Di, 14:57 Uhr
09.05.2017
Biosphärenreservat Karstlandschaft
In Geschichte eingetaucht
Die Stadt Allstedt besitzt mit dem Schloss, dem Rathaus und der Wigbertikirche noch drei authentische Orte aus der Zeit vor 500 Jahren, wo Thomas Müntzer als Pfarrer gewirkt hat.
Die 28. Tour Geschichte erleben im Biosphärenreservat, veranstaltet vom Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz und dem Heimat- und Geschichtsverein Goldene Aue, ging diesen Spuren auf dem Müntzer-Weg nach. Knapp zwei Dutzend interessierte Personen ließen sich dabei von Gästeführerin Sonja Becker mit auf eine zeitgeschichtliche Reise in die Vergangenheit nehmen.
In den Gewölben des Rathauses traf sich Müntzer ab Sommer 1523 mit den Mitgliedern des von ihm dort gegründeten geheimen Allstedter Bundes. Heute ist dort eine Gaststätte etabliert. Seine Predigtkirche war die Sankt-Johannis-Kirche in der Neustadt. Hier hielt Müntzer bereits im Jahre 1523 seine ersten Gottesdienste in deutscher Sprache ab. Der Zulauf war enorm, tausende Bürger sollen aus der ganzen Region nach Allstedt gekommen sein. Der damalige Bau wurde beim Stadtbrand 1657 mit zerstört und in den folgenden Jahren an gleicher Stelle eine neue Kirche gebaut. Den Taufstein benutzte wohl auch Thomas Müntzer. Mehr erinnert hier nicht an seine Zeit. Lediglich eine unscheinbare Gedenktafel an der Nordwand zeigt an, dass er an diesem Ort gepredigt hat.
Gästeführerin Sonja Becker (rechts) nahm die Teilnehmer der 28. Tour Geschichte erleben im Biosphärenreservat mit auf einen Zeitreise auf dem Thomas-Müntzer-Weg in der Stadt Allstedt. Foto: Heinz Noack
Mit großem Interesse verfolgten die Teilnehmer die Ausführungen von Sonja Becker. Sie wusste viele interessante Details aus dieser Zeit zu berichten.
Eine weitere wichtige Station auf dem Müntzer-Weg ist die ehemalige Wigbertikirche, der sogenannte Dom. Hier wirkte damals der Pfarrer Simon Haferitz. Er soll literarischen Überlieferungen nach auch die entlaufene Nonne Ottilie von Gersen versteckt haben. Sie heiratete später Thomas Müntzer. Im Turm wurde bereits 1974 eine Thomas-Müntzer-Gedenkstätte eingerichtet. Die heutige Ausstattung ist einer anderen Zeit und anderen Themen gewidmet. Aus der ehemaligen Glockenstube hat man einen schönen Blick über die Dächer der Stadt.
Der Thomas-Müntzer-Weg in der Stadt Allstedt ist eine sehr gute touristische Einrichtung. Es bietet sich auch eine Kooperation mit dem Museum in der Stadt Stolberg, dem Geburtsort von Thomas Müntzer und den Einrichtungen in der Stadt Bad Frankenhausen im benachbarten Freistaat Thüringen an.


Autor: mshDie 28. Tour Geschichte erleben im Biosphärenreservat, veranstaltet vom Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz und dem Heimat- und Geschichtsverein Goldene Aue, ging diesen Spuren auf dem Müntzer-Weg nach. Knapp zwei Dutzend interessierte Personen ließen sich dabei von Gästeführerin Sonja Becker mit auf eine zeitgeschichtliche Reise in die Vergangenheit nehmen.
In den Gewölben des Rathauses traf sich Müntzer ab Sommer 1523 mit den Mitgliedern des von ihm dort gegründeten geheimen Allstedter Bundes. Heute ist dort eine Gaststätte etabliert. Seine Predigtkirche war die Sankt-Johannis-Kirche in der Neustadt. Hier hielt Müntzer bereits im Jahre 1523 seine ersten Gottesdienste in deutscher Sprache ab. Der Zulauf war enorm, tausende Bürger sollen aus der ganzen Region nach Allstedt gekommen sein. Der damalige Bau wurde beim Stadtbrand 1657 mit zerstört und in den folgenden Jahren an gleicher Stelle eine neue Kirche gebaut. Den Taufstein benutzte wohl auch Thomas Müntzer. Mehr erinnert hier nicht an seine Zeit. Lediglich eine unscheinbare Gedenktafel an der Nordwand zeigt an, dass er an diesem Ort gepredigt hat.
Gästeführerin Sonja Becker (rechts) nahm die Teilnehmer der 28. Tour Geschichte erleben im Biosphärenreservat mit auf einen Zeitreise auf dem Thomas-Müntzer-Weg in der Stadt Allstedt. Foto: Heinz Noack
Mit großem Interesse verfolgten die Teilnehmer die Ausführungen von Sonja Becker. Sie wusste viele interessante Details aus dieser Zeit zu berichten.
Eine weitere wichtige Station auf dem Müntzer-Weg ist die ehemalige Wigbertikirche, der sogenannte Dom. Hier wirkte damals der Pfarrer Simon Haferitz. Er soll literarischen Überlieferungen nach auch die entlaufene Nonne Ottilie von Gersen versteckt haben. Sie heiratete später Thomas Müntzer. Im Turm wurde bereits 1974 eine Thomas-Müntzer-Gedenkstätte eingerichtet. Die heutige Ausstattung ist einer anderen Zeit und anderen Themen gewidmet. Aus der ehemaligen Glockenstube hat man einen schönen Blick über die Dächer der Stadt.
Der Thomas-Müntzer-Weg in der Stadt Allstedt ist eine sehr gute touristische Einrichtung. Es bietet sich auch eine Kooperation mit dem Museum in der Stadt Stolberg, dem Geburtsort von Thomas Müntzer und den Einrichtungen in der Stadt Bad Frankenhausen im benachbarten Freistaat Thüringen an.


