Di, 06:34 Uhr
27.03.2018
Kinder und Parlamentarier pflanzen gemeinsam
Die Natur fragt nicht nach dem Parteibuch
500 Edelkastanien und 50 Douglasien kamen am Tag des Waldes bei Ziemendorf in den Waldboden. Doch weshalb Edelkastanien? Wären Traditionsbäume wie Buchen und Fichten oder gar die deutsche Eiche nicht passender gewesen? Eher nicht, erklärte Katja Döge...
Kinder und Erwachsene beim Pflanzen von 550 Bäumen. (Foto: J. Miche)
Die Forstamtsleiterin begründete die Wahl der Esskastanie und der Douglasie mit den sich anbahnenden Klimaveränderungen. Die jüngsten Stürme und deren Folgen hätten deutlich gezeigt, worauf es künftig ankommt: auf Bäume, welche die neuen klimatischen und Wasser-Verhältnisse besser verkraften als traditionelle Baumarten.
Zur großen Pflanzaktion in unmittelbarer Nähe des Arendsees hatte die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) zahlreiche Kindergarten- und Grundschulkinder sowie die Landtagsabgeordneten von Sachsen-Anhalt eingeladen. Hier sollte ein Zeichen gesetzt werden, das in Richtung Zukunft deutet: Es gebe keinen Grund, Angst vor klimatischen Veränderungen zu haben, man müsse sich ihnen nur stellen und entsprechende Maßnahmen ergreifen, lautet die Botschaft der Baumexperten.
So wurden also im Rahmen eines fröhlichen Events 550 Bäume gepflanzt. Bevor es an die Arbeit ging, gab es kurze Ansprachen und Jagdhornsignale sowie ein kleines Kulturprogramm der Kinder und ihrer Erzieherinnen von der Tagesstätte Schwalbennest aus Groß Garz. An sie insbesondere wandte sich Robert Klose, Landeschef der SDW: Sie werden diejenigen sein, die die Bäume noch in ihrem ausgewachsenen Zustand erleben können.
Ein Großteil der Pflanzlöcher war vorbereitet worden, so dass es beim Setzen der Ruten viel mehr waren die Bäume noch nicht flott voran ging.
Das mediale Interesse an der Aktion war groß, denn immerhin sollte sie nicht nur auf Klimaveränderungen aufmerksam, sondern in erster Linie Mut machen, Herausforderungen anzunehmen, wie Katja Döge unterstrich. Dem schloss sich die Landtagsabgeordnete Lydia Funke (AfD) an, als sie betonte: Hier geschieht genau das Richtige. Forstleute haben glücklicherweise meist große Weitsicht vermutlich deshalb, weil sie eh wissen: Ihre Saat ernten einmal künftige Generationen. Sie müssen also genau die Zeichen der Zeit erkennen und entsprechend reagieren. Dann haben unser Land und seine Menschen auch in Zukunft gesunde Wälder.Landtagsabgeordneter Jens Diederichs (CDU-Fraktion, parteilos), der sich im Landkreis Mansfeld-Südharz auf vielfältige Weise umweltpolitisch einbringt, brachte im Gespräch mit SDW-Chef Klose seinen inzwischen legendären Spruch: Die Natur fragt nicht nach dem Parteibuch. Die Frage eines Forstmannes an Diederichs, ob er aus dem Landtag auch Abgeordnete der Grünen mitgebracht habe, verneinte dieser. Augenzwinkernd stellte Diederichs eine Gegenfrage: Ist der Wald nicht grün genug? Mehr politische Debatte verkniffen sich die Anwesenden jedoch.
In der Tat waren nur AfD- und CDU-Abgeordnete vor Ort. Dritter Parlamentarier in der Runde war Carsten Borchert (CDU-Fraktion). Der stellvertretende Ausschussvorsitzende für Umwelt und Energie gehörte zu den Mitinitiatoren des Tages des Waldes und der wegweisenden Baumpflanzaktion. Er wies darauf hin, dass die Anpassung der Baumsorten an sich verändernde klimatische Bedingungen auch eine wirtschaftliche Seite habe. So müssten Waldbesitzer in Zukunft weniger Angst vor Windbruch und sonstigen Verlusten haben.
