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Sa, 09:13 Uhr
05.03.2016
Mansfeld-Museum: Kunstausstellung 2947

Kupfer und Silber verortet

Phantastische Ausblicke: Das Münchner Model Julia Maria Bondl im Mansfeld-Museum. (Foto: Jochen Miche) Phantastische Ausblicke: Das Münchner Model Julia Maria Bondl im Mansfeld-Museum. (Foto: Jochen Miche) Pünktlich zum Start nach der Winterpause öffnet das Humboldt-Schloss in Hettstedt wieder seine Pforten. Neben den umgruppierten Exponaten des Mansfeld-Museums bietet sich nun auch die erste Gelegenheit, noch vor der feierlichen offiziellen Eröffnung des Kunstmuseums Humboldt-Schloss am Internationalen Museumstag (22. Mai 2016) einen ersten Blick auf die wichtigsten Werkgruppen der Ausstellung 2947 zu werfen.

Bis auf die Hängung des Carolinensaals, welcher vom amerikanischen Künstler David Eller gemeinsam mit einem bedeutenden Kulturförderer aus der Region zur offiziellen Eröffnung bespielt werden wird, sind bereits alle Positionen in den beiden oberen Stockwerken des historischen Schmuckkästchens gehängt. Grund genug also, sich am heutigen Samstag wieder mal nach Hettstedt Burgöner-Altdorf auf den Weg zu machen.

Die Eröfnungsausstellung 2947 beschäftigt sich mit dem Aufstieg und Niedergang der regionalen Bergbauhistorie. Die Verbindung der chemischen Ordnungszahlen von Kupfer (29) und Silber (47) - den mit Wilhelm von Humboldt wohl wichtigsten Botschaftern der Montanregion um Hettstedt - galten dem Künstler-Werkbund 1791 als Ausgangspunkt ihrer Recherchen. Von hier aus haben die beteiligten Künstler ihre Serien entwickelt, die Maler und Bildhauer im Umgang mit Kupfer-, die Photographen mit Silberverbindungen.

In 2947 sind die Maler/Bildhauer durch Mela Feigenbaum, Sebastian Gumpinger, Philipp Stähle und Amelie Amersee aus Deutschland sowie Manuela Xavier aus Portugal und Katharina Lehmann aus Russland vertreten. Bei den Photographen zeigen die aus Moskau stammende Elizaveta Porodina, der Deutsch-Schwede Gunnar Lillehammer, aus Berlin Kai Stuht und aus Los Angeles David Eller ihre Arbeiten. Begleitet werden sie im ersten Gastbeitrag von einem ihrer prägendsten Mentoren: David LaChapelle.

Der interdisziplinäre Künstler-Werkbund 1791 ist eine international ausgerichtete Bildungsstätte für freie und angewandte Kunst und sieht sich als Denkraum in der Tradition der wohl wichtigsten historischen Persönlichkeit von Hettstedt: Wilhelm von Humboldt sowie der sachsen-anhaltinischen Bewegung des Bauhauses. Dessen neuartige Denk- und Gestaltungsmodelle haben die Zentren des Kunstbetriebes - unabhängig von der Verortung im ländlichen Raum - nachhaltig beeinfusst.

Das Kunstmuseum Humboldt-Schloss birgt als revitalisiertes Kulturdenkmal auf geschichtsträchtigem Boden Strahlkraft weit über die Reichweiten des geographischen Fußabdrucks Sachsen- Anhalts hinaus. Über die geographische Verortung des reformerischen Gedankenbundes von Wilhelm von Humboldt mit Schiller und Goethe in den Jahren nach 1791 lässt sich die Region als eine Art Nukleus der deutschen Kulturnation
erleben.

In den halbjährlich wechselnden Ausstellungen will sich das Künstlerkollektiv mit den identitätsstiftenden Merkmalen der reichen Historie der Region Mitteldeutschland künstlerisch auseinandersetzen. Das ausstellende Künstlerkollektiv hat es sich darüber hinaus zum Ziel gesetzt, einen weniger elitären Weg der Kunstvermittlung zu begehen und durch Aufarbeitung der gesellschaftlich relevanten Themen unserer Zeit auch junge Leute wieder an die Kunst heranzuführen. Die Thesen Wilhelm von Humboldts sind immer jedoch integraler Bestandteil des Manifests dieser Gruppe und werden insofern auch die künftigen Ausstellungen an diesem besonderen Ort bereichern.

Ralf Würth
Mehr Lokalbezug geht kaum: "Hettstedter Zeitung" von 1912 als Teil eines Kunstwerks der portugiesischen Bildhauerin und Malerin Manuela Xavier im Mansfeld-Museum. (Foto: Jochen Miche)
Sah eine barocke Treppe jemals schöner aus? Julia Maria Bondl und Lara Cook (v. l.) im Humboldt-Schloss Hettstedt. (Foto: Jochen Miche)
Wieviel verschiedene Gesichter sehen wir hier? Initiator Ralf Würth, Malerin Mela Feigenbaum und Würths Mitarbeiterin Veronika Mayer vor Fotografien von Gunnar Lillehammer. Antwort auf die Preisfrage: Vier. Die Kunstwerke an der Wand zeigen ein und dieselbe Person: den Fotografen in verschiedenen Inszenierungen. (Foto: Jochen Miche)
"Oxymoron III", das großformatige und nicht nur im realen Aufbau vielschichtige Werk der Malerin Mela Feigenbaum. (Foto: Jochen Miche)
Phillip Stähle stellt Wertigkeiten der Eltern- und Großelterngeneration den Errungenschaften des Heute gegenüber - Suche nach Sicherheit und Geborgenheit damals, Coffee to go und Smartphone heute. (Foto: Jochen Miche)
Autor: jm

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