eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Sa, 17:03 Uhr
30.01.2016
Erstmals gemeinsamer Neujahrsempfang der Sparkasse und Stadt Hettstedt

Schule darf sich über Scheck freuen

Scheckübergabe, ein guter Grund zur Freude. Im Bild: Kreissparkassenchef Hans Ulrich Weiss, Hettstedts neue Filialleiterin Susann Eisenschmidt und Schulleiterin Iris Gaertner. (Foto: Jochen Miche) Scheckübergabe, ein guter Grund zur Freude. Im Bild: Kreissparkassenchef Hans Ulrich Weiss, Hettstedts neue Filialleiterin Susann Eisenschmidt und Schulleiterin Iris Gaertner. (Foto: Jochen Miche) Hettstedts Bürgermeister Danny Kavalier wollte Neujahrsempfänge im herkömmlichen Sinn streichen. Doch die Sparkasse Mansfeld-Südharz hat ihm einen Strich durch die Spar-Rechnung gemacht. So durften 170 Vertreter des öffentlichen und politischen Lebens, Mitglieder von Vereinen und Firmen einen schönen Abend erleben und der Bürgermeister bekam Gelegenheit, die Landrätin in Verlegenheit zu bringen.

Es sollte ein festlicher, fröhlicher Abend werden, zu dem die Kreissparkasse in ihre Hettstedter Filiale am Freitagabend eingeladen hatte. Hans Ulrich Weiss, Vorstandschef der Sparkasse, war denn auch die Freude anzusehen, als er den Anwesenden für ihr Kommen dankte – nicht zuletzt deshalb, weil dieser Neujahrsempfang einmalig sein werde, wie er hervorhob.

Die Sparkasse wollte mit dieser Veranstaltung zugleich die Gelegenheit nutzen, ihre innerhalb der vergangenen neun Monate aufwändig umgebaute und modernisierte Filiale vorzustellen. Die Investition von 1,75 Millionen Euro an diesem Standort stelle ein klares Bekenntnis zu Hettstedt dar, unterstrich Sparkassenvorstand Michael Näher. Kein Standort der Kreissparkasse sei moderner ausgestattet als der in Hettstedt. Dafür spricht neben vielem anderen ein Multimediaterminal, das, so Näher, mit einem großen Smartphone vergleichbar sei. Dieses „interaktive Touchpult“ gibt, per Berührung aktivierbar, die vielfältigsten Informationen von den Börsenpreisen über Produktangebote bis hin zum Wetter preis. Nur Geld rückt es nicht heraus, wie es überhaupt mit dem Geld in diesem Haus so eine Sache ist: Das soll nur noch bekommen können, dem es auch gehört – mehr verriet Näher über modernste Sicherheitsmaßnahmen nicht.

In der Sparkasse wurden Räume neu geschaffen, aber auch die „inneren Werte wie Heizung, Klima, Datenverkabelung“ und dergleichen modernisiert, erklärte Näher, um mit einem Augenzwinkern eine Frage nachzusetzen: „Schätzen Sie mal, wie viel Meter Kupferkabel wir hier verbaut haben?“ Es entspreche der Entfernung zur Sparkassenfiliale Klostermansfeld: elf Kilometer. Es seien 7.000 Handwerkerstunden von 20 einheimischen Unternehmen geleistet worden, denn, so Näher: „Wir haben versucht, die Aufträge in der Region zu lassen und darauf verzichtet, sie landes- und europaweit auszuschreiben.“

