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Sa, 12:49 Uhr
12.03.2016
Die Natur braucht uns? Debatte der Landtagsbewerber in Hettstedt

Bekenntnis zum Drei-Liter-Auto

Gastgeber, Gesprächspartner, Moderator: Peter Frobel, Norbert Born, Eduard Jantos und Dirk Michael (v. l.). (Foto: Jochen Miche) Gastgeber, Gesprächspartner, Moderator: Peter Frobel, Norbert Born, Eduard Jantos und Dirk Michael (v. l.). (Foto: Jochen Miche) Fragen des Natur- und Umweltschutzes standen im Mittelpunkt einer Diskussionsrunde mit Landtagskandidaten des Wahlkreises 32 in Hettstedt.
Eingeladen hatten, wie Pfarrer Sebastian Bartsch bei seiner Begrüßung erklärte, die evangelische Kirchengemeinde und die Regionalgruppe Pro Baum Hettstedt, organisiert in der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald des Landes Sachsen-Anhalt...

Veranstaltungsort war der neu hergerichtete Carl-Christian-Agthe-Saal der Kirchengemeinde. Die Moderation lag bei Dirk Michael, der zugleich Aufnahmen für Radio hbw, das Bürgerradio aus Aschersleben, machte. Er bat die Vertreter aus AfD, Bündnis 90/Die Grünen, CDU, FBM, FDP und SPD, sich zu Beginn vorzustellen.

Der Einladung von Pro Baum (Peter Frobel im Bild links) zu einer Debatte über den Umweltschutz waren die Landtagskandidaten gefolgt (Gastgeber: Kirchengemeinde St. Jakobi; Pfarrer Sebastian Bartsch im Bild rechts). (Foto: Jochen Miche) Der Einladung von Pro Baum (Peter Frobel im Bild links) zu einer Debatte über den Umweltschutz waren die Landtagskandidaten gefolgt (Gastgeber: Kirchengemeinde St. Jakobi; Pfarrer Sebastian Bartsch im Bild rechts). (Foto: Jochen Miche)
Jens Diederichs (52, AfD), Eisleben, Mitglied der AfD (Alternative für Deutschland) und damit der zweitjüngsten Partei, die zur Landtagswahl kandidiert, ist Justizvollzugsbeamter. Er dankte ausdrücklich für die Einladung der Initiative Pro Baum, denn „Wir werden oft sehr einseitig dargestellt. Aber auch wir haben zu umweltpolitischen Themen eine Haltung.“ Sein Fachbereich sei allerdings die innere Sicherheit. Insofern bitte er um Nachsicht, wenn er nicht jede Frage in die Tiefe beantworten könne.

Dagmar Edel (61, Bündnis 90/Die Grünen), Eisleben, ist seit 2011 Mitglied ihrer Partei. Sie erklärte: „Wir stehen dafür, auf die Umwelt zu achten. Erneuerbare Energien, Pflege unserer Alleen, Erhalt unserer Wälder sind mir wichtige Themen. Persönlich konzentriere ich mich auf den Verbraucherschutz, der seit 20 Jahren mein Thema ist.“ Als ärztlich geprüfte Gesundheitsberaterin wolle sie auf Verbraucherschutz und die Lebensmittelqualitäten Einfluss nehmen. Sie könne keine Menschen verändern, das müsse jeder selbst tun, aber sie könne und wolle Impulse setzen.

Eduard Jantos (62, CDU), Eisleben, Familienpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt (dort unter anderem im Petitionsausschuss), ist Mitglied des Kreistages Mansfeld-Südharz. Seit seinem 17. Lebensjahr ist er Mitglied der CDU. Er nennt sich einen der letzten Aufrechten, die geholfen haben, das Kloster Helfta neu ins Leben zurückzuholen. Er erklärte: „Ich mische mich ein, aber für die Region.“ Jantos ist Geschäftsführer der Mittelstandsvereinigung. Sein Credo zum Thema Umwelt: „Mensch, Natur und Umwelt sind Schöpfungen Gottes, für deren Erhalt wir alles tun müssen. Damit auch künftige Generationen eine lebenswerte Umwelt vorfinden.“

Bettina Hellfayer (51, FBM ), Eisleben, ist Physiotherapeutin und seit 2015 FBM-Mitglied. Frau Hellfayer ist Mitglied des Sozialverbandes VdK Sachsen-Anhalt und Vorstandsmitglied des Reit- und Fahrvereins Rödgen. Die FBM (Freie Bürger Mitteldeutschland) wurde 2011 als Verein gegründet und hat seit Januar 2016 den Status einer Partei. Sie ist damit die jüngste Partei, die zur Landtagswahl antritt. „Grundsätze der FBM sind Ehrlichkeit und Einbeziehung der Bürger, Erleichterung von Bürger- und Volksentscheiden, denn die Bürger brauchen mehr Mitspracherecht“, so Frau Hellfayer.

