DAS IST NICHT SO EINFACH:
Fernsehgerät kaufen
Sonntag, 19. Dezember 2021, 10:07 Uhr
Kurz vor Weihnachten und Ostern häufen sich in fast allen Medien die guten Ratschläge für den Kauf von Geräten der Unterhaltungselektronik. Ob die Ratschläge wirklich gut waren, kann Kunde Normalverbraucher meist erst feststellen, wenn es zu spät ist. Ein Ratgeber von Jürgen Wiethoff...
Eine Orientierung am Verkaufspreis ist der vollkommen falsche Weg beim Kauf eines Fernsehgerätes. Legen Sie in Ruhe fest, welche Ansprüche Sie an das Gerät stellen. Am besten schreiben Sie sich auf, worauf Sie achten wollen.
Nehmen Sie sich Zeit und rechnen Sie mit zwei Wegen zum Verkäufer.
Amerikanische Fernsehtechniker geben ihren, erst einige Jahre gebräuchlichen, Rat RtfM (Read the fucking manual! Jugendfreie Übersetzung: Lies die verdammte Bedienungsanleitung!) auch zusehends wieder auf. Die gedruckte Bedienungsanleitung, die es zum Gerät gibt (meistens in vielen Sprachen dieser Welt und schön klein gedruckt), erklärt fast immer nur die Grundfunktionen. Trotzdem sollten Sie vor dem Kauf einen Blick hinein werfen.
Verstehen Sie das Beschriebene nicht, erfolgte die Übersetzung mit einem Translator aus dem koreanischen, japanischen oder chinesischen Englisch und kennen Sie dann keinen wirklich guten Techniker mit viel Softwareverständnis, der Ihnen das Ding zum Laufen bringt, lassen Sie besser die Finger davon.
Für eine ausführliche Bedienungsanleitung brauchen Sie dann das Internet. Nicht selten ist diese Anleitung um die 100 Seiten lang. Ehe Sie diese ausdrucken, versuchen Sie, sie zu verstehen (siehe oben). Das Herunterladen erlauben fast alle Hersteller inzwischen auch schon vor dem Kauf. Geben Sie dazu die bis auf den letzten Punkt genaue Typenbezeichnung ein, auch wenn sie lang und vorwiegend kryptisch ist.
Vertrauen Sie keinen Werbeversprechen, die Sie erst in der Zukunft überprüfen können. Der Verfasser kaufte kurz vor Einführung von DVB-T2 das, nicht gerade billige, Gerät eines namhaften asiatischen Herstellers mit dem Aufkleber Für DVB-T2 geeignet. Das stimmte auch, allerdings hätte ich für den Empfang ins nordeuropäische Ausland ziehen müssen. Für deutsches DVB-T2 war das Gerät nicht geeignet. Ein Lob gilt hier allerdings dem Händler: Es gab den vollen Verkaufspreis zurück.
Wenn Sie dann im Laden Ihres Vertrauens stehen, lassen Sie sich so viel Geräte wie möglich mit der gewünschten Bildschirmdiagonale nebeneinander stellen und das gleiche, möglichst detailreiche, Programm einstellen. So können Sie die Bildschärfe und Farbechtheit am besten beurteilen. Es gilt weiterhin, das größere Bildschirme ein insgesamt unschärferes Bild vermitteln, denn die vom Sender entsprechend Systemparametern bereitgestellte Bildqualität verbessert sich nicht mit der vom Käufer erworbenen Bildschirmdiagonale des Gerätes.
Achten Sie auch auf den Ton. Viele Geräte strahlen diesen inzwischen nach hinten ab. Das raubt vor allem hohe Töne und erschwert so die Verständlichkeit und die Kanaltrennung.
Auch Empfehlungen von bestimmten Marken sind heute leider mit Vorsicht zu genießen. Plötzlich und unerwartet findet man unter Geräten eines gut beleumdeten Herstellers ein weniger gutes Gerät.
Insgesamt gibt es nur einen wirklich guten Rat vor dem Gang zum Händler: Augen und Ohren auf beim Gerätekauf.
Jürgen Wiethoff
Autor: psgEine Orientierung am Verkaufspreis ist der vollkommen falsche Weg beim Kauf eines Fernsehgerätes. Legen Sie in Ruhe fest, welche Ansprüche Sie an das Gerät stellen. Am besten schreiben Sie sich auf, worauf Sie achten wollen.
Nehmen Sie sich Zeit und rechnen Sie mit zwei Wegen zum Verkäufer.
Amerikanische Fernsehtechniker geben ihren, erst einige Jahre gebräuchlichen, Rat RtfM (Read the fucking manual! Jugendfreie Übersetzung: Lies die verdammte Bedienungsanleitung!) auch zusehends wieder auf. Die gedruckte Bedienungsanleitung, die es zum Gerät gibt (meistens in vielen Sprachen dieser Welt und schön klein gedruckt), erklärt fast immer nur die Grundfunktionen. Trotzdem sollten Sie vor dem Kauf einen Blick hinein werfen.
Verstehen Sie das Beschriebene nicht, erfolgte die Übersetzung mit einem Translator aus dem koreanischen, japanischen oder chinesischen Englisch und kennen Sie dann keinen wirklich guten Techniker mit viel Softwareverständnis, der Ihnen das Ding zum Laufen bringt, lassen Sie besser die Finger davon.
Für eine ausführliche Bedienungsanleitung brauchen Sie dann das Internet. Nicht selten ist diese Anleitung um die 100 Seiten lang. Ehe Sie diese ausdrucken, versuchen Sie, sie zu verstehen (siehe oben). Das Herunterladen erlauben fast alle Hersteller inzwischen auch schon vor dem Kauf. Geben Sie dazu die bis auf den letzten Punkt genaue Typenbezeichnung ein, auch wenn sie lang und vorwiegend kryptisch ist.
Vertrauen Sie keinen Werbeversprechen, die Sie erst in der Zukunft überprüfen können. Der Verfasser kaufte kurz vor Einführung von DVB-T2 das, nicht gerade billige, Gerät eines namhaften asiatischen Herstellers mit dem Aufkleber Für DVB-T2 geeignet. Das stimmte auch, allerdings hätte ich für den Empfang ins nordeuropäische Ausland ziehen müssen. Für deutsches DVB-T2 war das Gerät nicht geeignet. Ein Lob gilt hier allerdings dem Händler: Es gab den vollen Verkaufspreis zurück.
Wenn Sie dann im Laden Ihres Vertrauens stehen, lassen Sie sich so viel Geräte wie möglich mit der gewünschten Bildschirmdiagonale nebeneinander stellen und das gleiche, möglichst detailreiche, Programm einstellen. So können Sie die Bildschärfe und Farbechtheit am besten beurteilen. Es gilt weiterhin, das größere Bildschirme ein insgesamt unschärferes Bild vermitteln, denn die vom Sender entsprechend Systemparametern bereitgestellte Bildqualität verbessert sich nicht mit der vom Käufer erworbenen Bildschirmdiagonale des Gerätes.
Achten Sie auch auf den Ton. Viele Geräte strahlen diesen inzwischen nach hinten ab. Das raubt vor allem hohe Töne und erschwert so die Verständlichkeit und die Kanaltrennung.
Auch Empfehlungen von bestimmten Marken sind heute leider mit Vorsicht zu genießen. Plötzlich und unerwartet findet man unter Geräten eines gut beleumdeten Herstellers ein weniger gutes Gerät.
Insgesamt gibt es nur einen wirklich guten Rat vor dem Gang zum Händler: Augen und Ohren auf beim Gerätekauf.
Jürgen Wiethoff
