Mi, 00:59 Uhr
23.03.2016
Bergen eines Verunglückten im Wald geübt
Rettungspunkte helfen Leben retten
Ein zentnerschwerer Ast, der sich vom kippenden Baum gelöst und weggedreht hat, erschlägt beinahe den Forstarbeiter, der diesen Baum gerade flach gelegt hat. Seine beiden Kollegen eilen herbei und leisten Erste Hilfe, doch eine zweite Hilfe gibt es zunächst nicht. Funkstille für das Handy. Wie weiter? Genau diese Situation wurde im Wald nahe den Pferdeköpfen bei Grillenberg unter möglichst realen Bedingungen trainiert.
Pilz-, Beeren- und Holzsammler, Wanderer, Mountainbiker, Quadfahrer, Jäger und Waldarbeiter – jeder von ihnen könnte im Wald verunglücken und schnelle Hilfe benötigen. Also Handy heraus, 112 wählen und – nichts. Funkloch. Was nun? Lebensgefährliche Situationen können sich ergeben, weil man weder anrufen noch, falls es doch eine Verbindung gibt, sagen kann, wo genau man sich befindet. Ich bin im Wald zwischen Sangerhausen und Wippra. Sorry, das hilft niemandem!
Der im Wald verunglückte Forstarbeiter wird von Rettungskräften geborgen und abtransportiert. (Foto: Jochen Miche)
Aber so genannte Rettungspunkte im Wald, an denen beschriftete Rettungsschilder stehen, können helfen. Genau 113 solcher Schilder sind in Sachsen-Anhalt an Stellen in Wäldern aufgestellt worden, wo es auch Handyempfang gibt. Wer von einem solchen Punkt aus die Notrufnummer 112 wählt und dem Mitarbeiter der Leitstelle am anderen Ende der Verbindung genau das vorliest, was auf dem Schild steht, der hat gute Chancen, dass sich ein Notarzt und ein Rettungswagen Augenblicke später zu ihm auf den Weg macht und die Retter ihn auch tatsächlich finden.
Forstarbeiter sind ständig Gefahren ausgesetzt. Forstwirtschaftsmeister Eberhard Nothmann, der nach 45 Jahren im Forst inzwischen in Altersteilzeit ist, hatte die Idee zu einer Übung mit allen an einem Ernstfall Beteiligten: Verunglückten, dessen Kollegen, Leitstelle, Rettungskräften, Notarzt. Die Übung sollte Schwächen des Systems aufdecken helfen, um diese abstellen zu können. So realistisch wie möglich sollte alles passieren. Nothmanns Sorge um die Gesundheit seiner bisherigen Kollegen hat seine Gründe. Er sagte: Heute ist die Gefahr für Waldarbeiter nicht mehr vergleichbar mit früher. Von 1961 bis 2008 haben die Waldarbeiter im Akkord gearbeitet. Heute gibt es zum Glück zeitbezogene Löhne. Da ist die Unfallhäufigkeit um 40 Prozent gesunken. Trotzdem kann es immer wieder passieren. Und im Ernstfall ist doch jeder kopflos. Da ist es gut, die Abläufe schon mal trainiert zu haben und Schwachstellen zu kennen. Nothmann weiß, wovon er spricht. Im Jahr 1971 erlebte er, wie ein Kollege verunglückte und wie schwer zunächst dessen Rettung fiel.
Der Verunglückte wurde von der Rettungskräften derart sicher "verpackt", dass er den Transport über Stock und Laub unbeschadet überstand. (Foto: Jochen Miche)
Genau dieses Training ist nun erfolgt. Und es wurden auch Schwachstellen entdeckt. Zum Beispiel kam der Notruf im Harz an, wie der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes, Dr. Mathias Rudzki, in der späteren Auswertung konstatierte. Kein wirkliches Problem, denn die Informationen wurden sofort an die Leitstelle Sangerhausen weitergegeben: Die können problemlos durchstellen. Oder: Der von den Rettungssanitätern geborgene Verletzte musste von mindestens sechs Personen durch ein Stück Wald getragen werden. Das kann zur Strapaze für Retter und Geretteten werden. Also sollten die Anrufer im Falle eines schwergewichtigen Unfallopfers gleich einen entsprechenden Hinweis geben und um mehr Helfer bitten.
