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Di, 17:00 Uhr
12.02.2019
Harzklub wertet Wanderer-Befragung aus

Der Harz - eine attraktive Wanderregion

Der Harzklub hat seine im Jahr 2018 durchgeführte qualifizierte Befragung unter Wanderfreunden und -freundinnen im Harz ausgewertet und sieht in den Ergebnissen Bestätigung und Ansporn zugleich. Der Harz wird eindeutig als attraktive Wanderregion wahrgenommen, die im Vergleich mit anderen Regionen Deutschlands zahlreiche Pluspunkte zu bieten hat...


Die Befragung
liefert aber auch Hinweise auf mögliches Verbesserungspotenzial. Die Aktion wurde mit Unterstützung von Harzer Tourismusverband (HTV), Nationalpark Harz und DEHOGA durchgeführt - insgesamt 409 Fragebögen konnten ausgewertet werden.

Grundlage der Befragung war die Definition von Wandern (in Abgrenzung zum Spazierengehen) als mindestens einstündige geplante Tour in der freien Landschaft - unter Nutzung der vorhandenen Infrastruktur mit geeigneter Ausrüstung. Den Harzklub und seine Unterstützer interessierten u.a., wie Harzer und Gäste sich auf ihre Wanderung vorbereiten, was sie motiviert, wie sie bevorzugt wandern oder was sie sich auf ihrer Wanderung an Infrastruktur wünschen.

Teilgenommen haben 211 Frauen und 198 Männer in Altersgruppen von unter 20 J., 21-40 J., 41-60 J. und über 60 J., wobei die über 60-jährigen jeweils die größte Gruppe bildeten.

Frauen wandern längere Strecken
Grundsätzlich ergaben sich bei der Auswertung der Antworten keine signifikanten Unterschiede zwischen Altersstufen oder Geschlechtern - bis auf eine Ausnahme: Frauen wandern offensichtlich längere Strecken als ihre männlichen Wanderkollegen. Männer wandern demnach im Schnitt 11,4 km und Frauen 13,0 km.

Wanderer-”Profile”Unter den Befragten waren 107 Tagesausflügler (26 %), 172 Übernachtungsgäste (42 %) und 130 Harzerinnen und Harzer (32 %). Die Übernachtungsgäste verweilten im Schnitt 5,3 Tage, bevorzugt in Hotels (33 %), gefolgt von Ferienwohnungen, Pensionen und sonstigen Unterkünften (z.B. DJH, Camping, privat). 79 % der Befragten wandern regelmäßig, 21 % eher selten (wobei letztere dafür dann längere Strecken zwischen 20 und 35 km bevorzugen).

Die Mehrheit bereitet sich nach wie vor mit Wanderkarten auf ihre Tour vor (70 %), 40 % nutzen zusätzlich das Internet, immerhin 30 % entscheiden sich eher spontan zu einem Ausflug. Für den Harzklub von besonderer Bedeutung ist der hohe Anteil derer, die sich auf ihrer Wanderung an der Beschilderung orientieren (78 %), gefolgt von der Nutzung von Wanderkarten (63 %), Navigationssystemen (22 %) oder das Wandern mit Wanderführern (14 %), 38 % verfügen auch über Ortskenntnisse.

Wohlfühl-Kriterien
Erwartungsgemäß sind asphaltierte Wege (1 %) oder Schotterwege – also die üblichen Forststraßen – mit 13 % nicht besonders beliebt. Bevorzugt werden Graswege (46 %), Trampelpfade (55 %) und wechselnder Wege-Untergrund (64 %). Die abwechslungsreiche Natur des Harzes mit 89 % spielt bei den Kriterien für eine gelungene Wanderung die Hauptrolle, gefolgt von gut beschilderten Wanderwegen (83 %), ausreichend Ruhebänken und Schutzhütten (54 %), Wander- und Ausflugslokalen im Wegeverlauf (52 %), „optimaler Fernsicht“ mit 48 %, „kulturellen Sehenswürdigkeiten“ mit 37 %, „wanderfreundlicher Unterkunft“ (33 %) und „Anschluss an den ÖPNV“ (26 %). Weitere Kriterien sind „kräftige Steigungen“ (16 %), „ebener Wegeverlauf“ (13 %) und „Begleitung durch ausgebildete Wanderführer/ NLP-Ranger“ (9 %).

