Mo, 21:29 Uhr
20.06.2016
Sparkasse gibt Selbsthilfegruppen 999,99 Euro
Schnapszahl war keine Schnapsidee
Heide Böland (rechts) empfängt für ihre Selbsthilfegruppe Multiple Sklerose aus Sangerhausen von Landrätin Dr. Angelika Klein einen Spendenscheck. Der Hauptorganisator der Benefizgala und mit begeistertem Applaus belohnte Mitgestalter Götz Schneegaß gratulierte. (Foto: Jochen Miche)
Die Zeit seit der Benefizgala am 27. Mai dieses Jahres hatten Interessierte nutzen können, um noch eine Spende auf das Konto bei der Sparkasse Mansfeld-Südharz einzahlen zu können. Die Sparkasse selbst hatte sich erneut großzügig gezeigt und 999,99 Euro überwiesen. Was nach einer Schnapszahl klingt, war zumindest keine Schnapsidee, denn, so Landrätin Dr. Angelika Klein (Partei Die Linke): Als Landkreis dürfen wir keine höhere Einzelspende annehmen, ohne den Kreistag in die Entscheidung mit einzubeziehen. Aber bis zur nächsten Sitzung des Kreistages am Mittwoch wollte ich nicht warten, dann hätten wir auch die Selbsthilfegruppen noch länger warten lassen müssen.
Aufstellen zum Gruppenfoto. Ein fröhlicher Moment. Doch: Wo soll man hinschauen, wenn auf der anderen Seite vier Fotografen auf das schönste Lächeln ihrer Modelle warten? (Foto: Jochen Miche)
Inklusive der Sparkassenspende waren 4.559,99 Euro zusammengekommen. Jeweils 100 Euro, also insgesamt 600 Euro waren den bedachten Selbsthilfegruppen bereits in den zurückliegenden Wochen zugeflossen – quasi als Ankündigung von mehr. Die Landrätin erklärte, die Gesamtsumme sei so aufgeteilt worden, dass auf jedes Mitglied einer Selbsthilfegruppe derselbe Anteil falle. So erhielt die Selbsthilfegruppe Multiple Sklerose aus Sangerhausen (53 Mitglieder) 1.227,11 Euro, Aphasie im Mansfelder Land (42 Mitglieder) 972,72 Euro, Restless-Legs-Syndrom aus Mansfeld (22 Mitglieder) 509,52 Euro, die Tanzgruppe Das tanzende Mosaik des Klubs der Behinderten Hettstedt (14 Mitglieder) 324,24 Euro, Diabetiker aus Eisleben (21 Mitglieder) 486,36 Euro und die Wohngruppe des Wohnheims der Lebenshilfe Mansfelder Land in Hergisdorf (19 Bewohner) 440,04 Euro.
Für Schmunzeln sorgte Dr. Kleins an die Übungsleiterin des Tanzenden Mosaiks, Christine Nemella, gerichtete Bemerkung: Ich hatte bei Ihrem Auftritt den Eindruck, Sie sind viel mehr. Der Cheforganisator der 10. Benefizgala, Götz Schneegaß, hatte eine Erklärung für das Phänomen. Er meinte, an die Tänzerinnen gewandt: Sie haben mit Ihren Tänzen die Bühne eben gut ausgefüllt. Schneegaß, der auch als Sänger das Benefizkonzert mitgestaltet hatte, erklärte: Ich freue mich so sehr für Sie, die Selbsthilfegruppen, dass wir einen so beträchtlichen Betrag zusammenbekommen haben.
An diesem Erfolg haben laut Schneegaß viele Menschen einen Anteil. Neben anderen würdigte er die Mitarbeiter der Kreisverwaltung, aber auch die Mitwirkenden. Hier dankte er insbesondere dem OB a.D. Fritz-Dieter Kupfernagel. Der frühere Sangerhäuser Oberbürgermeister brillierte in der Benefizgala als Sänger sowie mit seinem schauspielerischen Talent und Humor. Auch er war heute gekommen, um den Vertretern der Selbsthilfegruppen zu den Spenden zu gratulieren. Ihm wie überhaupt den Künstlern und Mitgestaltern der Benefizgala galt ein Kompliment, das der Leiter der Eisleber Diabetiker-Selbsthilfegruppe, Ulrich Bennemann, sagte: Das war eine wirklich großartige Veranstaltung. Sie hat jedem etwas geboten. Ich weiß genau, dass ich zur nächsten Benefizgala auch dann gehen werde, wenn andere Selbsthilfegruppen eine Spende bekommen. Auch er dankte den Organisatoren und Akteuren und blieb nicht allein mit dem Bedauern, dass der Veranstaltungsort, der Ludowingersaal der Kreismusikschule Carl Christian Agthe in Sangerhausen, bei der Gala nicht bis auf den letzten Platz besetzt gewesen war. Dennoch überwog heute die Freude über die Spenden, und sie erhielt noch weiteren Anschub beim fröhlichen Gedränge während des Familienfotos auf der Treppe im Landratsamt.
Jochen Miche