Teil der Pflanzaktion war eine Besichtigung von Waldstellen, in denen die jüngsten Stürme besonders viel Schaden angerichtet hatten. Hier war bereits schwere Technik im Einsatz bei der Aufarbeitung des Windbruchs.
Jochen Miche
Autor: red
Kinder und Erwachsene beim Pflanzen von 550 Bäumen. (Foto: J. Miche)
Die Forstamtsleiterin begründete die Wahl der Esskastanie und der Douglasie mit den sich anbahnenden Klimaveränderungen. Die jüngsten Stürme und deren Folgen hätten deutlich gezeigt, worauf es künftig ankommt: auf Bäume, welche die neuen klimatischen und Wasser-Verhältnisse besser verkraften als traditionelle Baumarten.
Zur großen Pflanzaktion in unmittelbarer Nähe des Arendsees hatte die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) zahlreiche Kindergarten- und Grundschulkinder sowie die Landtagsabgeordneten von Sachsen-Anhalt eingeladen. Hier sollte ein Zeichen gesetzt werden, das in Richtung Zukunft deutet: Es gebe keinen Grund, Angst vor klimatischen Veränderungen zu haben, man müsse sich ihnen nur stellen und entsprechende Maßnahmen ergreifen, lautet die Botschaft der Baumexperten.
So wurden also im Rahmen eines fröhlichen Events 550 Bäume gepflanzt. Bevor es an die Arbeit ging, gab es kurze Ansprachen und Jagdhornsignale sowie ein kleines Kulturprogramm der Kinder und ihrer Erzieherinnen von der Tagesstätte Schwalbennest aus Groß Garz. An sie insbesondere wandte sich Robert Klose, Landeschef der SDW: Sie werden diejenigen sein, die die Bäume noch in ihrem ausgewachsenen Zustand erleben können.
Ein Großteil der Pflanzlöcher war vorbereitet worden, so dass es beim Setzen der Ruten viel mehr waren die Bäume noch nicht flott voran ging.
Das mediale Interesse an der Aktion war groß, denn immerhin sollte sie nicht nur auf Klimaveränderungen aufmerksam, sondern in erster Linie Mut machen, Herausforderungen anzunehmen, wie Katja Döge unterstrich. Dem schloss sich die Landtagsabgeordnete Lydia Funke (AfD) an, als sie betonte: Hier geschieht genau das Richtige. Forstleute haben glücklicherweise meist große Weitsicht vermutlich deshalb, weil sie eh wissen: Ihre Saat ernten einmal künftige Generationen. Sie müssen also genau die Zeichen der Zeit erkennen und entsprechend reagieren. Dann haben unser Land und seine Menschen auch in Zukunft gesunde Wälder.Landtagsabgeordneter Jens Diederichs (CDU-Fraktion, parteilos), der sich im Landkreis Mansfeld-Südharz auf vielfältige Weise umweltpolitisch einbringt, brachte im Gespräch mit SDW-Chef Klose seinen inzwischen legendären Spruch: Die Natur fragt nicht nach dem Parteibuch. Die Frage eines Forstmannes an Diederichs, ob er aus dem Landtag auch Abgeordnete der Grünen mitgebracht habe, verneinte dieser. Augenzwinkernd stellte Diederichs eine Gegenfrage: Ist der Wald nicht grün genug? Mehr politische Debatte verkniffen sich die Anwesenden jedoch.
In der Tat waren nur AfD- und CDU-Abgeordnete vor Ort. Dritter Parlamentarier in der Runde war Carsten Borchert (CDU-Fraktion). Der stellvertretende Ausschussvorsitzende für Umwelt und Energie gehörte zu den Mitinitiatoren des Tages des Waldes und der wegweisenden Baumpflanzaktion. Er wies darauf hin, dass die Anpassung der Baumsorten an sich verändernde klimatische Bedingungen auch eine wirtschaftliche Seite habe. So müssten Waldbesitzer in Zukunft weniger Angst vor Windbruch und sonstigen Verlusten haben.
Teil der Pflanzaktion war eine Besichtigung von Waldstellen, in denen die jüngsten Stürme besonders viel Schaden angerichtet hatten. Hier war bereits schwere Technik im Einsatz bei der Aufarbeitung des Windbruchs.
Jochen Miche


