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Sinus-Jugendstudie

Fast jeder zweite Jugendliche fragt KI zu Gesundheitsproblemen

Dienstag, 16. Juni 2026, 10:33 Uhr
Immer mehr Jugendliche wenden sich bei gesundheitlichen Fragen an Künstliche Intelligenz und vertrauen den Antworten häufig. Das zeigt die aktuelle Sinus-Jugendstudie im Auftrag der Barmer, für die im Herbst 2025 bundesweit rund 2.000 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren befragt wurden...

Bild: Künstliche Intelligenz
Künstliche Intelligenz (Foto: Gerd Altmann auf Pixabay )
Darunter 223 aus den mitteldeutschen Bundesländern. Demnach haben bereits 44 Prozent der Jugendlichen KI-Chatbots um Rat zu Gesundheitsproblemen oder Symptomen gefragt. Gleichzeitig stuft nahezu jede bzw. jeder Zweite (47 Prozent) die von KI vorgeschlagenen Gesundheitstipps als vertrauenswürdig ein.

Diese Entwicklung ist vor dem Hintergrund einer stark steigenden Nutzung von KI besonders kritisch. Der Anteil der Jugendlichen, die entsprechende Tools regelmäßig oder täglich nutzen, hat sich innerhalb von zwei Jahren von 18 auf 37 Prozent mehr als verdoppelt. „Viele Jugendliche nutzen KI inzwischen selbstverständlich, auch bei sensiblen Themen wie Gesundheit. Gerade hier birgt ein unkritisches Vertrauen jedoch erhebliche Risiken, da KI keine ärztliche Diagnose ersetzen kann und Fehleinschätzungen möglich sind“, sagt Robert Büssow, Landesgeschäftsführer der Barmer Thüringen.

Es sei daher entscheidend, dass junge Menschen früh lernen, die Grenzen solcher Systeme zu erkennen und Informationen kritisch einzuordnen.

Neben der Nutzung im Alltag wirkt sich KI auch auf die Zukunftserwartungen der Jugendlichen aus. So sehen 23 (Bund: 24) Prozent ihre beruflichen Pläne durch KI gefährdet. Fast doppelt so viele wie noch im Jahr 2023 (12 Prozent/Bund: 17). Dies zeigt, dass KI von Jugendlichen gleichzeitig als hilfreiches Werkzeug, aber auch als potenzielle Bedrohung wahrgenommen wird.

Fühlen sich Jugendliche gut über KI informiert?
Mehrheitlich ja: 67 (Bund: 73) Prozent fühlen sich eher oder sehr gut informiert. Im Jahr 2023 lag dieser Anteil noch bei 61 (Bund: 54) Prozent. Gleichzeitig steigt das Interesse am Thema weiter, deutschlandweit möchten 75 Prozent auf Bundesebene mehr darüber erfahren. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als zwei Jahre zuvor. In Mitteldeutschland ist das Interesse stabil geblieben (2025: 67 Prozent, 2023: 66 Prozent).

Wo liegen Unterschiede im Nutzungsverhalten?
Zwischen Jungen und Mädchen gibt es kaum Unterschiede. Deutlich sind dagegen Differenzen beim Bildungsstand. So nutzen bundesweit 30 Prozent mit niedrigem formalen Bildungsgrad KI regelmäßig oder täglich und 55 Prozent derjenigen mit hohem formalem Bildungsgrad.

Kann KI bei psychischer Belastung helfen?
Ein Teil der Jugendlichen nutzt KI bereits in diesem Bereich. 12 (Bund: 16) Prozent haben bereits Apps oder Chat-Bots bei Stress, Angst oder Traurigkeit genutzt. Weitere 18 (Bund: 19) Prozent würden dies gern ausprobieren.

Was ist die Sinus-Jugendstudie?
Die Sinus-Jugendstudie wird seit 2021 jährlich im Auftrag der BARMER durchgeführt. Befragt werden bundesweit rund 2.000 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren, darunter 223 aus den mitteldeutschen Bundesländern. Untersucht werden unter anderem Themen wie Zukunftsoptimismus, Digitalisierung und gesellschaftliche Entwicklungen, wie Cybermobbing. Die Ergebnisse der Sinus-Studie wurden und werden im Laufe des Jahres themenweise veröffentlicht.

Wie kann man Jugendliche besser aufklären?
Jugendliche sollten lernen, dass KI zwar schnelle und hilfreiche Informationen liefern kann, diese aber nicht immer zuverlässig sind. Gerade bei Gesundheitsthemen ist es wichtig zu vermitteln, dass KI keinen Arztbesuch ersetzen kann. Deshalb sollten junge Menschen darauf achten, Antworten zu hinterfragen und zusätzliche verlässliche Quellen zu prüfen. Schulen können den sicheren und kritischen Umgang mit KI stärker im Unterricht verankern und anhand konkreter Beispiele üben. Gleichzeitig ist es wichtig, Aufklärung auch über soziale Medien anzubieten, da Jugendliche dort besonders gut erreicht werden. Eltern können diesen Prozess ebenfalls unterstützen, indem sie ihre Kinder begleiten und mit ihnen über die Nutzung von KI sprechen.
Autor: red

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