Während der Übung war dies nicht nötig. Rico Gothe, das mit roter Farbe im Gesicht präparierte 21-jährige Opfer, war zwar kräftig, doch kein Schwergewicht. Der in Schwenda lebende junge Mann kam auf ungewöhnliche Weise zu seinem Job im Forstbetrieb Süd, wo die Rettungsübung stattfand: Er war am Ende seiner Ausbildung zum Forstwirt der beste Lehrling. Als eine Art Auszeichnung erhielt er einen zweijährigen Arbeitsvertrag im Forstbetrieb Süd, Sitz Obersdorf. Seine Arbeit im Wald mache ihm richtig Spaß, versicherte er, trotzdem sei in wenigen Monaten alles vorbei. Einst bester Lehrling, demnächst überflüssig?
Sorgen, die einem jungen Menschen im familiengründungsfähigen Alter auch im Wald mal durch den Kopf gehen und für eine Millisekunde ablenken können. Das kann der Moment sein, in dem eine Kettensäge sich verhakt oder sich ein Stück Holz als Geschoss dem Kopf nähert. Aber auch ältere Forstarbeiter sind im Wald gefährdet. Holger Koth, Leiter des Forstbetriebs Süd des Landesforstbetriebs Sachsen-Anhalt, nannte das Durchschnittsalter seiner Forstarbeiter: 56 Jahre. Bei aller Professionalität dieser Holzfachleute kann immer etwas passieren. Holger Koths 22 aktiven Forstarbeiter, die in vier Landkreisen unterwegs sind, werden zwar stets vor Arbeitsbeginn über den Standort des nächstgelegenen Rettungspunktes informiert, wie überhaupt dem Arbeitsschutz auf verschiedene Weise größte Bedeutung zukommt, die Rettung im Ernstfall will, soll sie wirksam sein, dennoch geübt sein.
Kritische Beobachter: Pressechefin Michaela Heilek und Landrätin Dr. Angelika Klein. Dr. Klein bescheinigte später dem Eigenbetrieb Rettungsdienst des Landkreises eine absolute fachliche (und logistische) Kompetenz. Und den Mitarbeitern des Landesforstbetriebes Süd dankte sie für die Kooperation bei der Vorbereitung und Durchführung dieser Übung. (Foto: Jochen Miche)
Und so geschah es denn, dass ein Unfall im Wald möglichst realistisch gespielt wurde. Das Opfer lag blutend am Boden. Ein Mitglied seiner Rotte informierte über Funk einen dritten Kollegen. Einer der beiden blieb beim Verunglückten, leistete Erste Hilfe, redete beruhigend auf ihn ein. Der andere lief zum Rettungspunkt, weil er nur dort Handyempfang und die genauen Koordinaten vorfand. Im Idealfall kämen innerhalb der nächsten zwölf Minuten die Sanitäter, innerhalb von 20 Minuten wäre der Arzt vor Ort. Dr. Rudzki dämpfte jedoch übertriebene Erwartungen: In 95 Prozent der Fälle klappt das. Aber eben nicht immer.
Manche Dinge müssen sofort besprochen werden. Landrätin Dr. Angelika Klein im Gespräch mit dem Chef der Leitstelle Mansfeld-Südharz, Thomas Lier. Er sagte: "Wir sind der erste Punkt der Rettungskette." (Foto: Jochen Miche)
Bei Unfällen im Wald müsse zuweilen noch schweres Gerät über die Feuerwehren angefordert werden. Immerhin sei es seit nunmehr zwei Jahren Pflicht, dass die Notarztfahrzeuge Allrad hätten, um selbst bei schwierigsten Straßen- und Wegeverhältnissen zum Unglücksort gelangen zu können. Die Rettungswagen hingegen müssen ohne Allrad auskommen, was bei Schneeuntergrund oder auf matschigen Wald- und Feldwegen zum echten Problem bei der Rettung von Menschen werden könne. Den Mehrpreis für Allrad, so war zu erfahren, weigern sich die Krankenkassen zu bezahlen. Den Gedanken weitergeführt, kann das nur heißen: Wo die normalen Krankenwagen nicht hinkommen, ist die Gefahr größer, dass ein Verunglückter stirbt. Und damit bekommt die Weigerung der Krankenkassen wieder einen Sinn: Ein toter Verunglückter ist billiger als ein wochenlang im Krankenhaus ein Vermögen kostender Patient, mutmaßte ein Teilnehmer der Übung.
