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Walderlebnistag der Rothenschirmbacher Kita "Borstel"

Kleine Forscher mit eigenem Haus

Mittwoch, 27. April 2016, 09:00 Uhr
Der Zufall wollte es, dass die Aktion „Generationenwald“ des Forstbetriebes Süd, Obersdorf, im Wald bei Rothenschirmbach auf denselben Tag fiel wie der einmal im Jahr stattfindende „Walderlebnistag“ der Kindertagesstätte „Borstel“. Also erlebten die Kinder, ihre Eltern und Geschwister, die Erzieherinnen und Freunde der Rothenschirmbacher Einrichtung eine geballte Ladung Natur an diesem Tag – vormittags zunächst im Saaleholz zwischen Holzzelle und Rothenschirmbach beim Pflanzen von Roteichen, nach dem Mittag beim Errichten eines „Waldsofas“ und später schließlich beim Feiern und In-Besitz-Nehmen des „Hauses der kleinen Forscher“.
Glückliche Kinder und Erwachsene vor dem "Haus der Entdecker". Im Hintergrund stehend (v.l.): Schecküberbringerin Elfie Schubert, Kita-Leiterin Anke Rabenhold, Oberbürgermeisterin Jutta Fischer und Ortsbürgermeister Jürgen Grobe. (Foto: Jochen Miche) Glückliche Kinder und Erwachsene vor dem "Haus der Entdecker". Im Hintergrund stehend (v.l.): Schecküberbringerin Elfie Schubert, Kita-Leiterin Anke Rabenhold, Oberbürgermeisterin Jutta Fischer und Ortsbürgermeister Jürgen Grobe. (Foto: Jochen Miche)
Eltern und Kinder der Tagesstätte „Borstel“ hatten sich, wie viele andere aus dem gesamten Landkreis, an der Pflanzaktion im „Generationenwald“ beteiligt. Jede Roteiche erhielt ein Schild, das den Namen des Kindes trug, dem sie gewidmet war. Mit Begeisterung füllten die Kleinen die Pflanzgruben mit Erde auf und begossen anschließend ihr Bäumchen. Eigens hierfür hatten Eltern Wasserkanister und kleine Gießkannen mitgebracht. Auch wenn das Angießen der Bäumchen hier im Wald nicht wirklich notwendig ist, wie Forstingenieurin Kathrin Jakob denen, die danach fragten, verriet: Es machte einfach riesigen Spaß.

Nach dem Mittagessen und – vermutlich schwer durchsetzbarem – Mittagsschlaf der Kleinen zu Hause ging es wieder in den Wald, wo ein Refugium für kleine Tiere, ein „Waldsofa“ geschaffen wurde. Auch hier kam zusammen, was zusammen gehörte: die Fachfrau, Kathrin Jakob, und viele fleißige Helfer, die die Dinge der Waldes zusammentrugen. Nichts im Wald liegt umsonst herum, lernten sie: Laub, Äste und Erde ergaben in diesem Fall das „Waldsofa“, welches in Zukunft von der Tierwelt des Waldes sicher wieder zurückerobert wird.
Beim Bauen eines "Waldsofas" war jede Hand gefragt. Voll Begeisterung schufen Groß und Klein das Werk. (Foto: Kathrin Jakob) Beim Bauen eines "Waldsofas" war jede Hand gefragt. Voll Begeisterung schufen Groß und Klein das Werk. (Foto: Kathrin Jakob)

Den Nachmittag verbrachten die Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte „Borstel“ in der Kita – aber auch hier an der frischen Luft. Hier gab es viel zu entdecken, zu probieren und in Besitz zu nehmen. Zum Beispiel das „Haus der kleinen Forscher“. In diesem Gartenhaus stand ein Tisch voller Gläser mit Pflanzen und Käfern darin. Sogar ein Mikroskop gab es, an dem Karin Grobe saß. Die Lehrerin am Gymnasium Querfurt stellte das Mikroskop immer wieder auf die jeweils zu untersuchenden Proben ein und ließ die Kleinen gucken und staunen. Auch Elisabeth Seiffert, Biologie- und Mathematiklehrerin an der Realschule Querfurt, die ihre Enkelin Hedy begleitete, gehört zu den treuen Helferinnen der besonders naturorientierten Kindertagesstätte, meinte dankbar Leiterin Anke Rabenhold. Viele lobende Worte erhielt zudem der unverzichtbare Verein „Wir für Rothenschirmbach“.
Eislebens Oberbürgermeisterin Jutta Fischer, die den Tag bei den kleinen Rothenschirmbachern verbracht hatte, staunte über das Rieseninteresse der "Borstel"-Kinder am Mikroskopieren und Untersuchen. (Foto: Jochen Miche) Eislebens Oberbürgermeisterin Jutta Fischer, die den Tag bei den kleinen Rothenschirmbachern verbracht hatte, staunte über das Rieseninteresse der "Borstel"-Kinder am Mikroskopieren und Untersuchen. (Foto: Jochen Miche)

In diesem Verein sind auch Eltern, die das vor vier Jahren angelegte Blumen- und Gemüsebeet bzw. den Kräutergarten hegen und pflegen. Die Früchte dieses Gartens sind geeignet, den Seh-, Tast-, Geruchs- und Geschmackssinn der Kinder zu fördern. Da dieser Garten allerdings im regulären Kindergartenalltag kaum ausreichend gut gepflegt werden kann, wie das Mitglied des Elternkuratoriums, Mario Galonska, feststellte, wirken ständig Eltern an dessen Gestaltung mit. So kann er sich wirklich sehen, berühren, riechen und schmecken lassen. Kita-Leiterin Rabenhold jedenfalls machte den Test mit dem msh-online-Reporter, hielt ihm Blätter unter die Nase, zerrieb sie (die Blätter), ließ ihn riechen und kosten.
Hier gibt es viel zu entdecken. Lehrerin Karin Grobe erklärte den Kindern, was sie sehen. (Foto: Jochen Miche) Hier gibt es viel zu entdecken. Lehrerin Karin Grobe erklärte den Kindern, was sie sehen. (Foto: Jochen Miche)

Das Tolle: Der Koster hat das Experiment nicht nur überlebt, sondern es sogar genossen. Und er weiß nun, dass man Melisse, Maggikraut und Bärlauch mit Freude riechen und sogar roh verzehren kann. Auf das gerade im Boden Eingesäte – Schnittlauch, Petersilie, Möhren, auf die in der Einrichtung gedeihenden Tomatenpflanzen, auf Paprika und Kürbis - dürfen sich später die Kleinen freuen. Jetzt gab es erst einmal andere Genüsse: Kaffee, Kuchen und anderes Leckeres, das an diesem Walderlebnistag im großen schönen Garten der Kita genossen werden konnte.

Mitten drin im Gedränge befand sich Elfie Schubert. Die Rothenschirmbacherin kam diesmal nicht nur als Oma eines Kindes dieser Einrichtung, sondern auch als Mitarbeiterin der Sparkasse Mansfeld-Südharz, welche die Kita „Borstel“ mit einer generösen Spende bedacht hatte: 1.500 Euro. Davon war das „Forscherhaus“ angeschafft und das Fundament dafür vorbereitet worden. Nun kann - mitten im Grünen - mikroskopiert und noch besser entdeckt werden. Früher und intensiver können Kinder kaum für die Umwelt und ihre Details begeistert werden und, ganz nebenbei, Verantwortung im Umgang mit ihr lernen.

Jochen Miche
Autor: jm

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