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Skaturnier in Esperstedt mit großer Reichweite

Donnerstag, 28. Dezember 2017, 15:23 Uhr
Am Mittwoch fand das Skatturnier des SV 58 Esperstedt im Bürgerhaus in Esperstedt statt und schon die Kennzeichen der vor dem Bürgerhaus geparkten Fahrzeuge ließen auf Gäste von weit her schließen...

Zum nunmehr 25.Mal stand das Skatturnier des SV 58 Esperstedt an, das es seit 1992 gibt und das nur einmal ausfallen musste, weil es durch Baumaßnahmen keinen genügend großen Saal gab. Die Liste der „Geschichten“ dieser Jahre ist lang, mit dem Jubiläumsturnier kommen auch wieder genügend neue dazu.
Alles begann eigentlich wie immer. Frank Kreher aus Bottendorf (Sieger 2013) war wie die letzten Jahre kurz nach 12 Uhr der Erste und nach und nach trudelten immer mehr Skatbrüder ein.

Skaturnier in Esperstedt mit großer Reichweite (Foto: Jürgen Schweser) Skaturnier in Esperstedt mit großer Reichweite (Foto: Jürgen Schweser)

Gerhard Spengler aus Hettstedt mit seinen 94 Jahren konzentriert beim Spiel

Die Zeit bis zum Beginn wurde nicht lang, man sprach über die letzten Turniere, plante die nächsten Turniere, sprach sich über Fahrgemeinschaften ab. Der Saal war vorbereitet, 13 Tische für 52 Spieler waren hergerichtet. Immer mehr kamen, die Schlange an der Anmeldung wollte nicht enden. Kurz vor Beginn waren es 57 Männer, also 12 Vierer- und 3 Dreiertische. Schnell wurden durch Vereinsvorsitzenden Andre Firme und seine Helferinnen Katy Schmidt, Anett Hiller und Renate Herrmann die zwei „Reservetische“ noch hingerückt. Dann kamen weiter 3 Spieler aus Hettstedt. Alles noch im gelben Bereich, 15 Tische a 4 Spieler. Doch dann fast der „Supergau“, weitere vier Spieler aus Weißensee und Straußfurt standen an der Anmeldung. Weggeschickt wird aber niemand! Der 16.Tisch war etwas größer als die anderen, aber gespielt werden konnte.

Skaturnier in Esperstedt mit großer Reichweite (Foto: Jürgen Schweser) Skaturnier in Esperstedt mit großer Reichweite (Foto: Jürgen Schweser)

Der Saall war gut gefüllt.

Schnell waren die Tische gekennzeichnet, die Auslosung durchgeführt, Listen und Stifte verteilt. Doch dann etwas, womit eigentlich niemand, am wenigsten die Gastgeber, gerechnet hatten: Man hatte zu wenig Skatkarten! Doch auch dieses Problem wurde schnell gelöst, alle hatten ihre neuen Spiele. Die erste Runde mit 48 Spielen pro Tisch konnte beginnen.

Dazu kamen die Teilnehmer aus 34 Orten: Rossleben (5), Winkel (4), Sömmerda (4), Sangerhausen (4), Oberheldrungen (3), Bad Frankenhausen (3), Hettstedt (3), Nebra (3), Ritteburg (3), Weißensee (3), Merseburg (2), Obhausen (2), Artern (2), Weimar (2) sowie je ein Spieler aus Allstedt, Arnstadt, Beyernaumburg, Bottendorf, Eisleben, Frankleben, Garnbach, Göllingen, Heldrungen, Holzengel, Laucha, Langeneichstedt, Naumburg, Straußfurt, Trebra, Vieselbach, Wiehe, und Wolmirstedt. Die absolut weiteste Anreise hatte ein Skatbruder aus Hamburg, die kürzeste zwei Esperstedter.