Diese Schilder können Leben retten. Denn sie stehen an Orten, wo Handyempfang, also ein Notruf möglich ist. Und sie enthalten für die Rettungskräfte unverzichtbare Informationen, um den Verletzten aufzufinden. (Foto: Jochen Miche)
Der Rettungsdienst, der in diesem Fall aus Sangerhausen kam, und Dr. Rudzki, waren binnen einer Viertelstunde nach Alarmierung im Wald und leiteten die Rettung des Verunglückten ein. Auch wenn es sich nur um eine Übung handelte, wirkten alle Abläufe absolut authentisch. Im Ernstfall hätte der verunglückte Forstwirt gute Chancen gehabt, ohne Folgeschäden davonzukommen. Und genau dies erhofft sich auch die Landrätin des Landkreises Mansfeld-Südharz, Dr. Angelika Klein. Sie nahm in Begleitung ihrer Pressesprecherin, Michaela Heilek, an der gesamten Übung teil. Dr. Klein, Vorsitzende des Betriebsausschusses Eigenbetrieb Rettungsdienst der Landkreises, beklagte die Weigerung der Krankenkassen, die Ausstattung der Fahrzeuge des Rettungsdienstes mit Allrad zu bezahlen. Für die Leistung der Rettungskräfte jedoch fand sie nur Lob. Sie erklärte: Es ist wichtig, dass wir als Eigenbetrieb funktionieren. In der Tat ist es so: Wer jemals durch einen Unfall in eine lebensbedrohliche Situation gekommen ist – sei es im Wald beim Umgang mit der Kettensäge oder beim Fahren mit dem Mountainbike oder infolge eines Verkehrsunfalls –, weiß, dass dieses reibungslose Funktionieren unglaubliche Verzweiflung bei den Betroffenen verhindern und – ganz konkret – Menschenleben retten kann.
Jochen Miche
Autor: jmPilz-, Beeren- und Holzsammler, Wanderer, Mountainbiker, Quadfahrer, Jäger und Waldarbeiter – jeder von ihnen könnte im Wald verunglücken und schnelle Hilfe benötigen. Also Handy heraus, 112 wählen und – nichts. Funkloch. Was nun? Lebensgefährliche Situationen können sich ergeben, weil man weder anrufen noch, falls es doch eine Verbindung gibt, sagen kann, wo genau man sich befindet. Ich bin im Wald zwischen Sangerhausen und Wippra. Sorry, das hilft niemandem!
Der im Wald verunglückte Forstarbeiter wird von Rettungskräften geborgen und abtransportiert. (Foto: Jochen Miche)
Aber so genannte Rettungspunkte im Wald, an denen beschriftete Rettungsschilder stehen, können helfen. Genau 113 solcher Schilder sind in Sachsen-Anhalt an Stellen in Wäldern aufgestellt worden, wo es auch Handyempfang gibt. Wer von einem solchen Punkt aus die Notrufnummer 112 wählt und dem Mitarbeiter der Leitstelle am anderen Ende der Verbindung genau das vorliest, was auf dem Schild steht, der hat gute Chancen, dass sich ein Notarzt und ein Rettungswagen Augenblicke später zu ihm auf den Weg macht und die Retter ihn auch tatsächlich finden.
