem Punkt muss ich der AfD Recht geben:
Eine ungesteuerte Zuwanderung nach Europa und Deutschland könnte katastrophale Auswirkungen auf das soziale Zusammenleben haben. Selbst eine hypothetische demokratische Weltregierung müsste so etwas verhindern. (((Auswanderungen in wohlhabendere Weltgegenden sind für die weniger entwickelten Länder auch mit dem fast vergessenen „Brain-Drain“ verbunden!)))

Aber Herr Neuber hat Recht:

Die aktuell etwas abgeebbte Zuwanderung ist immer noch Sturmwind auf die Segel von modernen Reconquistadoren Deutschlands. Hinter dieser Sorte „besorgter Bürger“ verbergen sich Leute, die sich nicht nur das Bismarck-Reich zurückwünschen. Ihre Galionsfigur ist u.a. Björn Höcke. Solche Flügelleute sind aber auch ein Problem für die AfD.

Ich würde nicht ausschließen, dass politische Gegner der AfD ein starkes Interesse daran haben, dass „Randaleschwestern und -brüder“ wie „Höcke, Gauland oder von Storch“ („tannhäuser“ in https://www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=255252#86728) möglichst lange an herausragender Stelle in dieser Partei verbleiben.

Dazu gibt es historische Parallelen ganz anderen Ausmaßes:

Nachdem alliierte Geheimdienste am 27. Mai 1942 in Prag die Kommandooperation Anthropoid ausführen ließen, kamen Spekulationen auf, wann es nun endlich auch Hitler treffen würde. Doch wer hatte noch ein Interesse am Tod des bekennenden Vabanque-Spielers* Hitler?

* „Besonders berühmt geworden ist die Verwendung dieses Begriffs in einem überlieferten Gespräch zwischen Hermann Göring und Adolf Hitler anlässlich der britischen Kriegserklärung 1939. Göring riet Hitler: „Wir wollen doch das Vabanque-Spiel lassen“, worauf Hitler antwortete: „Ich habe in meinem Leben immer Vabanque gespielt.“ (Wikipedia)

Björn Höcke braucht wohl vorerst – auch nach dem Strache-Skandal – keine Angst vor einer „Aktentasche“ aus den eigenen Reihen zu haben? Oder?

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20.05.2019, 13.36 Uhr
Johann George | Vielleicht mal ein Hobby suchen ...
...Herr Neubert, wenn Ihnen so gräßlich langweilig ist? Das kann äußerst entspannend wirken und gibt dem Tag (oder gar dem Leben) eine Struktur. Oder bewerben Sie sich doch auf die von Ihnen beschriebene Stelle!?
Mit Ihren überragenden geistigen Fähigkeiten werden Sie von den dumpen Nazis bestimmt genommen. Dann können Sie diesen Hort des Grauens von innen heraus zerstören und wären beschäftigt. Und wir müssten Ihre Auslassungen nicht mehr länger ertragen.

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20.05.2019, 13.42 Uhr
Psychoanalytiker | @ Herrn Neuber ...
... ich bewundere ja generell Ihren Versuch, die AfD als unwählbar darzustellen. Allein, Sie werden scheitern. Ich schließe mich ein bißchen A-H-S an, der Sie als "ideologisch verbohrt" ansieht. Den Eindruck kann man beim lesen Ihrer Äußerungen zumindest gewinnen. Vielleicht haben Sie Grund dafür, ich sehe diesen Grund jedoch (noch) nicht.

Herr Neuber, Sie wissen schon, was am Hohen Haus namens Bundestag steht? Richtig: DEM DEUTSCHEN VOLKE.
Dies mag "überholt" sein, schließlich gilt UNSER Grundgesetz, aber so lange, wie diese Worte dort stehen, akzeptiere zumindest ich, wenn DEMOKRATISCHE Parteien diese Worte achten, dabei aber auch die Menschenwürde nicht mit Füßen treten.

Lassen Sie es bitte in Ihrem eigenen Interesse, die letzte Umfrage zeigt, dass Sie gegen "Ostdeutsche Windmühlen" kämpfen ....

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