Verkehrsunfall auf B 86 nahe Riestedt
Schwerverletzte und Totalschaden
Freitag, 29. April 2016, 19:23 Uhr
Während die Feuerwehrleute aus Riestedt und Gonna wieder für saubere und sichere Fahrbahnen sorgen, markiert ein Polizist (links) die "Flugbahn" des Unfallverursacherfahrzeugs. (Foto: Jochen Miche)
Verursacht worden ist der Verkehrsunfall nach ersten Einschätzungen von dem 27-jährigen Fahrer eines grauen Pkw Ford, der, aus Richtung Riestedt kommend, die Bundesstraße 86 befuhr, ohne zu berücksichtigen, dass sich von rechts ein Pkw VW näherte. Am Steuer des dunkelblauen VW saß eine 62-jährige Frau, die offenbar keine Chance hatte, dem Ford auszuweichen. Sie fuhr dem Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit in die Seite. Die Wucht quetschte den Ford in der Fahrzeugmitte vollkommen zusammen; selbst der Rahmen war auf der Beifahrerseite radikal nach innen geknickt.
Verkehrsunfall heute Nachmittag an der B 80-Kreuzung nahe Riestedt. (Foto: Jochen Miche)
Daraufhin schleuderte der bis zur Unkenntlichkeit verbogene Ford herum und flog auf den angrenzenden Acker. Dort kam er, eine Brücke über dem Straßengraben bildend, zum Stehen. Der im Frontbereich arg lädierte Volkswagen schleuderte ebenfalls herum und blieb in der Nähe des Unfallverursachers stehen.
In beiden Fahrzeugen lösten die Airbags aus, was möglicherweise schlimmere Verletzungen bei den Betroffenen verhindert hat. Während die Fahrerin des VW ins Krankenhaus Sangerhausen kam, wurde der Fahrer des zerquetschten Ford ins Krankenhaus "Bergmannstrost", Halle/Saale, eingeliefert.
Der nur stabil aussehende, sich aber als alles andere als das herausstellende Ford wurde vom VW von einem Fleck der Straße geschoben, wo er in dieser Sekunde wahrhaftig nichts zu suchen hatte. (Foto: Jochen Miche)
Zum Einsatz gerufen wurden die Freiwilligen Feuerwehren Gonna und Riestedt. 20 Kameradinnen und Kameraden waren mit dem Beseitigen der im gesamten Kreuzungsbereich weit verstreuten Bruchstücke der verunglückten Fahrzeuge sowie der ausgelaufenen Fahrzeugflüssigkeiten beschäftigt.
Noch während der Arbeiten sprachen die Feuerwehrleute über die Gefahren aufgrund einer im Kreuzungsbereich fehlenden Geschwindigkeitsbegrenzung. Mancher gab zu bedenken, dass Fahrzeuge, die von den Seitenstraßen aus die Bundesstraße besonders langsam befahren, von recht zügig herannahenden Autos durchaus leichter erfasst werden können als von Fahrzeugen, die - wie es bereits vor Jahren an dieser Stelle war - beispielsweise nur 70 km/h fahren.
Endstation: Der Volkswagen begrub ein STOP-Schild unter sich, an dem der Ford bei seinem Flug zuvor nicht halt gemacht hatte. (Foto: Jochen Miche)
In einem Gespräch, das msh-online am Abend mit dem Sangerhäuser Stadtwehrleiter Thomas Klaube führte, der den Einsatz der Gonnaer und Riestedter Feuerwehren vor Ort koordiniert hatte, teilte er mit: "Die Ortsfeuerwehr Riestedt bat mich, eine ernsthafte Überlegung weiterzutragen: In den zuständigen Verwaltungsstellen sollte vielleicht mal über eine Geschwindigkeitsreduzierung in diesem Kreuzungsbereich nachgedacht werden. Es kann nicht schaden, hier von 100 Stundenkilometer herunterzubremsen. Das gab es ja schon einmal."
Jochen Miche