Gefragte Gesprächspartner: Ingo Bodtke, Dagmar Edel, Jens Diederichs und Bettina Hellfayer. (Foto: Jochen Miche) Gefragte Gesprächspartner: Ingo Bodtke, Dagmar Edel, Jens Diederichs und Bettina Hellfayer. (Foto: Jochen Miche)
Ingo Bodtke (50; FDP), Hettstedt, Versicherungsagent, hat in der FDP „eine frische, neu aufgestellte Truppe gefunden, mit der man sehr gut arbeiten kann“. Er leitet in Hettstedt den neuapostolischen Kirchenchor, ist auch Organist. Er sagt: „Man muss mit allem sorgsam umgehen, natürlich ist der Mensch für die Natur da und umgekehrt, aber: Wie bei allen Dingen im Leben darf man vieles nicht übertreiben, sondern muss sorgsam, mit Augenmaß damit umgehen – auch mit der Natur. Da ich Reisen organisiere, auch Syrien kenne, wo es Weltkultur gibt, kenne ich dort Orte, wo tausende leerer Wasserflaschen herumliegen. Wenn man dies sieht, weiß man, wie weit wir in Deutschland in Sachen Umwelt bereits sind.“

Norbert Born (53, SPD), Mansfelder Grund nahe Eisleben. „Ich bin 1990 ehrenamtlich in die Politik gestolpert, wurde damals in den Gemeinderat gewählt.“ Er war 21 Jahre lang Bürgermeister seiner Heimatgemeinde, ist seit 2002 Mitglied des Kreistages und heute dessen Vorsitzender, Kreisvorsitzender der SPD, amtierender Präsident des Kreissportbundes und seit 2006 im Landtag von Sachsen-Anhalt. Er sitzt, wie Eduard Jantos, in Magdeburg im Petitionsausschuss, wo Umwelt und Natur eine große Rolle spielen.

Born entschuldigte Stefan Gebhardt (Die Linke), der zwar der Einladung gefolgt war, die Veranstaltung jedoch noch vor ihrem Beginn aufgrund einer dringenden familiären Angelegenheit verlassen musste.

Peter Frobel, Vorsitzender der Initiative Pro Baum, Hettstedt, wandte sich an die Landtagskandidaten und das Publikum: „Dies ist ein ganz wichtiger Termin, so kurz vor der Landtagswahl. Wir wollen wissen, wie Sie, die möglichen künftigen Landtagsabgeordneten, sich für Natur und Umwelt einsetzen.“

Erschlagen: Baumliebe hat Grenzen

Dirk Michael übernahm nun die Moderation. Er fragte Eduard Jantos: „Bei welchen Themen im Umweltschutz könnten denn unterschiedliche Grundhaltungen der Parteien Ihrer Meinung nach am ehesten sichtbar werden?“ Das könne er so nicht beantworten, dafür aber seinen eigenen Beitrag zum Thema benennen: „Mein Hobby, das leider jetzt etwas darbt, sind Kleingärten, ich habe auch eine Plantage, wo ich schon seit DDR-Zeiten ökologisch mein Obst für meine Familie, meine Kinder produziere. Ich habe 1990 eine Holzheizung eingerichtet, um die Energiebilanz zu beeinflussen, und seit es Gasautos gibt, fahre ich eines, um auch hier das Mögliche zu tun. Wir müssen alles im Einklang halten. Wir müssen aber vor allem dafür sorgen, dass die Menschen in unserer Region Arbeit haben. Es muss die Waage gehalten werden zwischen Umweltschutz und Wirtschaft. Da müssen manchmal andere Punkte zurückstecken.“

Jantos erklärte, er liebe Bäume; letztens habe er in Hornburg drei verschenkt, wo sie eine Basis für einen neuen Wald bilden sollen. Dann meinte er: „Aber es ist auch klar, dass Baum nicht gleich Baum ist. Ich habe selbst erlebt, wie in meiner Straße alte Bäume gepflegt wurden, aber so ein morscher Baum bei einem Gewitter auch umgefallen ist und einen jungen Mann erschlagen hat.“ Augenmaß statt Prinzipienreiterei. Im Übrigen, so Jantos, werden in Sachsen-Anhalt mehr Bäume gepflanzt als gefällt. „Das halte ich für eine gute Sache.“

