Tipps für sicheres Grillen
Grillabend soll kein medizinischer Notfall werden
Donnerstag, 03. September 2020, 09:52 Uhr
Spätsommer – die Grillsaison ist noch nicht vorbei. Egal ob mit Freunden oder in der Familie, auf der Wiese im Garten, der Terrasse oder am See. Aus dieser wohl angenehmen Phase des Jahres ist die Grillsaison längst nicht mehr wegzudenken...
Es muss jedoch inmitten der Vorfreude auch auf die Schattenseiten hingewiesen werden: die Gefahr, die für viele Grillunfälle sorgt. Bei Kindern und Erwachsenen kommt es jedes Jahr zu Verbrennungen, die ärztlich versorgt werden müssen, zum Teil bedürfen sie auch einer stationären Behandlung. Dr. med. Lutz Lindemann-Sperfeld, Chefarzt des Orthopädisch-traumatologischen Zentrums der Helios Klinik Hettstedt, gibt Tipps wie Grillunfälle vermieden werden können.
Dr. med. Lutz Lindemann-Sperfeld, Chefarzt des Orthopädisch-traumatologischen Zentrums der Helios Klinik Hettstedt, Fotocredit: Helios Kliniken
Brandbeschleuniger, wie Spiritus, um das Feuer schneller in Gang zu bringen, sollte niemals verwendet werden. Gefährliche Verpuffungen mit meterhohen Flammenwänden oder Rückzündungen sind die Folge, wenn man Spiritus oder andere Brandbeschleuniger auf zu langsam brennende Grillholzkohle gießt – mit verhängnisvollen Folgen für alle umstehenden Personen, warnt Dr. med. Lindemann-Sperfeld. Vor allem Jugendliche sind häufig sehr unvorsichtig im Umgang mit dem Grill.
Auch vermehrter Alkoholkonsum kann dazu führen, dass der Grillabend zum medizinischen Notfall wird.
Heiße Flüssigkeiten, wie zum Beispiel Öle, schädigen ab 52 Grad Celsius die Haut. Die Belastung durch Angst und Schmerz bei Verbrennungen ist enorm, denn die meisten Patienten erleben den Unfall bei vollem Bewusstsein. Gefährlich wird es aber vor allem, wenn Patienten nach Verbrennungen nicht über Schmerzen klagen. In diesen Fällen sollte unbedingt der Rettungsdienst gerufen oder eine Notaufnahme aufgesucht werden, erläutert der Unfallchirurg. Je nach Schwere der Verbrennung können auch eine Hauttransplantation erforderlich sein. Die Haut ist nach Verbrennungen, wie zum Beispiel auch nach einem Sonnenbrand, für lange Zeit sehr empfindlich. Zudem leiden Verbrennungsopfer unter starkem Juckreiz. Die psychische Belastung, mit den Narben leben zu müssen, hält unter Umständen ein Leben lang an. Ein Grillunfall mit Brandbeschleunigern wie Spiritus ist zu hundert Prozent vermeidbar, betont der Chefarzt.
Hier gibt es weitere Tipps für sicheres Grillen:
Hier gibt es noch die wichtigste Information für die Erste-Hilfe-Maßnahme bei Verbrennungen:Die verbrannten Stellen sofort für 10 bis 15 Minuten mit Wasser (nicht kälter als 15°C) kühlen und den Notarzt rufen beziehungsweise den Arzt aufsuchen.
Autor: nisEs muss jedoch inmitten der Vorfreude auch auf die Schattenseiten hingewiesen werden: die Gefahr, die für viele Grillunfälle sorgt. Bei Kindern und Erwachsenen kommt es jedes Jahr zu Verbrennungen, die ärztlich versorgt werden müssen, zum Teil bedürfen sie auch einer stationären Behandlung. Dr. med. Lutz Lindemann-Sperfeld, Chefarzt des Orthopädisch-traumatologischen Zentrums der Helios Klinik Hettstedt, gibt Tipps wie Grillunfälle vermieden werden können.
Dr. med. Lutz Lindemann-Sperfeld, Chefarzt des Orthopädisch-traumatologischen Zentrums der Helios Klinik Hettstedt, Fotocredit: Helios Kliniken
Brandbeschleuniger, wie Spiritus, um das Feuer schneller in Gang zu bringen, sollte niemals verwendet werden. Gefährliche Verpuffungen mit meterhohen Flammenwänden oder Rückzündungen sind die Folge, wenn man Spiritus oder andere Brandbeschleuniger auf zu langsam brennende Grillholzkohle gießt – mit verhängnisvollen Folgen für alle umstehenden Personen, warnt Dr. med. Lindemann-Sperfeld. Vor allem Jugendliche sind häufig sehr unvorsichtig im Umgang mit dem Grill.
Auch vermehrter Alkoholkonsum kann dazu führen, dass der Grillabend zum medizinischen Notfall wird.
Heiße Flüssigkeiten, wie zum Beispiel Öle, schädigen ab 52 Grad Celsius die Haut. Die Belastung durch Angst und Schmerz bei Verbrennungen ist enorm, denn die meisten Patienten erleben den Unfall bei vollem Bewusstsein. Gefährlich wird es aber vor allem, wenn Patienten nach Verbrennungen nicht über Schmerzen klagen. In diesen Fällen sollte unbedingt der Rettungsdienst gerufen oder eine Notaufnahme aufgesucht werden, erläutert der Unfallchirurg. Je nach Schwere der Verbrennung können auch eine Hauttransplantation erforderlich sein. Die Haut ist nach Verbrennungen, wie zum Beispiel auch nach einem Sonnenbrand, für lange Zeit sehr empfindlich. Zudem leiden Verbrennungsopfer unter starkem Juckreiz. Die psychische Belastung, mit den Narben leben zu müssen, hält unter Umständen ein Leben lang an. Ein Grillunfall mit Brandbeschleunigern wie Spiritus ist zu hundert Prozent vermeidbar, betont der Chefarzt.
Hier gibt es weitere Tipps für sicheres Grillen:
- Grillen Sie nicht in geschlossenen Räumen
- Stellen Sie den Grill in sicherer Entfernung von brennbaren Materialien kippsicher im Windschatten auf
- Stellen Sie einen Kübel mit Sand, einen Feuerlöscher oder eine Löschdecke zum Löschen des Grillfeuers bereit!
- Halten Sie Kinder vom Grill fern, achten Sie dabei auf einen Sicherheitsabstand von zwei bis drei Metern!
- Verwenden Sie nur feste Grillanzünder aus dem Fachhandel!
- Lassen Sie den Grill nie unbeaufsichtigt!
- Löschen Sie brennendes Fett niemals mit Wasser sondern durch Abdecken.
- Löschen Sie das Grillfeuer und die Glut nach dem Grillen vollständig und lassen Sie die Glut unter Aufsicht auskühlen!
- Stellen Sie den Grill niemals zum Auskühlen ins Zimmer oder in die Wohnung – es besteht Vergiftungsgefahr!
Hier gibt es noch die wichtigste Information für die Erste-Hilfe-Maßnahme bei Verbrennungen:Die verbrannten Stellen sofort für 10 bis 15 Minuten mit Wasser (nicht kälter als 15°C) kühlen und den Notarzt rufen beziehungsweise den Arzt aufsuchen.

