Mo, 23:56 Uhr
30.05.2016
Feuerwehreinsatz in Hettstedt
Wohnhaus in der Hohen Straße brennt
Himmel, was für ein Himmel! Was über den Dächern schwebt, ist kein Rauch, sondern sind Wolken. (Foto: Jochen Miche)
Innerhalb der nächsten Minuten waren weitere Feuerwehren mit Fahrzeugen und Mannschaften vor Ort: die Kameraden aus Hettstedt/Burgörner, aus Walbeck, Wiederstedt und Quenstedt. Die Polizei traf ein und sperrte die Straße, was zuvor Kameraden der Feuerwehr getan hatten. Fahrzeuge und Fachleute des Rettungsdienstes kamen und warteten auf die erlösende Auskunft zu der Frage: Sind Personen im brennenden Haus?
Flammen schlagen aus zwei Fenstern eines seit Jahren leerstehenden Gebäudes in Hettstedt. Wenig später treffen die ersten Feuerwehren vor Ort ein und bekämpfen den Brand. Das Übergreifen der Flammen auf das Nachbarhaus kann verhindert werden. (Foto: Stefan Miche)
Diese Frage konnten die Feuerwehrleute etwa eine Stunde nach Beginn des Einsatzes in der Straße, die in Richtung Gerbstedt führt, beantworten. Zuvor hatten mehrere Feuerwehrmänner in voller Montur im Haus mit Atemschutzgerät und entsprechender Schutzbekleidung den Brand bekämpft sowie das Haus durchsucht und schließlich festgestellt: Es befinden sich keine geschädigten Personen im Gebäude.
In dem Wohn- und Geschäftshaus befand sich nach der Wende bis vor etwa zehn Jahren eine Pizzeria. Die Teigprodukte waren legendär: Sie galten als die besten in Hettstedt. Das Problem dieser Pizzeria war von Anfang an ihr Standort gewesen, der sich nur wenige Meter von der am stärksten befahrenen Kreuzung Hettstedts, direkt an einem Berg befand, wo die Fahrzeuge noch einmal richtig Gas geben, Lärm und Dreck verursachen. Zudem gab es direkt vor dem Haus keine Parkplätze. Überdies wirkte das gesichts- und symmetrielose Gebäude nie sonderlich einladend.
Mit der Hettstedter Feuerwehrleiter kann jedes Haus der Wipperstadt auch von oben gelöscht werden. Der Wasserstrahl zielt genau auf einen Brandherd im Haus. (Foto: Jochen Miche)
Nachdem der Pizzabäcker mit seiner Familie weggegangen war, wurde das Haus nicht mehr vermietet. In jüngster Zeit allerdings kehrte wieder Leben ein: in Form von Kindern oder jungen Leuten, die sich in Hettstedt offenbar in jedem leerstehenden Haus in Abenteuermanier einnisten, was am heutigen frühen Abend im Angesicht des brennenden Hauses von vielen Schaulustigen diskutiert wurde. Ein Mann meinte etwas erbost, er habe bereits mehrfach die Stadtverwaltung gebeten, bestimmte leerstehende Gebäude so zu sichern, dass sie niemand mehr problemlos betreten könne. Jedoch sei nichts Diesbezügliches geschehen, behauptete er.
Egal, ob am Boden oder auf der Leiter: Diese Männer sind hart im Nehmen. Oder, wie es Hettstedts Bürgermeister Danny Kavalier mal sagte: "Wo andere Menschen - völlig zu Recht - raus gehen, gehen die Feuerwehrmänner rein." (Foto: Jochen Miche)
Das Problem vieler Abenteurer unter Kindern und Jugendlichen: Sie kokeln offenbar gern. Ob das auch in diesem Gebäude in der Hohen Straße 3 so war, ist noch unbekannt. Einige Schaulustige jedenfalls vermuteten, dass dies die Ursache des Brandes gewesen sein könnte, zu dessen Löschung die Feuerwehren der unmittelbaren Umgebung gerufen worden waren.
Jochen Miche