Flott und ohne Probleme gingen die Spiele von der Hand. Nach der ersten Runde führte Lothar Dressel (Bad Frankenhausen – Sieger 1998) mit 1804 Punkten vor Hans-Jürgen Daum (Sangerhausen) mit 1623 Punkten und Günther Häußler (Merseburg) mit 1613 Punkten. Die beiden Esperstedter lagen auf Platz 31 (902) und 49 (688) im guten Mittelfeld. Die rote Laterne war zu diesem Zeitpunkt in Wolmirstedt mit 105 Punkten, der Anschluss an Winkel (204) und Oberheldrungen (224) war aber durchaus gegeben.
Nach erneutem Losen begann die zweite und entscheidende Runde, noch einmal 48 Spiele.

Doch siehe da, an einem Tisch blieb ein Platz frei, ein Los übrig. War noch jemand auf Toilette? Doch nirgendwo war der fehlende Skatfreund aufzutreiben, so wurden an dem Dreiertisch nur 36 Spiele gespielt. Später wurde klar, dass der Fehlende einer der Esperstedter war (Platz 49 mit 688 Punkten in der ersten Runde). Warum, das konnte nicht in Erfahrung gebracht werden.

Die Spieler bekamen von alldem wenig mit, spielten in Ruhe ihre Runde. Die beste zweite Runde schaffte Heiko Fischer (Sömmerda) mit 1901 Punkten, gefolgt von Michael Große (Sömmerda) mit 1869 Punkten und Lars Häußler (Merseburg) mit 1710 Punkten). Spannung versprach auch das Ende: ein Roßlebener hatte 88 Punkte, ein Langeneichstedter 106 Punkte. Würde das ausreichen, um vor dem „verschwundenen Esperstedter“ zu landen?

Klarer Sieger wurde Heiko Fischer mit 3359 Punkten vor dem nach der ersten Runde führenden Lothar Dressel (Bad Frankenhausen) mit 3028 Punkten und Günther Häußler (Merseburg) mit 2702 Punkten, der damit knapp vor seinem Sohn Lars Häußler (Merseburg) mit 2561 Punkten blieb. Der als „letzter Mohikaner“ im Feld verbliebene Gerd Krugenberg erreichte als hervorragender Fünfter der zweiten Runde (1570) den 11. Platz mit 2472 Punkten. Den letzten Platz, auf den zum Trost ein kleines Fass Bier wartete, belegte dann doch der zweite Esperstedter (688 Punkte). Der Vorletzte aus Rossleben schaffte dann doch mehr (729 Punkte). Bis Platz 16 gab es Geldpreise, dazu Sachpreise für alle und für den Sieger einen Pokal.

Zwei Skatbrüder wurden noch extra geehrt, Hermann Herfort aus Artern und Wolfgang Tuhy aus Allstedt. Beide haben noch kein Turnier in Esperstedt verpasst.
Besondere Erwähnung gebührt auch Gerhard Spengler aus Hettstedt. Mit 2065 Punkten belegte er nicht nur einen sehr guten 22.Platz, nachdem er die erste Runde sogar mit 1419 Punkten auf Platz 8 beendet hatte. Mit 94 Jahren war er auch der mit Abstand älteste Teilnehmer, der nun schon das zweite Jahr in Folge den Weg nach Esperstedt gefunden hatte.


- links Andre Firme, Vorsitzender des SV 58 Esperstedt, bei der Siegerehrung mit Sieger Heiko Fischer aus Sömmerda
- 2.Platz Lothar Dressel Bad Frankenhausen
- 3.Platz Günther Häußler Merseburg


Trotz der Masse an Teilnehmern und „Problemen“ war gegen 19 Uhr das Turnier normal zu Ende. Jeder hatte etwas, alle hatten viel Spaß und so freuen sich alle auf Turnier Nr. 26 am 27.12.2018 wieder auf dem Saal des Bürgerhauses in Esperstedt, für den dann garantiert noch im Laufe des Jahres Tische und Stühle zugekauft werden. Am Platz scheitert es garantiert nicht mehr, und auch nicht an den Karten.

Hier das komplette Ergebnis:
Skaturnier in Esperstedt mit großer Reichweite

Text und Bilder: Jürger Schweser
Autor: khh

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