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Tipps für Festvorbereitungen und den Jahreswechsel

Stressfrei die Feiertage genießen

Samstag, 25. Dezember 2021, 10:01 Uhr
Zum zweiten Corona-Weihnachten stehen die Zeichen wieder auf Kontaktbeschränkung und Virusbekämpfung. Wie sie am besten ohne Stress auf die Festtage und das Jahr 2022 zusteuern, verrät Sozialmedizinerin Dr. med. Melanie Volkmer von der Krankenkasse KNAPPSCHAFT...

Vor den vermeintlich besinnlichen und ruhigen Feiertagen steigt bei vielen der Stresspegel. In Zeiten der Pandemie verstärken die Angst vor Krankheit, Ausnahmezustände, Auflagen und Schutzvorkehrungen die Stressfaktoren. „Stressempfinden ist subjektiv. Auch der Kopf entscheidet, ob man sich zutraut, die Situation zu bewältigen“, weiß Dr. Melanie Volkmer. Ihr Rat: „Überfrachten sie Festtage und den Jahreswechsel nicht mit hohen Erwartungshaltungen, die dann enttäuscht werden können.“

Stress ist eine natürliche Reaktion des Körpers auf außergewöhnliche Anforderungen und zur Gefahrenabwehr: Beschleunigter Herzschlag und Atmung, angespannte Muskulatur: für Sekundenbruchteile werden Energiereserven für Höchstleistungen freigesetzt. „Wenn wir eine Herausforderung meistern, kann Stress das Selbstvertrauen und Wohlbefinden fördern“, erläutert die Sozialmedizinerin. Problematisch wird es, wenn angemessene Erholungsphasen ausbleiben und wir uns dauerhaft überfordert fühlen.

In Wissenschaft und Sprachgebrauch ist das Wort Stress mittlerweile Synonym für eine schnelllebige und hektische Zeit. Die meisten Menschen verbinden mit dem Wort “Stress” etwas Negatives. Mehrfachbelastung durch Beruf und Familie, Arbeitsverdichtung und das Verlangen nach Flexibilität lassen den Stresspegel steigen. Wenn Menschen in diesem Umfeld nicht mehr richtig abschalten können, fühlen sie sich zunehmend auch in der Freizeit gestresst, berichtet Dr. med. Melanie Volkmer.

„Bringen Sie Körper und Seele durch regelmäßige Ruhephasen in die richtige Balance“, sagt die Sozialmedizinerin. Wichtig sei, Momente der Entspannung in den Alltag zu integrieren. Ein gutes Mittel gegen Stress ist zudem Sport und Bewegung. Schon beim Wandern oder strammen Gehen baue der Körper zusätzliche Zellbausteine auf, um die Stresshormone besser abzufangen.

Auch mit den traditionellen guten Neujahrsvorsätzen sollte man sich nicht zu sehr unter Druck setzen. „Die Ziele dürfen durchaus ambitioniert, sollten aber nicht unrealistisch sein“, empfiehlt Gesundheitsexpertin Volkmer. Um Vorhaben langfristig umzusetzen, sollten diese am besten schriftlich und konkret formuliert werden. Vorsätze wie „Gesund ernähren, Gewicht reduzieren, oder Fitness erhöhen” seien zu abstrakt und wenig greifbar. Besser sei es, zum Beispiel an sechs Tagen die Woche auf Süßigkeiten verzichten zu wollen oder sich täglich einen Spaziergang vorzunehmen. Wer so etwas regelmäßig befolge, könne sich auch über kleine Erfolge freuen. Das helfe, gute Laune zu bewahren und am Ball zu bleiben.

Übrigens: Auch die Krankenkasse hilft bei der Stressbewältigung. Die KNAPPSCHAFT bietet ihren Versicherten kostenlose Präventionskurse. Gegen den ungesunden Stress gibt es unterschiedlichste Methoden, darunter auch autogenes Training oder auch Yoga, Tai-Chi sowie progressive Muskelentspannung.

5 Tipps der KNAPPSCHAFT gegen Stress:
1. Lassen Sie sich keinen Stress von außen aufdrücken. Sagen sie auch einmal „Nein“, wenn es ihnen zu viel wird. Ob Geschenke, Deko oder Festessen; es muss nicht immer alles perfekt oder eine Nummer größer als im Vorjahr sein.
2. Gute Vorbereitung und Planung sind hilfreich. Stellen Sie dabei auch an andere keine zu hohen Erwartungen. Gehen Sie gelassen an die Gestaltung von Feiertagen und Jahreswechsel, sonst droht schnell eine Enttäuschung.
3. Auch im engen Familienkreis muss nicht alles gemeinsam unternommen werden. Schaffen sie sich Freiräume und gönnen Sie allen Gelegenheiten zum Rückzug.
4. Nutzen Sie die Feiertage, um einmal längere Zeit komplett abzuschalten - ohne über den Beruf nachzudenken oder Termine zu planen.
5. Seien sie bei guten Neujahrvorsätzen realistisch und konkret. Handgeschriebenes setzt sich besser im Gehirn fest. Freuen Sie sich über erste Erfolge und bewahren sich die gute Laune, um am Ball zu bleiben.
Autor: red

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