Natürlich waren auch die am Umbau Beteiligten eingeladen zum Neujahrsempfang, der im „Kupfersaal“ des öffentlich-rechtlichen Geldinstituts stattfand. Wer glaubte, wenigstens diesen prächtigsten Raum des Hauses könne nichts verschönern, durfte sich wundern: der Saal hatte einen neuen Fußboden bekommen. Hier nun lauschten stehend oder sitzend die Gäste einem mit einer knappen Stunde wohltuend kurzen offiziellen Programm. Für Kurzweil und Zeit zum Atemholen sorgten zudem die Schüler der Kreismusikschule „Carl Christian Agthe“ Florian Krämer (16) und Gregor Cissewski (11). Sie bereicherten den ersten Teil des Abends mit Keyboardmusik.
Neujahrsempfang der Sparkasse und der Stadt Hettstedt. Die Rede des Bürgermeisters, Danny Kavalier, rief bei den Zuhörern zum Teil Nachdenklichkeit hervor. (Foto: Jochen Miche) Neujahrsempfang der Sparkasse und der Stadt Hettstedt. Die Rede des Bürgermeisters, Danny Kavalier, rief bei den Zuhörern zum Teil Nachdenklichkeit hervor. (Foto: Jochen Miche)
Im Mittelpunkt dieses Neujahrsempfangs stand die Ansprache des Hettstedter Bürgermeistes, Danny Kavalier, der mit Zeilen aus einem Gedicht des Dichters Peter Rosegger begann: „Ein bisschen mehr Frieden und weniger Streit, ein bisschen mehr Güte und weniger Neid, ein bisschen mehr Liebe und weniger Hass, ein bisschen mehr Wahrheit – das wäre was.“ Und es wäre so schön, wenn diese freundlichen Worte überall Gehör und Beachtung fänden. Dann gäbe es auch mehr Geduld im Umgang mit Problemen, wie sie beispielsweise durch die Flüchtlingsproblematik hierzulande Einzug gehalten haben. Kavalier schlug einen Bogen von einst – Kriegsende vor 71 Jahren, deutsche Wiedervereinigung vor 25 Jahren, die Kämpfe und Nöte von einst –, um festzustellen: „Natürlich kennen wir auch Probleme und Sorgen. Aber wir leben in Frieden und Freiheit, sind solidarisch und tolerant in einer der besten Demokratien unserer so ungleichen Welt.“ Er fragte: „Ist es verwerflich, wenn Menschen auf der Suche nach einem friedlichen Ort mit Werten, die wir für uns ganz selbstverständlich in Anspruch nehmen, hier in Deutschland ankommen?“

„In Hettstedt sind derzeit etwa 260 Asylbewerber in Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises Mansfeld-Südharz untergebracht“, erklärte der Redner, um zugleich festzustellen, dass der Landkreis Mansfeld-Südharz die vielen ehrenamtlichen Helfer unzureichend unterstütze und „im Stich lässt, und teilweise vollkommen überfordert dieser humanitären Aufgabe gegenüber steht“. – Die heitere Gelassenheit im Saal bekam einen leichten Dämpfer: bei den einen, weil sie den Landkreis wieder bei einer Unterlassungssünde ertappt zu haben wähnten, bei den anderen, weil Kavalier den Beweis für seine Vorwürfe schuldig blieb.

Kavalier würdigte die Leistungen der ehrenamtlichen Helfer vor Ort, die „ohne Vorurteile und Hemmnisse auf die Flüchtlinge zugehen“; deren Leistung sei unbezahlbar. Aber, betonte er, es dürften auch die Sorgen und Probleme nicht unbeachtet bleiben. Deshalb forderte er, dass jeder Ausländer, der hier heimisch werden wolle, und auch jede Religionsgemeinschaft und ethnische Gruppe die „Grundidee unserer freien und offenen Gesellschaft“ begreifen und akzeptieren müsse. Kavalier, zugleich Kreisvorsitzender der CDU: „Konkret sind die Grundrechte, um die es vor allem geht: das Recht jedes Einzelnen auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern, die Akzeptanz unterschiedlicher Lebensformen und sexueller Orientierungen und die Glaubensfreiheit.“

Die Stadt werde sich auch 2016 weiter entwickeln. Hier spielt der Nachwuchs eine besondere Rolle, denn, so Kavalier: „Eine zukunftsfähige Stadt muss kinder- und familienfreundlich sein.“ Aus diesem Grunde habe die Stadt Hettstedt allein im vergangenen Jahr rund 800.000 Euro in die Kinderbetreuung investiert. Ein Teil der Zukunftsmaßnahmen ist der Neubau der Delta-Kindertagesstätte. So habe der Landkreis Mansfeld-Südharz unter anderem wegen der geplanten Kreditaufnahme für Investitionsmaßnahmen die Beanstandung des Hettstedter Haushaltes 2016 angedroht. Das betreffe auch die Delta-Kita und den Neubau der Feuerwehr. Kavalier: „Soll der Rohbau jetzt stehen bleiben und nichts geht mehr, und warum erfolgte 2015 eine Genehmigung des Projektes, wenn man es jetzt in Frage stellt?“

