Zeitreise mit Lesung und Dampfzug
SPURWECHSEL – Eine szenische Lesung im historischen Wartesaal
Freitag, 19. September 2025, 13:22 Uhr
Die Mansfelder Bergwerksbahn hat kurzfristig noch eine ganz besondere Veranstaltung ins Programm genommen. Am 27. September 2025 um 13:00 Uhr (Einlass 12:45 – 13:00) findet in Kooperation mit dem Deutschen Kulturforums östliches Europa im historischen Wartesaal (ehemals Bahnhofsgaststätte für die III./IV. Klasse) des Bahnhofes Klostermansfeld in Benndorf eine szenische Lesung zum Thema SPURWECHSEL - Züge, Strecken und Bahnhöfe im östlichen Europa seit 1870, statt...
Im Programm zur Veranstaltung heißt es weiter:
Europaweit wurden Eisenbahnen, die zunächst als Transportmittel für die Industrie gedient hatten, ab den 1830er Jahren ein allgemeines Verkehrs- und Reisemittel. Die neuartige Geschwindigkeit der mechanischen Verkehrsmittel ließ die natürliche Welt immer mehr schrumpfen. Ein Teil der damaligen Zeitgenossen bejubelte die Züge als technische Garanten für Völkerverständigung, Fortschritt und Frieden. Ein anderer Teil empfand jedoch das schnelle, relativ glatte Dahingleiten als Verlust und trauerte den nun langsam verschwindenden Kutschen hinterher.
Die Erfahrungen von Raum und Zeit wurden durch die Eisenbahn verändert, ja, nivelliert, Landschaft und Landschaftswahrnehmung wurden durch Tunnel, Schneisen, Einschnitte, Viadukte umgemodelt. Man sprach von der »Vernichtung von Raum und Zeit«, die als neu und verwirrend empfunden wurde. Allerdings gab es auch Gebiete, deren bisher unbesiedelte Wildnisse durch die Eisenbahn überhaupt erst erschlossen wurden. Die erschütternden Umbrüche, die das neuartige Eisenbahnwesen mit sich brachte, kommentierte Joseph von Eichendorff bereits um 1850 mit einem skeptischen Kopfschütteln:
»Diese Dampffahrten rütteln die Welt, die eigentlich nur noch aus Bahnhöfen besteht, unermüdlich durcheinander wie ein Kaleidoskop, wo die vorüberjagenden Landschaften, ehe man noch irgendeine Physiognomie gefasst, immer neue Gesichter schneiden, der fliegende Salon immer neue Sozietäten bildet, bevor man noch die alten recht überwunden« (aus der Collage von R. Schieb).
In der szenischen Lesung bietet Synchronsprecher und Schauspieler Wolfgang Wagner literarische Zitate über Zugfahrten, Eisenbahnlinien und Bahnhöfe im östlichen Europa dar, ergänzt und verbunden durch kulturhistorische Kommentare der Autorin Roswitha Schieb, die die Collage verfasst hat. Roswitha Schieb veröffentlichte bereits eine Reihe von kulturhistorischen Reisebüchern, darunter den Literarischen Reiseführer Breslau und Jeder zweite Berliner. Schlesische Spuren an der Spree im Deutschen Kulturforum östliches Europa. Wolfgang Wagner arbeitet seit über dreißig Jahren auf verschiedenen Bühnen, in Film und Fernsehen sowie als Synchron- und Hörspielsprecher für zahlreiche Projekte.
Danach fahren die Fahrgäste passend zum Thema noch eine Runde mit den historischen Reisezugwagen der Mansfelder Bergwerksbahn durch das Mansfelder Land. Um die Wartezeit zwischen Lesung und Abfahrt des historischen Reisezuges zu überbrücken, darf natürlich ganz zeitgemäß für die damalige Zeit, eine kleine Imbissversorgung a la Bahnhofsgaststätte bzw. Mitropa nicht fehlen. Diese wird in Form von Wienerwürstchen gereicht und ist bereits, genau wie die Bahnfahrt, im Eintrittspreis von 29,00 €/Person inkludiert. Getränke werden auf Selbstzahlerbasis angeboten. Das Angebot ist auf 60 Personen begrenzt.