Dagmar Edel: „Ich kann nicht zustimmen, wenn Arbeitsplätze auf Kosten der Natur geschaffen werden sollen. Wir verstecken uns oft hinter der Forderung, Arbeitsplätze zu schaffen, um an Umweltansprüchen Abstriche zuzulassen.“ An dieser Stelle reichte Dirk Michael das Mikrofon weiter an Peter Frobel, dessen kritischer Blick ihm aufgefallen war. Frobel unterstrich die Bedeutung der erneuerbaren Energie, auf welche die letztgenannten Bemerkungen gemünzt waren, doch kritisierte er den „Wildwuchs“ an Windenergieanlagen. „Und“, ergänzte er, „wir wissen auch, dass solche Maschinen zur Erzeugung von Strom aus Wind krank machen können.“

Windkraft: Zerstörte Landschaft

An dieser Stelle kam das Gespräch etwas in Fahrt; Eduard Jantos warf ein: „Wenn ich durch das Mansfelder Land fahre und Richtung Gerbstedt gucke, sehe ich den ganzen Horizont blinken. Wir müssen sehen, ob wir das künftig besser machen können.“ Es sei gelungen, im Petitionsausschuss des Landtages eine Ablehnung gegen eine 220 Meter hohe Anlage bei Eisleben durchzusetzen. In einem einzigen Fall sei es mal in Sachsen-Anhalt gelungen, eine Windmühle wieder abzubauen – der Anwohner hatte den rotierenden Schatten im Fenster. Jantos: „Das rot-grüne Gesetz ist so hieb- und stichfest, dass sie keine Windkraftanlage mehr wegkriegen. Mit den Anlagen wird alles zersiedelt, gute Böden werden nicht mehr als Acker genutzt.“

Dirk Michael: „Möchte die SPD neue Flächen für Windkraftanlagen ausweisen?“ Born: „Wir haben das auch in den Gemeinden bei uns diskutiert, aber zum Glück ist das nicht zustande gekommen. Aber man muss auch Kommunen verstehen, die solche Wege gegangen sind, weil doch dieser oder jener Tausender in die Kassen gespült wurde.“

Bettina Hellfayer: „Die FBM befürwortet grundsätzlich die Energiewende, allerdings nicht nur auf Kosten des Endverbrauchers. Nicht zuletzt aufgrund des hohen Anteils erneuerbarer Energie – davon fast 90 Prozent aus Windkraft – ist der Strompreis bei uns höher als in anderen Bundesländern. Es gilt auch dem wachsenden Flächenverbrauch und der Zersiedelung durch Windkraftanlagen Einhalt zu gebieten. Die verschandeln nicht nur die Landschaft, sondern nehmen Einfluss auf Mensch und Tier.“ Sie formulierte einige Grundsätze ihrer noch sehr jungen Partei zu diesem Problem: „Schluss mit dem Bau weiterer Windenergieanlagen und Schluss mit der Vernichtung von landwirtschaftlichen Nutzflächen.“ Zur Solarenergie meinte sie: „Dafür kann man auch Wände und Dächer nutzen und muss keinen Acker nehmen.“

Hunger: Keine Pflanze für Sprit und Gas!

Jens Diederichs: „Was mir sehr am Herzen liegt ist dieses Problem: Dass auf landwirtschaftlicher Nutzfläche Pflanzensorten ausschließlich für Energiegewinnung angebaut werden, so dass Lebensmittel im Grunde für Energie verbrannt werden. Das ist ein Unding! Woanders wird gehungert und hier werden Lebensmittel vernichtet für Energie. Das sollte nicht weiter forciert werden. Noch etwas anderes: Sie wissen, dass ein Schwerpunkt der AfD die direkte Demokratie ist. Wenn man schon Flächen für Windkraft ausweist, dann sollte die Bevölkerung in der Gegend gefragt werden, ob sie das möchte.“

Eduard Jantos: „Es gilt bei uns das Bauordnungsrecht, wo jeder Bürger das Recht hat, mitzusprechen. Da werden die Unterlagen öffentlich ausgelegt und kann jeder vor Baubeginn seine Meinung dazu äußern.“

