HELIOS Klinik gibt Ratschlag
Herzenssache Fußball
Montag, 30. Mai 2016, 06:15 Uhr
Verursacher sind die Hormone Adrenalin und Noradrenalin, die bei erhöhtem emotionalem Stress verstärkt ausgeschüttet werden, sagt Dr. med. Ralph Kallmayer, Chefarzt der Inneren Medizin und Kardiologe der HELIOS Klinik Lutherstadt Eisleben. Diese Stresshormone belasten das Herz-Kreislauf-System, so dass es zu einem Infarkt kommen kann. Gefährdet sind vor allem männliche Fans mit Erkrankungen der Herzkranzgefäße. Zur Risikogruppe zählen außerdem Raucher und Menschen mit hohem Blutdruck oder erhöhtem Cholesterinspiegel.
Bei Verdacht eines Herzinfarktes muss sofort der Notarzt verständigt werden. Symptome für den Infarkt sind Schmerzen im Brustbereich sowie ein Engegefühl. Häufig strahlen die Schmerzen in die Arme, Schultergegend, Hals oder in den Oberbauch aus.
Menschen, die unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, sollten deshalb Aufregung während eines Fußballspiels vermeiden. Mitfiebern, Schreien, Schimpfen helfen hier nicht dem Stressabbau. Wichtig ist, dass die vorgeschriebenen Medikamente wie gewohnt eingenommen werden, empfiehlt der kardiologische Oberarzt Philipp Liebhold. Zudem sollte viel getrunken, Alkohol und Zigaretten jedoch vermieden werden. Auf typische "Nervennahrung", wie Chips, Bratwurst und Bier, sollten Fans lieber mal verzichten.
Hier einige Tipps, wie auch extrem mitfiebernde Fans die Spiele unbeschadet überstehen können:
- Die verordneten Medikamente regelmäßig einnehmen.
- Falls vorhanden, Notfallmedikamente parat haben.
- Alkohol, Zigaretten, große, fettreiche Mahlzeiten meiden.
- Entspannungsübungen einbauen, immer mal bewusst tief einatmen.
- Zwischen den Spielen sich selbst sportlich betätigen, z. B. Übungen mit dem Fußball.
- Bei starken Schmerzen im Brustkorb, Engegefühl, Luftnot sofort die 112 anrufen.
Gabriele Lakomy