Reservierung mit Vorkasse und weitere Infos unter:
mansfelder@bergwerksbahn.de; www.mansfelder-bergwerksbahn.de oder unter der Tel. 034772 27640 (Zu unseren Bürozeiten Mo.-Fr. von 09:00 bis 16:00 Uhr).
Autor: nisIm Programm zur Veranstaltung heißt es weiter:
Europaweit wurden Eisenbahnen, die zunächst als Transportmittel für die Industrie gedient hatten, ab den 1830er Jahren ein allgemeines Verkehrs- und Reisemittel. Die neuartige Geschwindigkeit der mechanischen Verkehrsmittel ließ die natürliche Welt immer mehr schrumpfen. Ein Teil der damaligen Zeitgenossen bejubelte die Züge als technische Garanten für Völkerverständigung, Fortschritt und Frieden. Ein anderer Teil empfand jedoch das schnelle, relativ glatte Dahingleiten als Verlust und trauerte den nun langsam verschwindenden Kutschen hinterher.
Die Erfahrungen von Raum und Zeit wurden durch die Eisenbahn verändert, ja, nivelliert, Landschaft und Landschaftswahrnehmung wurden durch Tunnel, Schneisen, Einschnitte, Viadukte umgemodelt. Man sprach von der »Vernichtung von Raum und Zeit«, die als neu und verwirrend empfunden wurde. Allerdings gab es auch Gebiete, deren bisher unbesiedelte Wildnisse durch die Eisenbahn überhaupt erst erschlossen wurden. Die erschütternden Umbrüche, die das neuartige Eisenbahnwesen mit sich brachte, kommentierte Joseph von Eichendorff bereits um 1850 mit einem skeptischen Kopfschütteln:
»Diese Dampffahrten rütteln die Welt, die eigentlich nur noch aus Bahnhöfen besteht, unermüdlich durcheinander wie ein Kaleidoskop, wo die vorüberjagenden Landschaften, ehe man noch irgendeine Physiognomie gefasst, immer neue Gesichter schneiden, der fliegende Salon immer neue Sozietäten bildet, bevor man noch die alten recht überwunden« (aus der Collage von R. Schieb).
In der szenischen Lesung bietet Synchronsprecher und Schauspieler Wolfgang Wagner literarische Zitate über Zugfahrten, Eisenbahnlinien und Bahnhöfe im östlichen Europa dar, ergänzt und verbunden durch kulturhistorische Kommentare der Autorin Roswitha Schieb, die die Collage verfasst hat. Roswitha Schieb veröffentlichte bereits eine Reihe von kulturhistorischen Reisebüchern, darunter den Literarischen Reiseführer Breslau und Jeder zweite Berliner. Schlesische Spuren an der Spree im Deutschen Kulturforum östliches Europa. Wolfgang Wagner arbeitet seit über dreißig Jahren auf verschiedenen Bühnen, in Film und Fernsehen sowie als Synchron- und Hörspielsprecher für zahlreiche Projekte.
Danach fahren die Fahrgäste passend zum Thema noch eine Runde mit den historischen Reisezugwagen der Mansfelder Bergwerksbahn durch das Mansfelder Land. Um die Wartezeit zwischen Lesung und Abfahrt des historischen Reisezuges zu überbrücken, darf natürlich ganz zeitgemäß für die damalige Zeit, eine kleine Imbissversorgung a la Bahnhofsgaststätte bzw. Mitropa nicht fehlen. Diese wird in Form von Wienerwürstchen gereicht und ist bereits, genau wie die Bahnfahrt, im Eintrittspreis von 29,00 €/Person inkludiert. Getränke werden auf Selbstzahlerbasis angeboten. Das Angebot ist auf 60 Personen begrenzt.
Reservierung mit Vorkasse und weitere Infos unter:
mansfelder@bergwerksbahn.de; www.mansfelder-bergwerksbahn.de oder unter der Tel. 034772 27640 (Zu unseren Bürozeiten Mo.-Fr. von 09:00 bis 16:00 Uhr).