Ingo Bodtke (FDP): „Erneuerbare Energie ist wirklich wichtig, da sind wir uns wohl alle einig. Aber das entscheidende Problem ist inzwischen der Transfer dieser Energie. Wir haben mittlerweile unsere Landschaften verspargelt und schaffen Energie in einem Umfang, wie wir sie, wenn Wind ist, überhaupt nicht nutzen können. Das heißt, es macht überhaupt keinen Sinn, über die Produktion weiterer solcher Energie nachzudenken, wenn wir bei bestimmten Umweltfaktoren noch dafür bezahlen müssen, um diesen Strom loszuwerden. Diese verrückte Situation haben wir ja bereits teilweise. Wir sollten erst einmal überlegen, wie wir diese Energie unternehmerisch nutzen können. Eine weitere Verspargelung macht überhaupt keinen Sinn.“


Bodtke mahnte: „Wenn wir schon den Ausstieg aus der Braunkohle und der Atomkraft wollen, müssen wir auch andere Energieformen finden. Da kann es passieren, dass kein Strom zur Verfügung steht, sobald es mal dunkel ist und kein Wind geht. Das geht also auch nicht. Wie bei allem im Leben müssen wir auch hier gemeinsam einen Weg suchen und Lösungen finden, die für unsere Region vernünftig sind.“

Das Stichwort „Braunkohle“ wurde voll Leidenschaft aufgegriffen. Eduard Jantos erklärte, dass sich die CDU eindeutig zur Braunkohle bekenne. Aber für eine vernünftige Nutzung. Zum Beispiel für Veredlung von Braunkohle wie bei Romonta, einem der zwei, drei Montanwachshersteller der Welt. Es müssen, gab Jantos Bodtke Recht, moderne Speichermöglichkeiten entwickelt werden. Aber es gehe in erster Linie darum, eine gewisse Grundlast zu sichern, damit auch in energieschwachen Zeiten jederzeit Strom da ist.

Norbert Born warf den Begriff „Bewusstsein“ in die Runde: „Das eigene Bewusstsein entscheidet ganz wesentlich darüber, wie wir mit der Natur und Umwelt umgehen. Und: Wie werden die folgenden Generationen mit dem Thema umgehen? Wir als Eltern haben hier eine wichtige Rolle, deshalb meine große Bitte: Achten wir darauf, dass dieses Thema in den Kindertagesstätten und in den Schulen eine Rolle spielt. Da brauchen wir Konzepte, die uns weiterhelfen, dies nicht nur als persönliche, sondern als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu sehen.“

Abzocke: Deckmantel Umweltschutz

Vieles, auch im Umweltbereich, scheitert offenbar am Geld. Bodtke erklärte: „Wir haben momentan ein grundsätzliches Problem mit den kommunalen Finanzen. Alle haben zu wenig Geld. Und alle wissen, dass der Bund Geld hat, aber zu wenig an die Länder weitergibt. Wie sollen die Länder dann ihre Kommunen finanziell ordentlich ausstatten?“, fragte er. Jens Diederichs mutmaßte, dass „viele Bürger unter dem Deckmantel Umweltschutz abgezockt werden, wie das Beispiel nachträglich erhobener Anschlussgebühren zeigt; das ist nun, vorsichtig ausgedrückt, wirklich nicht schön“.

Weitere Themen des Diskussionsabends waren unter anderem Feinstaubbelastungen, Alleen, kommunale Wälder, Schülerverkehr und wirtschaftlich genutzte Naturschutzgebiete. Beim Thema Schülerverkehr kam noch mal Bewegung in die Debatte. Jantos forderte: „Kurze Beine, kurze Wege!“ Bodtke: „Wenn Kinder schon nicht laufen dürfen, dann sollen sie wenigstens kostenlos fahren dürfen.“ Dem schloss sich Dagmar Edel an. Diederichs: „Wir fordern eine Willkommenskultur auch für die eigenen Kinder. Kinder dürfen kein Kostenfaktor sein!“ Hellfayer: „Schülertransport kostenlos. Die finanzielle Situation im Nahverkehr ist Ausdruck einer falschen Sparpolitik des Landes.“

Abschließend wollte Moderator Dirk Michael von den Landtagskandidaten wissen: „Was haben Sie denn heute ganz persönlich für Ökologie und den Umweltschutz getan?“

