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Wie geht es dem Tourismus?

Dienstag, 11. Januar 2011, 14:00 Uhr
Das neue Jahr hat gerade erst begonnen, doch viele Urlaubspläne wurden schon geschmiedet, und die Reisebüros sind für den Ansturm der Kunden gewappnet. Steigende Steuern und Abgaben könnten jedoch die positiven Erwartungen der Hotels, Gaststättenbetriebe und Reisebüros in Mittel- und Nordthüringen wieder zunichte machen. Das ergab eine Umfrage der Erfurter Industrie- und Handelskammer (IHK) unter rund 350 Branchenbetrieben...


„Die Preise für Übernachtungen und Gastronomie bleiben zunächst weitestgehend stabil“, verkündet IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Denn insgesamt seien die Geschäftserwartungen der Branche deutlich besser als noch vor einem Jahr. Die gute Konsumstimmung mache sich auch bei den Reiseveranstaltern bemerkbar. „41 Prozent rechnen mit Zuwächsen und nur 10 Prozent gehen von einem ungünstigeren Geschäftsverlauf in den nächsten Monaten aus“, fasst Grusser zusammen.

Doch nicht überall könnten Preissteigerungen verhindert werden. Vor allem bei Flügen und Pauschalreisen sei mit höheren Kosten zu rechnen. „Getrübt werden die positiven Erwartungen durch die neu eingeführte Flugverkehrsabgabe, die nach Regierungsschätzungen zusätzliche Einnahmen von einer Milliarde Euro erzielen soll. So werden Steuern im Rahmen der Kurz-, Mittel- und Langstreckenflüge von jeweils 8, 25 und 45 Euro erhoben“, rechnet der IHK-Chef vor. In der Regel würden die Gesellschaften diese Mehrbelastung an die Kunden weitergeben.

Steigende Flugpreise könnten jedoch den aktuellen Boom im Deutschlandtourismus weiter verstärken. Inwieweit der Freistaat davon profitiere, hänge aber auch von den Reaktionen der Gäste auf die in Erfurt und Weimar erhobene „Bettensteuer“ ab. So ist ab Januar in der Landeshauptstadt eine fünfprozentige Zusatz-Abgabe auf den Übernachtungspreis zu zahlen.

„Die negativen Beispiele machen leider inzwischen Schule. Aktuell denkt man in Eisenach, Jena und Meiningen ebenfalls über eine Bettensteuer nach“, kritisiert Grusser. Dabei reagierten insbesondere im Geschäftsreiseverkehr die Kunden ausgesprochen sensibel auf drohende Mehrkosten. So mussten die Reisebüros und Veranstalter – unabhängig von der guten Entwicklung im Urlaubsreisemarkt – bereits im letzten Jahr einen starken Rückgang im Geschäftskundensegment hinnehmen: fast die Hälfte der Betriebe berichteten von rückläufigen Buchungen in diesem Bereich. Dabei dürfte weniger die Zahl der Reisen ausschlaggebend gewesen sein, als vielmehr die im Zuge der Wirtschaftskrise vorgenommenen Sparbemühungen der Firmen. Die einmal eingeführten Einschränkungen bei den Hotelkategorien würden nun häufig beibehalten.

Trotz aller Hürden erwarten die Thüringer Hotels, Gaststättenbetriebe und Reisebüros ein erfolgreiches Jahr. Um sich über innovative Trends und Produkte aus ganz Europa zu informieren, reisen einheimische Tourismusunternehmen am 19. Januar zur internationalen Branchenmesse FITUR nach Madrid. Das in der IHK ansässige Enterprise Europe Network organisiert dort eine Kooperationsbörse, deren thematischer Schwerpunkt auf dem Bereich Nachhaltiger Tourismus & Ökotourismus liegt. Mit dabei sind in diesem Jahr auch die Toskanaworld GmbH aus Bad Sulza und die Landhauspension Rank aus Bad Berka.
Autor: nnz

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