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Di, 06:09 Uhr
18.09.2018
nnz-Forum:

Schädigt der Steinbruch umliegende Wälder?

Nicht nur die Erschütterungen durch die Sprengungen sollten im Alten Stolberg untersucht werden. Der trockenste mitteldeutsche Sommer seit Aufzeichnungsbeginn zeigt auch mögliche lokalklimatische Auswirkungen des immer größer werdenden Knaufschen Steinbruchs auf. Ist Bodo Schwarzberg überzeugt...

Sind umliegende Wälder geschädigt? (Foto: B. Schwarzberg) Dürregeschädigte Rot-Buchen in Steinbruchnähe (aktuell bei Stempeda). Verstärkt der riesige Steinbruch derartige Effekte?

Schauen Sie sich die Buchenwälder in Steinbruchnähe an: Der Anteil der Bäume mit einem besonders hohen Grad an Dürreschäden (Bäume mit schon im Spätsommer braunen Blättern) ist je nach Geländesituation in Steinbruchnähe zumindest stellenweise deutlich größer, als in weiter entfernten Waldregionen. Zwar gibt es derzeit auch außerhalb äußerlich schwer geschädigte Bäume, eine stärkere Tendenz aber scheint rein optisch in Steinbruchnähe gegeben zu sein.

An einigen Stellen sind dort auch, das ist auffallend, große, ausgewachsene Buchen betroffen, die ansonsten eher weniger Trockenschäden zeigen.

Es steht zu befürchten, dass der immer weiter wachsende Steinbruch das Lokalklima in den umgebenden Wäldern des Naturschutzgebietes Alter Stolberg in einer Art verändert, dass es in seiner Schutzfunktion beeinträchtigt werden könnte. Einige im Naturschutzgebiet liegende Täler sind regelrechte Feuchteinseln. Es sollte daher auch untersucht werden, inwieweit der wachsende Steinbruch den Wasserhaushalt in diesen Tälern beeinträchtigt.

Das sind nur Vermutungen, die aber dringend von unabhängiger Seite auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu untersuchen bzw. zu konkretisieren sind, bevor Knauf den Alten Stolberg quasi weiter in Hälften teilen kann. Hierfür sollten sich nicht nur Dirk Adams stark machen sondern auch unsere Kommunalpolitiker sowie die Bürger.

Gerade angesichts des Klimawandels müsste der Erhaltung und Förderung unserer Wälder eine ganz neue Bedeutung beigemessen werden. Flächige Rodungen naturnaher Wälder, wie wir sie wahrscheinlich in wenigen Wochen im Hambacher Forst erleben müssen, und welche auch im Alten Stolberg nach und nach geschehen, stehen im Widerspruch zu dem, was für unseren Wohlstand uns unsere Existenz geboten erscheint.
Bodo Schwarzberg
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare

18.09.2018, 10.20 Uhr
Zukunft | Hitze
Das wird ja immer obskurer, was Herr Schwarzberg hier ablässt. Da wird von einem Jahrhundert-Sommer mit noch nie ausgesprägte Dürre sprechen, kann das garnicht nachgewiesen werden. Es ist das verzweifelte Hangeln nach Argumenten gegen das Knauf-Vorhaben.
18.09.2018, 19.46 Uhr
M.Bergmann | Der Steinbruch schädigt nicht nur die Wälder
Er schädigt im Verbund mit den anderen Steinbrüchen unsere gesamte Region. Das sieht nicht nur elendig aus was dort passiert, es bleibt auch als Schandfleck ewig erhalten. Und das alles wofür? Für 75 Arbeitsplätze im Landkreis Nordhausen. Vergleichbar mit einem mittleren Autohaus.

Bodo Schwarzberg polarisiert. Er senst selber zukünftige Wälder ab. Aber er legt den Finger genau in die richtige Wunde. Gipsindustrie im Verbund mit lokaler Politik und -Presse erzählen den Menschen, dass man diese Heimatzerstörung hinnehmen müßte, weil das ja Arbeitsplätze bringt. Fragt sich nur für wen, für die betroffenen Anwohner jedenfalls kaum merkbar. Die Gewinne landen bei Anderen.
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