Als Erstes hielt er Ingo Bodtke das Mikrofon unter die Nase: „Was ich heute gemacht habe? Plakate aufgehängt und den ganzen Tag mit dem Auto durch die Gegend gefahren – ich habe also das Gegenteil von dem getan, was sicher jeder hier gern hört. Das gehört eben genauso zu unserem Leben wie eine saubere Mülltrennung. Aber ich sehe auch, wie anderswo riesige Berge Müll in die Wüste gefahren und angezündet werden - da wirkt unser grüner Punkt schon fast lächerlich.“ Dirk Michael hakte nach und wollte es genauer wissen, welchen Beitrag er für die Ökologie bringt: „Vielleicht sind Sie ja mit einem ganz sparsamen Wagen oder einem Elektroauto unterwegs gewesen und haben Plakate gehängt?“, was Bodtke veranlasste, mit einem Augenzwinkern und zur Freude der meisten Zuhörer zu antworten: „Ja, ich bin auch für Drei-Liter-Autos, aber eher für die mit drei Liter Hubraum.“

Geldschneiderei: Verbot alter Öfen

Auch Dirk Michael lachte, hielt aber an seiner Frage fest. Dagmar Edel antwortete ihm: „Ich betreibe seit dem Jahr 2000 einen Bioladen. Ich mache Kurse für gesunde Ernährung, vertreibe regionale und Bio-Produkte, baue in einem großen Garten ökologisch an, kleide mich mit möglichst in Deutschland hergestellten Textilien.“ Jens Diederichs: „Mich ärgert ein neues Bundesimmissionsschutzgesetz, das viele Menschen zwingt, noch intakte Kohleöfen rauszuschmeißen, auch wenn die alten noch gehen. Selbst Schornsteinfeger geben zu: Das ist reine Geldschneiderei. Umweltschutz gut und schön, aber wenn er nur zu Lasten der Menschen geht, dann sehe ich die Sache kritisch.“

Bettina Hellfayer erklärte, sie kaufe vorwiegend regionale Produkte. „In Folie eingeschweißte Gurken kaufe ich grundsätzlich nicht.“ Sie gehe viel wandern, „und da stört mich die Vermüllung der Natur.“ Dirk Michael registrierte, dass die Frauen mehr konkrete Beispiele für privaten Umweltschutz nennen können als die Männer. Und wie sieht es bei Norbert Born aus? „Energiesparlampen, Müllvermeidung, zuweilen mit der Bahn statt mit dem Pkw nach Magdeburg fahren.“ Eduard Jantos: „Verbesserung der Energiebilanz durch Dämmung und LED. Das lohnt sich langfristig.“ An Herrn Diederichs gewandt, sagte er: „Man wollte Feinstaub verringern und die Energiebilanz verbessern, indem alte Öfen nicht mehr zugelassen werden. Es hat sich gezeigt, dass in den Städten die oft hohe Feinstaubbelastung auch auf solche Öfen zurückzuführen ist.“

Pro Baum-Chef Peter Frobel beklagte, dass keine Vertreter des Öffentlichen Dienstes der Einladung zu der Diskussionsveranstaltung gefolgt seien. Unter anderem sei das Argument gekommen, dass es sich hierbei um eine politische Veranstaltung handele. Darauf erklärte Ingo Bodtke: „Erstaunlich, dass diese Behörden abgesagt haben. Die arbeiten alle im öffentlichen Dienst. Und das heißt: Sie haben der Öffentlichkeit zu dienen. Und wenn sie nicht einmal mehr das tun wollen, dann können sie zuschließen.“ Er selbst hatte übrigens den umweltpolitischen Sprecher seiner Partei mitgebracht: Kathrin Tarricone, Mitarbeiterin und Außenstellenleiterin der Universität Trier in Hettstedt.

Jochen Miche
Unter den Teilnehmern befand sich auch die umweltpolitische Sprecherin der FDP, Kathrin Tarricone (links). (Foto: Jochen Miche)
Der Carl-Christian-Agthe-Saal der evangelischen Kirchengemeinde Hettstedt ist jüngst fertig saniert worden. Hier fand die Veranstaltung zu Umweltthemen mit den Landtagskandidaten des Landkreises Mansfeld-Südharz (Wahlkreis 32) statt. (Foto: Jochen Miche)
FBM-Landtagskandidatin Bettina Hellfayer, FBM-Landesvorsitzender Andreas Koch, Gast Dr. Joachim Haferkorn und Landtagsmitglied und -kandidat Norbert Born (SPD) im Gespräch. (Foto: Jochen Miche)
Gruppenbild mit Moderator: Die Kandidaten ihrer Parteien, die am Sonntag zur Wahl stehen. (Foto: Jochen Miche)
Autor: jm

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