Die Landrätin, Dr. Angelika Klein (Die Linke), ebenso Gast in diesem Haus wie Danny Kavalier, saß in Hettstedt nicht in der ersten Reihe. Doch sie hätte auch von dort aus nichts erklären wollen, das gar nicht stattgefunden hat: Selbst Kavalier sprach ja nur von einer Androhung, dass der Haushalt beanstandet werden könnte, mehr nicht. Ebenso kritisierte der Bürgermeister, dass die Fläche, auf der das neue Hettstedter Feuerwehrobjekt entstehen soll, vom Landkreis zur „Kampfmittelverdachtsfläche deklariert“ worden sei, was zu monatelangen Bauverzögerungen führen könne.

Der Bürgermeister strahlte Zuversicht aus, als er vom neu gestalteten Mansfeld-Museum als Design-Museum sprach. Noch ist der Glaube an eine positive überregionale Ausstrahlung des Museums allerdings nicht bei allen Museumsfreunden vorhanden. In die Strategie Kavaliers, der alten Bergbau- und Hüttenstadt ein jüngeres Antlitz zu verleihen, passt das Neue jedoch absolut, finden nicht nur Freunde der Design-Museums-Idee.

Der Bürgermeister hinterließ eine nachdenkliche Zuhörerschaft, deren Stimmung sich allerdings schnell wieder hob, als Sparkassenchef Weiss die neue Leiterin der Filiale Hettstedt nach vorn rief: Susann Eisenschmidt. Sie stellte sich mit einer Liedzeile von Marius Müller Westernhagen vor: „Ich bin wieder hier…“ Der Grund: Sie hatte 1994 in Hettstedt ihre Ausbildung begonnen, sich später an verschiedenen Orten weiterqualifiziert und ist nun als Chefin des Hettstedter Geldinstituts zurückgekehrt.
Großzügig, top modern ausgestattet und nicht ohne schlichte Eleganz präsentiert sich die Schalterhalle der Hettstedter Filiale der Kreissparkasse Mansfeld-Südharz. (Foto: Jochen Miche) Großzügig, top modern ausgestattet und nicht ohne schlichte Eleganz präsentiert sich die Schalterhalle der Hettstedter Filiale der Kreissparkasse Mansfeld-Südharz. (Foto: Jochen Miche)
Frau Eisenschmidt kam gleich eine angenehme Aufgabe zu: Überreichen eines Schecks über 3.000 Euro an Iris Gaertner, der Leiterin der Förderschule für Geistigbehinderte in Hettstedt, besser bekannt als „Waldschule“. Das Geld, so Frau Gaertner, werde zum Kauf einer Kletterspinne für Kinder auf dem Schulhof verwendet, um besser dem Bewegungsdrang vieler Kinder entsprechen zu können. Eine Auskunft, die für viel Freude und Applaus sorgte, welcher der Schule ebenso wie einer großzügigen Sparkasse galt, die anschließend zu Essen und Trinken einlud, für das die Hettstedter Stadtküche in ebenso bewährter wie vorbildlicher Form sorgte.
Jochen Miche
Ein Schild wies den Besuchern den Weg zum Festsaal in der Sparkasse. (Foto: Jochen Miche)
Am Keyboard erfreute mit temperamentvollen Weisen der Musikschüler Gregor Cissewski. (Foto: Jochen Miche)
Auch er sorgte für Kurzweil zwischen den Redebeiträgen: Florian Krämer von der Kreismusikschule "Carl Christian Agthe". (Foto: Jochen Miche)
Kein Spielzeug für große Leute, dennoch nicht weniger spannend: das Multimediaterminal in der Schalterhalle der Hettstedter Sparkasse am Rupprechtplatz. (Foto: Jochen Miche)
Hettstedts Bürgermeister, Danny Kavalier, hielt die Festrede zum Neujahrsempfang. (Foto: Jochen Miche)
Autor: jm

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)