nnz-online
Erneuerbare Energien

Solarpark bei Gerbstedt soll Stromnetz entlasten

Sonntag, 07. Juni 2026, 15:30 Uhr
Im Landkreis Mansfeld-Südharz ist am Sonntag ein innovativer Solarpark offiziell in Betrieb genommen worden. Die Anlage bei Gerbstedt kombiniert erstmals eine große Photovoltaik-Freiflächenanlage mit einem bereits bestehenden Windpark an einem gemeinsamen Netzanschlusspunkt...

Nach Angaben des Betreibers soll das Konzept dazu beitragen, mehr erneuerbare Energien ins Netz einzuspeisen, ohne die vorhandene Infrastruktur zu überlasten.

Eingeweiht wurde das Projekt von Sachsen-Anhalts Energieminister Armin Willingmann (SPD) und dem Betreiber, der wpd onshore GmbH. Das Besondere an der Anlage: Windpark und Solarpark nutzen dasselbe Umspannwerk. Dabei hat die Einspeisung von Windstrom Vorrang. Ein übergeordneter Parkregler überwacht die gemeinsame Stromerzeugung und sorgt dafür, dass die maximale Kapazität des Netzanschlusses nicht überschritten wird.

Willingmann bezeichnete das Vorhaben als „Leuchtturmprojekt“ für den Ausbau erneuerbarer Energien. Es zeige, wie sich zusätzlicher grüner Strom erzeugen lasse, ohne bestehende Netzengpässe zu verschärfen. Statt den Ausbau von Wind- und Solarenergie mit Verweis auf fehlende Netzkapazitäten zu bremsen, müssten innovative Lösungen stärker genutzt und die Stromnetze konsequent weiter ausgebaut werden, so der Minister.

Die neue Photovoltaikanlage verfügt über eine Leistung von rund 54 Megawatt Peak und erstreckt sich über eine Fläche von 53 Hektar. Dafür wurden nach Angaben des Unternehmens rund 86.000 Solarmodule installiert. Der erzeugte Strom soll rechnerisch den Jahresbedarf von etwa 20.000 Haushalten decken.

Nach Angaben des Betreibers bleibt die Anlage trotz des Vorrangs für Windstrom wirtschaftlich. Der Grund: Windkraftanlagen produzieren vor allem im Winterhalbjahr viel Energie, während Solaranlagen ihre höchsten Erträge in den Sommermonaten erzielen. Dadurch ergänzen sich beide Technologien.

„Mit dem neuen Solarpark führen wir unsere bestehenden acht Windenergieanlagen an einem gemeinsamen Umspannwerk zusammen“, erklärte Matthias Lehmann, Niederlassungsleiter Ost und Teamleiter Technisches Projektmanagement bei wpd. Durch den sogenannten hybriden Netzverknüpfungspunkt würden die örtlichen Einspeisebedingungen, die Netzkapazitäten und die Investitionen wirtschaftlich optimal miteinander verbunden.

Neben der Stromerzeugung soll das Projekt auch der Region zugutekommen. Nach Angaben des Unternehmens werden die Stadt Gerbstedt sowie die Bürgerinnen und Bürger entsprechend den Regelungen des Beteiligungsgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt an den Erträgen beteiligt.
Autor: red

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 msh-online.de