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Do, 20:03 Uhr
14.01.2016
Freigabe der erneuerten Landesstraße 157 bei Friedeburg

Verkehr fließt wieder sicher

Das Bemerkenswerteste am Neubau der Rothenburger Straße in Friedeburg ist unsichtbar, denn es ragt tief ins Erdreich...

Drei Scheren für fünf Mann (von links): Landtagsabgeordneter Norbert Born (SPD), Baudirektor Uwe Langkammer, Verkehrsminister Thomas Webel (CDU), Landtagsabgeordneter Eduard Jantos (CDU) und Gerbstedts Bürgermeister Siegfried Schwarz (CDU). (Foto: Jochen Miche) Drei Scheren für fünf Mann (von links): Landtagsabgeordneter Norbert Born (SPD), Baudirektor Uwe Langkammer, Verkehrsminister Thomas Webel (CDU), Landtagsabgeordneter Eduard Jantos (CDU) und Gerbstedts Bürgermeister Siegfried Schwarz (CDU). (Foto: Jochen Miche)
Es sind sieben Meter fünfzig lange Pfeiler, die eine 93 Meter lange und 3,50 Meter hohe Beton-Stützwand tragen. Diese Straße über der Stützmauer wurde heute Nachmittag vom Verkehrsminister und anderen für das Projekt Verantwortlichen offiziell für den Verkehr freigegeben.

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Dass der heutige Termin überhaupt zustande kommen konnte, „ist das Ergebnis einer guten und lösungsorientierten Zusammenarbeit“, würdigte Uwe Langkammer, Präsident der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt, die Arbeit der am Bau beteiligten Ingenieurgesellschaften, Prüfingenieure und Bauunternehmen mit ihren Partnern.

Er hob aus dem Landkreis Mansfeld-Südharz das Sangerhäuser Ingenieurbüro Dr. Borg hervor, welches die Stützwand geplant hatte, Ingenieur Spillmann aus Sangerhausen als Baugrundgutachter sowie Diplomingenieur Otto, ebenfalls aus Sangerhausen, als Kontrollprüfer. Am Gelingen großen Anteil haben auch die an der Vorbereitung und Ausführung beteiligten Versorgungsunternehmen, insbesondere die Midewa Eisleben.

Langkammer lobte das außerordentlich gute Miteinander: „Der Regionalbereich Süd der Landesstraßenbaubehörde hat im Verlauf der Planung, Bauvorbereitung und Ausführung mit allen Behörden und Institutionen des Landes, des Landkreises, der kommunalen Gebietskörperschaften eng und vertrauensvoll zusammengearbeitet. Nur so konnten wir gemeinsam die Probleme lösen und die Klippen umschiffen und letztendlich heute hier stehen.“

„Die Klippen umschiffen“: Heute fiel es leicht, einen Bezug zum Wasser herzustellen. Am 4. Juni 2013 standen vielen Friedeburgern angesichts der Fluten, die sich von der Saale hinein in den Ort ergossen, die Tränen in den Augen. Trotz umfassender Vorsichtsmaßnahmen war das Wasser in Dutzende Gebäude eingedrungen und hatte manches Objekt zerstört, darunter das Feuerwehrgerätehaus und die Kindertagesstätte „Spatzennest“. Auch der damals schon etwas fragilen Stützwand der Landesstraße 157 am Ortsausgang von Friedeburg hatte, so Uwe Langkammer, „das Hochwasser den sprichwörtlichen, Rest‘ gegeben. Es hatte die Straße nur noch für leichte Fahrzeuge passierbar gemacht und damit für den Nutzfahrzeugverkehr eine Umleitung von mehr als zwölf Kilometern nach sich gezogen. Der Lebensnerv des Ortes wurde damit empfindlich getroffen.“

Die Stützmauer in Friedeburg ist eines von knapp 50 Vorhaben im Landesstraßennetz, das aus Mitteln des Hochwasserfonds finanziert wurde bzw. wird. Etwa die Hälfte aller Maßnahmen konnte bereits abgeschlossen und der Öffentlichkeit zur Nutzung übergeben werden. Heute eben auch die Straße mit Stützmauer in Friedeburg; die Arbeiten waren im Juni vorigen Jahres begonnen worden.

Thomas Webel, Minister für Landesentwicklung und Verkehr Sachsen-Anhalts (CDU), kam ebenfalls nach Friedeburg, um den Beteiligten „Danke“ zu sagen. Er freute sich über das in der Rothenburger Straße Geschaffene und resümierte: „Damit sind die Folgen der Flutkatastrophe von vor gut zweieinhalb Jahren hier nicht mehr sichtbar.“ Nach seinen Worten hat das Land mehr als 700.000 Euro in das Bauvorhaben in Friedeburg investiert. Den Verkehrsteilnehmern, aber auch den Anwohnern sei zeitweise viel zugemutet worden, ganz besonders während der Vollsperrung. Webel dankte auch Privatpersonen, darunter jenen, auf dessen Grundstück die Stützwand endete; die Bauarbeiter durften dieses Grundstück mit nutzen, so Webel. „Das ist nicht überall so“, lobte er Friedeburger Großzügigkeit und Kooperationsbereitschaft.

Mit den Worten „Ende gut, alles gut“ schloss Webel seine kurze Ansprache, nahm sich eine Schere und durchschnitt, assistiert von Helfern, das gelb-schwarze Band, das für einige Augenblicke die Straße gesperrt hatte.

Während einer anschließenden Begegnung der Ingenieure, Bauarbeiter und Vertreter des gesellschaftlichen Lebens – unter ihnen Gerbstedts Bürgermeister Siegfried Schwarz (CDU) und Landrätin Dr. Angelika Klein (Die Linke) – spaßte jemand: „Wenn die in Berlin nur halb so fit wären wie wir, hätten die längst unsere Bauleute gekauft – und ihren peinlichen, Hauptstadtflughafen‘ fertig gebaut.“ (Die Fertigstellung dieses Flughafens verzögert sich von Jahr zu Jahr.) Fit waren die an dem Bauvorhaben in Friedeburg Beteiligten tatsächlich: Straße, Fußweg, Stützmauer und neue Oberflächenentwässerung zur Saale hin wurden sage und schreibe drei Monate vorfristig fertig.

Ein Erfolgsrezept dafür nannte Präsident Langkammer bereits: Enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit aller. Vielleicht waren doch nicht die unsichtbaren Pfeiler, sondern dieser vertrauensvolle Umgang miteinander das Bemerkenswerteste am Straßenneubau in Friedeburg.
Jochen Miche
Großer Bahnhof bei der Verkehrsfreigabe der Landesstraße 157 am Ortsausgang von Friedeburg. (Foto: Jochen Miche)
Zwei Landtagsabgeordnete nehmen eine Landrätin in ihre Mitte: Dr. Angelika Klein. Sie freute der Fortschritt in Friedeburg. (Foto: Jochen Miche)
Geschafft: Das Band in den Farben des Landes Sachsen-Anhalt ist durchtrennt. (Foto: Jochen Miche)
Der Präsident der Landesstraßenbaubehörde, Uwe Langkammer, inspiziert die gewaltige Stützwand, der das nächste Saalehochwasser kaum noch etwas anhaben kann. (Foto: Jochen Miche)
Neu gebaut wurde auch die Oberflächenentwässerung der Straße. Das Regenwasser fließt auf diesem Weg in die Saale. (Foto: Jochen Miche)
So friedlich fließt die Saale nicht immer an Friedeburg vorbei. (Foto: Jochen Miche)
Autor: jm

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