Mit einer feierlichen Übergabe wurde am heutigen Freitag die neue Lehrwerkstatt des Landesforstbetriebes Süd in Obersdorfbei Sangerhausen offiziell in Betrieb genommen...
Die neue Lehrwerkstatt wurde am Freitag in Obersdorf bei Sangerhausen eingeweiht. (Foto: Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten)Das Land Sachsen-Anhalt investierte rund 2,5 Millionen Euro in den Neubau in Holzbauweise. Junge Menschen erfahren hier ihre Ausbildung in der Forstwirtschaft und als Revierjäger. Mit dieser neuen Ausbildungswerkstatt investieren wir ganz bewusst in die Zukunft unserer Wälder und in die Menschen, die sie künftig bewirtschaften und schützen werden. Moderne Ausbildungsbedingungen sind ein entscheidender Faktor, um junge Menschen für Berufe im Forstbereich zu begeistern. Gerade angesichts des Fachkräftemangels braucht die Landesverwaltung attraktive Ausbildungsorte, die Praxisnähe, Nachhaltigkeit und den neusten Stand der Technik miteinander verbinden, erklärt Forststaatssekretär Gert Zender in einer Presseinformation des Landwirtschaftsministeriums. Diese Lehrwerkstatt steht beispielhaft für eine zukunftsfähige und verantwortungsvolle Forstausbildung in Sachsen-Anhalt.
Der Forstbetrieb Süd bildet derzeit drei Auszubildende zum Revierjäger aus. Hinzu kommen 13 Auszubildende zum Forstwirt aus dem Betreuungsforstamt Harz.
In den neuen Räumen werden künftig praktische Fertigkeiten und Fachwissen vermittelt, darunter nachhaltige Waldwirtschaft und waldgerechte Wildbewirtschaftung, Holzerzeugung und Holzverarbeitung sowie die Wartung und Pflege von Geräten und Werkzeugen.
Entstanden ist laut Ministerium eine nachhaltige und funktionale Lern- und Arbeitsumgebung mit großen, hellen Schulungs- und Veranstaltungsräumen. Die bisherigen Gebäude der Lehrausbildungsstätte stammten ursprünglich aus der Zeit um 1860 und wurden zu DDR-Zeiten als Produktionsstätte für Konsumgüter des Staatlichen Forstbetriebes genutzt. Seit 1990 dienten sie als Ausbildungsstätte. Aufgrund des erheblichen Sanierungsbedarfs wurde ein Neubau erforderlich.
Die ersten Planungen begannen im Jahr 2019. Die Bauzeit, ohne Planung, umfasste ganze neun Monate.
Der Neubau verfügt über eine Grundfläche von rund 600 Quadratmetern und wurde als energieeffizienter Holzständerbau mit hohen Dämmstandards errichtet. Zum Einsatz kamen unter anderem Holzfaserdämmung, hinterlüftete Holzverschalungen sowie hochwärmegedämmte Dreifachverglasungen. Der Primärenergieverbrauch liegt mit 27,69 kWh pro Quadratmeter im Niedrigenergiestandard.
Die Wärmeversorgung erfolgt über einen Holzhackschnitzel-Heizkessel mit regionaler Restholzverwertung, der zusätzlich das Verwaltungsgebäude des Forstbetriebes Süd versorgt. Eine Photovoltaikanlage mit 15 kWp auf einem extensiv begrünten Dach dient der Eigenstromversorgung und Energiespeicherung. Das Gründach unterstützt zudem die Regenwasserpufferung sowie den sommerlichen Hitzeschutz.
Weitere nachhaltige Aspekte des Bauprojekts sind die dezentrale Warmwasserbereitung, die schnelle Bauweise mit Holz sowie die Wiederverwendung vorhandener Pflasterflächen.