Forstarbeiter sind ständig Gefahren ausgesetzt. Forstwirtschaftsmeister Eberhard Nothmann, der nach 45 Jahren im Forst inzwischen in Altersteilzeit ist, hatte die Idee zu einer Übung mit allen an einem Ernstfall Beteiligten: Verunglückten, dessen Kollegen, Leitstelle, Rettungskräften, Notarzt. Die Übung sollte Schwächen des Systems aufdecken helfen, um diese abstellen zu können. So realistisch wie möglich sollte alles passieren. Nothmanns Sorge um die Gesundheit seiner bisherigen Kollegen hat seine Gründe. Er sagte: Heute ist die Gefahr für Waldarbeiter nicht mehr vergleichbar mit früher. Von 1961 bis 2008 haben die Waldarbeiter im Akkord gearbeitet. Heute gibt es zum Glück zeitbezogene Löhne. Da ist die Unfallhäufigkeit um 40 Prozent gesunken. Trotzdem kann es immer wieder passieren. Und im Ernstfall ist doch jeder kopflos. Da ist es gut, die Abläufe schon mal trainiert zu haben und Schwachstellen zu kennen. Nothmann weiß, wovon er spricht. Im Jahr 1971 erlebte er, wie ein Kollege verunglückte und wie schwer zunächst dessen Rettung fiel.
Der Verunglückte wurde von der Rettungskräften derart sicher "verpackt", dass er den Transport über Stock und Laub unbeschadet überstand. (Foto: Jochen Miche)
Genau dieses Training ist nun erfolgt. Und es wurden auch Schwachstellen entdeckt. Zum Beispiel kam der Notruf im Harz an, wie der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes, Dr. Mathias Rudzki, in der späteren Auswertung konstatierte. Kein wirkliches Problem, denn die Informationen wurden sofort an die Leitstelle Sangerhausen weitergegeben: Die können problemlos durchstellen. Oder: Der von den Rettungssanitätern geborgene Verletzte musste von mindestens sechs Personen durch ein Stück Wald getragen werden. Das kann zur Strapaze für Retter und Geretteten werden. Also sollten die Anrufer im Falle eines schwergewichtigen Unfallopfers gleich einen entsprechenden Hinweis geben und um mehr Helfer bitten.
Während der Übung war dies nicht nötig. Rico Gothe, das mit roter Farbe im Gesicht präparierte 21-jährige Opfer, war zwar kräftig, doch kein Schwergewicht. Der in Schwenda lebende junge Mann kam auf ungewöhnliche Weise zu seinem Job im Forstbetrieb Süd, wo die Rettungsübung stattfand: Er war am Ende seiner Ausbildung zum Forstwirt der beste Lehrling. Als eine Art Auszeichnung erhielt er einen zweijährigen Arbeitsvertrag im Forstbetrieb Süd, Sitz Obersdorf. Seine Arbeit im Wald mache ihm richtig Spaß, versicherte er, trotzdem sei in wenigen Monaten alles vorbei. Einst bester Lehrling, demnächst überflüssig?
Sorgen, die einem jungen Menschen im familiengründungsfähigen Alter auch im Wald mal durch den Kopf gehen und für eine Millisekunde ablenken können. Das kann der Moment sein, in dem eine Kettensäge sich verhakt oder sich ein Stück Holz als Geschoss dem Kopf nähert. Aber auch ältere Forstarbeiter sind im Wald gefährdet. Holger Koth, Leiter des Forstbetriebs Süd des Landesforstbetriebs Sachsen-Anhalt, nannte das Durchschnittsalter seiner Forstarbeiter: 56 Jahre. Bei aller Professionalität dieser Holzfachleute kann immer etwas passieren. Holger Koths 22 aktiven Forstarbeiter, die in vier Landkreisen unterwegs sind, werden zwar stets vor Arbeitsbeginn über den Standort des nächstgelegenen Rettungspunktes informiert, wie überhaupt dem Arbeitsschutz auf verschiedene Weise größte Bedeutung zukommt, die Rettung im Ernstfall will, soll sie wirksam sein, dennoch geübt sein.