Was bewegt?
Fast alle (92 %) der befragten Wanderer und Wanderinnen wollen zuallererst die Natur erleben und genießen. 79 % haben das Bedürfnis nach Aktivität und wollen etwas für die Gesundheit tun. Die Stempelstellen der Harzer Wandernadel sind bei 37 % der Befragten ebenso beliebt wie das Erleben der Region und der Harzer Traditionen. Stille erfahren und zu sich selbst finden, sind für 35 % das Hauptmotiv zu wandern, während 30 % das Erleben in der Gruppe bevorzugen. Immerhin 28 % interessieren sich für die Wildnisentwicklung im Nationalpark oder wollen den Nationalpark Harz erleben. Das UNESCO-Welterbe im Harz war nur für 13 % der Wanderer ausschlaggebend..

Der Harz - im Vergleich gut!
54 % der Befragten sehen im Harz keinen Unterschied zu anderen Wander-Destinationen. 31 % sehen den Harz sogar im Vorteil - die wichtigsten Gründe: sehr gute Beschilderung, schnelle Erreichbarkeit der Region. Als weitere Vorteile wurden genannt: höchster Wald im Norden, abwechslungsreich, gute Wanderkarten, nette Menschen, Harzer Wandernadel, Harzklubregion (was den Harzklub selbstverständlich besonders freut).
Lediglich 8 % sehen den Harz im Nachteil - Begründungen:
Unterkünfte z.T. nicht an Bedarf angepasst, HATIX fehlt im Westharz, Rad- und Wanderwege nicht getrennt, Stempeltouristen, zu viele Borkenkäfer, kaum Wandervorschläge, ÖPNV unzureichend, zugewachsene oder zerfahrene Wanderwege. Die Frage nach der bevorzugten Wandergegend im Harz ergab eine breite Verteilung der Antworten über den gesamten Harz, am häufigsten genannt wurden Brocken, Hochharz und Oberharz.

Fazit
Dr. Oliver Junk, Präsident des Harzklubs, freut sich über die Gesamtbewertung der Befragung: “Die Ergebnisse zeigen, dass der Harz als Wanderregion den Bedürfnissen der Wanderinnen und Wanderer im Wesentlichen gerecht wird. Was mich natürlich besonders freut: Die überdurchschnittlich gute Beschilderung der Wanderwege wird von den Nutzern anerkannt, ganz offensichtlich zahlt sich die Arbeit unserer aktiven Vereinsmitglieder vor Ort aus. Diese Arbeit sollten wir also auch weitestgehend in unserer Hand behalten.”

Der aktuell noch größte Teil der Befragten scheint eher zu “konservativem Wanderverhalten” zu neigen, doch die modernen Medien werden sich nach und nach durchsetzen. Was alle Verantwortlichen zum Nachdenken anregen sollte, ist der vielfach geäußerte Wunsch nach einer besseren Ausstattung der Wege mit Ruhebänken und Schutzhütten oder nach dem Erhalt der Wander- und Ausflugslokale.

Dr. Oliver Junk: “Damit der Harz als Wanderregion auch künftig attraktiv bleibt bzw. seine Beliebtheit noch steigert, ist die weitere enge Zusammenarbeit all derer, die sich dem Erhalt und der Pflege des Harzes widmen, selbstverständlich weiterhin sinnvoll. Wir bedanken uns an dieser Stelle ausdrücklich bei allen, die an dieser Studie beteiligt waren.”

Top 50% +
  • 92 % wollen Natur erleben und genießen
  • 89 % schätzen besonders die abwechslungsreiche Natur
  • 83 % entscheiden sich für gut beschilderte Wanderwege
  • 79 % der Harzwanderer und Harzwanderinnen wandern regelmäßig
  • 78 % orientieren sich an der Beschilderung
  • 74 % der Teilnehmer an der Studie gehören nicht dem Harzklub an
  • 70% bereiten sich mit dem Studium von Wanderkarten vor
  • 66 % bevorzugen Rundwanderungen
  • 66 % der Wanderer kommen aus dem Bereich der Postleitzahl 3
  • 64 % möchten wechselnden Wege-Untergrund
  • 63 % orientieren sich während der Wanderung an Wanderkarten
  • 57 % lesen die Info-Tafeln im Wegeverlauf
  • 55 % wandern gern auf Trampelpfaden
  • 54 % wünschen sich ausreichend Ruhebänke und Schutzhütten
  • 54 % geben an, der Harz schneidet im Vergleich zu anderen Wanderregionen gleich ab
  • 52 % hätten gern Wander- und Ausflugslokale im Wegeverlauf
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