Do, 10:03 Uhr
09.03.2017
Helios-Klinik Eisleben
Tipps zum richtigen Fasten
Die christliche Tradition des Fastens nehmen auch viele Nichtgläubige zum Anlass, die eigenen Essgewohnheiten auf den Prüfstand zu stellen.
Ob die über die Winterzeit angelegten Pfunde zu reduzieren oder der Wunsch für sich und seinen Körper etwas Gutes tun - für das Fasten gibt es viele Gründe. Cornelia Wagner, Diätassistentin und Küchenleiterin der Helios-Klinik Lutherstadt Eisleben und Hettstedt gibt dazu Auskunft.
Was ist Fasten eigentlich?
Fasten ist der freiwillige, bewusste Verzicht auf feste Nahrung, welches den Körper aber auch den Geist mit einbezieht. Es gibt sehr verschiedene Gründe zu fasten. Genau so gibt es verschiedene Auffassungen, wie man Fasten verstehen kann. Zuletzt ist es immer eine ganz persönliche Angelegenheit, die man auch jedes Mal anders erleben kann.
Fasten ist sehr alt und gehört eigentlich zum Leben des Menschen. Schon die Jäger und Sammler erlebten Zeiten, wenn auch nicht freiwillig, in dem sie auf Nahrung verzichten mussten. So ist unser Körper durchaus angepasst für einige Zeit des Nichtessens.
Schon in der Antike setzte man Fastenkuren zu Heilzwecken ein. Im religiösen Bereich dient sie der Buße, der Erleuchtung, der Besinnung auf das Wesentliche.
Im vorigen Jahrhundert wurde dann das Heilfasten, also der Verzicht auf Nahrung zur Reinigung und Entschlackung des Körpers, auch wissenschaftlich untersucht (Buchinger, Lützner, Pollmer). Sie zeigten den günstigen Effekt vor allem bei Stoffwechselerkrankungen, Adipositas, Rheumatischen Erkrankungen, Allergien und vielen anderen.
Es gibt unterschiedliche Kuren. Für welche soll ich mich denn entscheiden?
Ja es gibt unterschiedliche Methoden mit Tee, Säften, Molke oder sogar Obst. Der wichtigste Schritt für ein erfolgreiches Fasten ist aber zuerst zu überlegen, wofür will ich das machen, was möchte ich erreichen, bin ich bereit auf meinen Körper zu hören und mich damit zu beschäftigen. Ich sollte es nicht als Verzicht sehen sondern als Bereicherung, eine Erfahrung, die mir gut tut. Danach sollte ich mich über die unterschiedlichen Möglichkeiten informieren und sehen, was zu mir passt. Hierzu gehört es auch zu schauen, ob für mich eine Gruppe hilfreich ist. Auch das Umfeld muss stimmen. Ich muss mir Ruhe gönnen und Zeit für Entspannung und Bewegung nehmen können.
Gibt es eine gute Zeit zum Fasten?
Eigentlich kann man immer Fasten, aber das Frühjahr ist sehr günstig. Es wird wieder wärmer (beim Fasten kann man frieren) und der Körper ist dankbar für die Unterstützung, nach der langen Winterzeit mit meist reichlicher Ernährung und weniger Bewegung die Fettdepots und Schlackestoffe auszuscheiden.
Wie lange sollte man fasten?
Ohne ärztliche Begleitung nicht länger als eine Woche. Bei gesundheitlichen Beeinträchtigungen sollte ich immer vorher mit dem Arzt sprechen, ob es Bedenken dagegen gibt.
Wie läuft das Fasten ab?
Schon vor dem eigentlichen Fasten sollte man zwei bis drei Tage auf leichte Kost (wenig Fleisch, dafür Obst, Gemüse, Milch- und Getreideprodukte) umsteigen. Am ersten Fastentag ist das Wichtigste die Darmentleerung mit Glaubersalz, einem Klistier oder Ähnlichem. Dann gibt es Tee, Wasser, verdünnte Gemüse- oder Obstsäfte - bei manchen Kuren Molke oder frische Kräutersäfte. Es werden ca. drei Liter getrunken. Auch Abführmaßnahmen aller zwei Tage gehören zu den meisten Kuren dazu.
Nach den Fastentagen ist das Fastenbrechen genauso wichtig, das bewusste Genießen des ersten Bisses, meist eines Apfels. Danach kommen auch noch drei bis fünf Aufbautage mit leichter Kost wie zur Vorbereitung. Hier ist eine günstige Gelegenheit gleich mit der Ernährungsumstellung auf eine gesündere Kost zu beginnen.