Kritische Beobachter: Pressechefin Michaela Heilek und Landrätin Dr. Angelika Klein. Dr. Klein bescheinigte später dem Eigenbetrieb Rettungsdienst des Landkreises eine absolute fachliche (und logistische) Kompetenz. Und den Mitarbeitern des Landesforstbetriebes Süd dankte sie für die Kooperation bei der Vorbereitung und Durchführung dieser Übung. (Foto: Jochen Miche)
Und so geschah es denn, dass ein Unfall im Wald möglichst realistisch gespielt wurde. Das Opfer lag blutend am Boden. Ein Mitglied seiner Rotte informierte über Funk einen dritten Kollegen. Einer der beiden blieb beim Verunglückten, leistete Erste Hilfe, redete beruhigend auf ihn ein. Der andere lief zum Rettungspunkt, weil er nur dort Handyempfang und die genauen Koordinaten vorfand. Im Idealfall kämen innerhalb der nächsten zwölf Minuten die Sanitäter, innerhalb von 20 Minuten wäre der Arzt vor Ort. Dr. Rudzki dämpfte jedoch übertriebene Erwartungen: In 95 Prozent der Fälle klappt das. Aber eben nicht immer.
Manche Dinge müssen sofort besprochen werden. Landrätin Dr. Angelika Klein im Gespräch mit dem Chef der Leitstelle Mansfeld-Südharz, Thomas Lier. Er sagte: "Wir sind der erste Punkt der Rettungskette." (Foto: Jochen Miche)
Bei Unfällen im Wald müsse zuweilen noch schweres Gerät über die Feuerwehren angefordert werden. Immerhin sei es seit nunmehr zwei Jahren Pflicht, dass die Notarztfahrzeuge Allrad hätten, um selbst bei schwierigsten Straßen- und Wegeverhältnissen zum Unglücksort gelangen zu können. Die Rettungswagen hingegen müssen ohne Allrad auskommen, was bei Schneeuntergrund oder auf matschigen Wald- und Feldwegen zum echten Problem bei der Rettung von Menschen werden könne. Den Mehrpreis für Allrad, so war zu erfahren, weigern sich die Krankenkassen zu bezahlen. Den Gedanken weitergeführt, kann das nur heißen: Wo die normalen Krankenwagen nicht hinkommen, ist die Gefahr größer, dass ein Verunglückter stirbt. Und damit bekommt die Weigerung der Krankenkassen wieder einen Sinn: Ein toter Verunglückter ist billiger als ein wochenlang im Krankenhaus ein Vermögen kostender Patient, mutmaßte ein Teilnehmer der Übung.
Diese Schilder können Leben retten. Denn sie stehen an Orten, wo Handyempfang, also ein Notruf möglich ist. Und sie enthalten für die Rettungskräfte unverzichtbare Informationen, um den Verletzten aufzufinden. (Foto: Jochen Miche)
Der Rettungsdienst, der in diesem Fall aus Sangerhausen kam, und Dr. Rudzki, waren binnen einer Viertelstunde nach Alarmierung im Wald und leiteten die Rettung des Verunglückten ein. Auch wenn es sich nur um eine Übung handelte, wirkten alle Abläufe absolut authentisch. Im Ernstfall hätte der verunglückte Forstwirt gute Chancen gehabt, ohne Folgeschäden davonzukommen. Und genau dies erhofft sich auch die Landrätin des Landkreises Mansfeld-Südharz, Dr. Angelika Klein. Sie nahm in Begleitung ihrer Pressesprecherin, Michaela Heilek, an der gesamten Übung teil. Dr. Klein, Vorsitzende des Betriebsausschusses Eigenbetrieb Rettungsdienst der Landkreises, beklagte die Weigerung der Krankenkassen, die Ausstattung der Fahrzeuge des Rettungsdienstes mit Allrad zu bezahlen. Für die Leistung der Rettungskräfte jedoch fand sie nur Lob. Sie erklärte: Es ist wichtig, dass wir als Eigenbetrieb funktionieren. In der Tat ist es so: Wer jemals durch einen Unfall in eine lebensbedrohliche Situation gekommen ist – sei es im Wald beim Umgang mit der Kettensäge oder beim Fahren mit dem Mountainbike oder infolge eines Verkehrsunfalls –, weiß, dass dieses reibungslose Funktionieren unglaubliche Verzweiflung bei den Betroffenen verhindern und – ganz konkret – Menschenleben retten kann.
Jochen Miche

