Di, 18:02 Uhr
16.02.2016
Neujahrsempfang der Linken im Eisleber Theater
Gallert fordert mehr Ehrlichkeit
In fünf Jahren wurden in Sachsen-Anhalt 1.200 Polizeistellen gestrichen. Der Innenminister sagt nun: Wir wollen in den kommenden fünf Jahren 1.200 Polizeistellen neu schaffen. Doch seien wir ehrlich: Das ist überhaupt nicht zu schaffen. Und genau das ist es: Wir wollen Ehrlichkeit in der Politik, keine Versprechen, die überhaupt nicht zu halten sind. Wulf Gallert, Spitzenkandidat der Linken bei den bevorstehenden Landtagswahlen, ging beim Neujahrsempfang der Linken im Eisleber Theater hart ins Gericht mit der Regierungskoalition aus SPD und CDU…
Gute Tradition: Zum Abschluss wird das Steigerlied gesungen. Es spielte die Musikschule Fröhlich unter Leitung von Mario Dziallas. Sicherheitshalber hatte der Gastgeber Textblätter vorbereitet. (Foto: Jochen Miche)
Für Gallert findet am 13. März eine Richtungswahl statt. Es werden Weichen gestellt, zum Beispiel in der Frage: Wie gehe ich mit Flüchtlingen um? Eine Hälfte des Volkes zeigt eine abwehrende Haltung, möchte die Grenzen schließen. Eine andere Hälfte möchte diese Menschen aufnehmen und mit ihnen dieses Land aufbauen. Welche Hälfte wie groß ist, könne er nicht sagen. Gallert versicherte, er könne die Ängste und Befürchtungen vieler Menschen verstehen, aber Hass und Aggressionen seien nicht zu entschuldigen.
Der Fraktionsvorsitzende der Linken im Magdeburger Landtag erklärte, es gehe bei der kommenden Wahl darum, die Grundwerte unserer Gesellschaft zu verteidigten. Deshalb forderte er die Anwesenden auf: Gehen Sie zur Wahl und entscheiden Sie sich für Weltoffenheit und Solidarität in diesem Land.
Das wünschten sich auch die Linken-Landtagskandidaten Sabine Künzel und Stefan Gebhardt, der an diesem Abend zugleich als Moderator durch das Programm führte. Dieses war denn auch überaus kurzweilig. Für einen temperamentvollen Auftakt sorgte der Hettstedter Fanfarenzug, während das Akkordeonorchester der Musikschule Fröhlich unter Leitung von Mario Dziallas das Ganze mit dem Steigerlied abrundete, welches, wie es sich für eine Hymne gehört, im Stehen gesungen wurde.
Für Unterhaltung sorgte punktuell auch Stefan Gebhardt, zum Beispiel mit der Anspielung, die Abwasserverbände würden sich die Anschlussgebühren am liebsten bis zurück in die Kaiserzeit bezahlen lassen. Applaus erhielt er zudem für seine Forderung, das jetzige Kulturwerk müsse sich wieder als Theater bezeichnen dürfen und personell entsprechend ausgestattet sein. Immerhin sei es gelungen, dank massiver Proteste aus der Region die Schließung des Spielortes zu verhindern. –
Dann wäre dem Publikum auch das entgangen, was die Schauspieler Michaela Dazian und Oliver Beck auf der Bühne boten – unter anderem einen Sketch, bei dem eine Frau am Küchentisch ihrem nicht sonderlich arbeitswütigen Ehemann aus der Zeitung Anzeigen von Firmen, darunter einem Bäcker vorliest, die Mitarbeiter suchen. Nichts ist dem Mann recht. Hellhörig wird er erst, als vorliest, dass auch die Polizei sucht: Einen etwa 44-jährigen Mann, der nachts im Park junge Frauen belästigt. Oh, das wäre doch was für mich, meint der Mann plötzlich und möchte am liebsten sofort aufbrechen, was seine Frau zu verhindern weiß.
JochenMiche
Autor: jm
Gute Tradition: Zum Abschluss wird das Steigerlied gesungen. Es spielte die Musikschule Fröhlich unter Leitung von Mario Dziallas. Sicherheitshalber hatte der Gastgeber Textblätter vorbereitet. (Foto: Jochen Miche)
Für Gallert findet am 13. März eine Richtungswahl statt. Es werden Weichen gestellt, zum Beispiel in der Frage: Wie gehe ich mit Flüchtlingen um? Eine Hälfte des Volkes zeigt eine abwehrende Haltung, möchte die Grenzen schließen. Eine andere Hälfte möchte diese Menschen aufnehmen und mit ihnen dieses Land aufbauen. Welche Hälfte wie groß ist, könne er nicht sagen. Gallert versicherte, er könne die Ängste und Befürchtungen vieler Menschen verstehen, aber Hass und Aggressionen seien nicht zu entschuldigen.
Der Fraktionsvorsitzende der Linken im Magdeburger Landtag erklärte, es gehe bei der kommenden Wahl darum, die Grundwerte unserer Gesellschaft zu verteidigten. Deshalb forderte er die Anwesenden auf: Gehen Sie zur Wahl und entscheiden Sie sich für Weltoffenheit und Solidarität in diesem Land.
Das wünschten sich auch die Linken-Landtagskandidaten Sabine Künzel und Stefan Gebhardt, der an diesem Abend zugleich als Moderator durch das Programm führte. Dieses war denn auch überaus kurzweilig. Für einen temperamentvollen Auftakt sorgte der Hettstedter Fanfarenzug, während das Akkordeonorchester der Musikschule Fröhlich unter Leitung von Mario Dziallas das Ganze mit dem Steigerlied abrundete, welches, wie es sich für eine Hymne gehört, im Stehen gesungen wurde.
Für Unterhaltung sorgte punktuell auch Stefan Gebhardt, zum Beispiel mit der Anspielung, die Abwasserverbände würden sich die Anschlussgebühren am liebsten bis zurück in die Kaiserzeit bezahlen lassen. Applaus erhielt er zudem für seine Forderung, das jetzige Kulturwerk müsse sich wieder als Theater bezeichnen dürfen und personell entsprechend ausgestattet sein. Immerhin sei es gelungen, dank massiver Proteste aus der Region die Schließung des Spielortes zu verhindern. –
Dann wäre dem Publikum auch das entgangen, was die Schauspieler Michaela Dazian und Oliver Beck auf der Bühne boten – unter anderem einen Sketch, bei dem eine Frau am Küchentisch ihrem nicht sonderlich arbeitswütigen Ehemann aus der Zeitung Anzeigen von Firmen, darunter einem Bäcker vorliest, die Mitarbeiter suchen. Nichts ist dem Mann recht. Hellhörig wird er erst, als vorliest, dass auch die Polizei sucht: Einen etwa 44-jährigen Mann, der nachts im Park junge Frauen belästigt. Oh, das wäre doch was für mich, meint der Mann plötzlich und möchte am liebsten sofort aufbrechen, was seine Frau zu verhindern weiß.
JochenMiche