Sie selbst habe schon einmal drei Wochen gefastet und tun dies auch jetzt ab und zu für einige Tage. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
Ich fühle mich danach immer besser. Vor allem komme ich zur Ruhe, zu mir selbst. Und – ich habe seither weniger Magenprobleme.
Autor: mshOb die über die Winterzeit angelegten Pfunde zu reduzieren oder der Wunsch für sich und seinen Körper etwas Gutes tun - für das Fasten gibt es viele Gründe. Cornelia Wagner, Diätassistentin und Küchenleiterin der Helios-Klinik Lutherstadt Eisleben und Hettstedt gibt dazu Auskunft.
Was ist Fasten eigentlich?
Fasten ist der freiwillige, bewusste Verzicht auf feste Nahrung, welches den Körper aber auch den Geist mit einbezieht. Es gibt sehr verschiedene Gründe zu fasten. Genau so gibt es verschiedene Auffassungen, wie man Fasten verstehen kann. Zuletzt ist es immer eine ganz persönliche Angelegenheit, die man auch jedes Mal anders erleben kann.
Fasten ist sehr alt und gehört eigentlich zum Leben des Menschen. Schon die Jäger und Sammler erlebten Zeiten, wenn auch nicht freiwillig, in dem sie auf Nahrung verzichten mussten. So ist unser Körper durchaus angepasst für einige Zeit des Nichtessens.
Schon in der Antike setzte man Fastenkuren zu Heilzwecken ein. Im religiösen Bereich dient sie der Buße, der Erleuchtung, der Besinnung auf das Wesentliche.
Im vorigen Jahrhundert wurde dann das Heilfasten, also der Verzicht auf Nahrung zur Reinigung und Entschlackung des Körpers, auch wissenschaftlich untersucht (Buchinger, Lützner, Pollmer). Sie zeigten den günstigen Effekt vor allem bei Stoffwechselerkrankungen, Adipositas, Rheumatischen Erkrankungen, Allergien und vielen anderen.
Es gibt unterschiedliche Kuren. Für welche soll ich mich denn entscheiden?
Ja es gibt unterschiedliche Methoden mit Tee, Säften, Molke oder sogar Obst. Der wichtigste Schritt für ein erfolgreiches Fasten ist aber zuerst zu überlegen, wofür will ich das machen, was möchte ich erreichen, bin ich bereit auf meinen Körper zu hören und mich damit zu beschäftigen. Ich sollte es nicht als Verzicht sehen sondern als Bereicherung, eine Erfahrung, die mir gut tut. Danach sollte ich mich über die unterschiedlichen Möglichkeiten informieren und sehen, was zu mir passt. Hierzu gehört es auch zu schauen, ob für mich eine Gruppe hilfreich ist. Auch das Umfeld muss stimmen. Ich muss mir Ruhe gönnen und Zeit für Entspannung und Bewegung nehmen können.
Gibt es eine gute Zeit zum Fasten?
Eigentlich kann man immer Fasten, aber das Frühjahr ist sehr günstig. Es wird wieder wärmer (beim Fasten kann man frieren) und der Körper ist dankbar für die Unterstützung, nach der langen Winterzeit mit meist reichlicher Ernährung und weniger Bewegung die Fettdepots und Schlackestoffe auszuscheiden.
Wie lange sollte man fasten?
Ohne ärztliche Begleitung nicht länger als eine Woche. Bei gesundheitlichen Beeinträchtigungen sollte ich immer vorher mit dem Arzt sprechen, ob es Bedenken dagegen gibt.
Wie läuft das Fasten ab?
Schon vor dem eigentlichen Fasten sollte man zwei bis drei Tage auf leichte Kost (wenig Fleisch, dafür Obst, Gemüse, Milch- und Getreideprodukte) umsteigen. Am ersten Fastentag ist das Wichtigste die Darmentleerung mit Glaubersalz, einem Klistier oder Ähnlichem. Dann gibt es Tee, Wasser, verdünnte Gemüse- oder Obstsäfte - bei manchen Kuren Molke oder frische Kräutersäfte. Es werden ca. drei Liter getrunken. Auch Abführmaßnahmen aller zwei Tage gehören zu den meisten Kuren dazu.
Nach den Fastentagen ist das Fastenbrechen genauso wichtig, das bewusste Genießen des ersten Bisses, meist eines Apfels. Danach kommen auch noch drei bis fünf Aufbautage mit leichter Kost wie zur Vorbereitung. Hier ist eine günstige Gelegenheit gleich mit der Ernährungsumstellung auf eine gesündere Kost zu beginnen.
Sie selbst habe schon einmal drei Wochen gefastet und tun dies auch jetzt ab und zu für einige Tage. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
Ich fühle mich danach immer besser. Vor allem komme ich zur Ruhe, zu mir selbst. Und – ich habe seither weniger Magenprobleme.
