Positiver Bescheid für Wimmelburger "Kinderland am Friedrichsberg"
Umbau kann geplant werden
Mittwoch, 02. März 2016, 12:26 Uhr
Ganz spontan nahm Erzieherin Katrin Steinbrück die Gitarre und sang gemeinsam mit den Kindern den Gästen Lieder vor. Vorher hatte Norbert Born mit zwei Liedern überrascht. Die Erzieherin am Fenster ist Elisabeth Liener. (Foto: Jochen Miche)
Es gab zwar die Ankündigung, dass es demnächst richtig viel Geld geben werde, doch das war den rund 60 Mädchen und Jungen im Wimmelburger "Kinderland am Friedrichsberg" einigermaßen egal. Viel interessanter an den Besuchern heute Vormittag war der Mann mit der Gitarre: Norbert Born. Er spielte in einer Gruppe zwei Lieder, was dort bestens ankam.Born war allerdings nicht allein gekommen. Eigens aus Magdeburg angereist war beispielsweise Jörg Felgner, Staatssekretär im Ministerium der Finanzen. Er brachte einen Brief mit, in dem der Gemeinde Wimmelburg in der Verbandsgemeinde Mansfelder Grund-Helbra die Förderwürdigkeit des Wimmelburger "Kinderlandes" bestätigt wird. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde einen Antrag im "Innovations- und Investitionsprogramm zur energetischen Sanierung und Modernisierung von Kindertageseinrichtungen und Schulen im ländlichen Raum (STARK III - ELER) in der EU-Förderperiode 2014-2020" gestellt, dem nach umfassender Prüfung in Magdeburg zugestimmt wurde. Die Bestätigung, dass das Wimmelburger Projekt förderwürdig sei, erhielten die Betroffenen nun schwarz auf weiß von Jörg Felgner.
Bürgermeister Andreas Zinke, der maßgeblich hinter dem Fördermittelantrag steht, erläuterte den Teilnehmern der kleinen Feierstunde, was in und an der Kindereinrichtung getan werden soll. So sei eine energetische Sanierung der Gebäude geplant, solle ein multifunktionaler Raum geschaffen werden, der Keller freigeräumt und nicht mehr im bisherigen Sinn genutzt werden, in der Einrichtung und in einer WC-Anlage Barrierefreiheit geschaffen werden. Die Arbeiten werden vermutlich erst im kommenden Jahr beginnen können, wenn das Geld fließt, aber bis dahin könne geplant und vorbereitet werden. Wenn die Bauarbeiten beginnen, ziehe die Einrichtung in die frühere Schule um, war zu erfahren.
In dem Brief aus Magdeburg steht nicht die Höhe der Förderung; der Staatssekretär nannte sie aber auf Nachfrage: 460.000 Euro. Ein Viertel davon muss der mit dem Geld Bedachte selbst aufbringen, immerhin 115.000 Euro. Das kann für manchen Antragsteller bereits zu einer echten Hürde werden. Bürgermeister Zinke sieht die Sache jedoch gelassen: "Wir denken daran, diesen Anteil aus dem Haushalt zu nehmen." Für den Fall, dass die Gemeinde diesen Anteil doch nicht zu der gegebenen Zeit komplett und spontan geben kann oder will, hielt der Staatssekretär eine verlockende Idee bereit: Leihen des Geldes zu Null Prozent Zinsen beim Land und Rückzahlung in verkraftbaren Raten.
Nachdem die Geldfragen im Erwachsenenkreis geklärt waren, kam es noch besser: Es folgte ein Besuch der Kindergruppen. Hier erlebte der wissenschaftliche Mitarbeiter des SPD-Landtagsabgeordneten Norbert Born, Jan Müller, eine Überraschung: Er begegnete seiner früheren Erzieherin Christine Nave. Sie arbeitet seit 1978 in der Einrichtung, in die auch Müller vor 20 Jahren mal ging. Der studierte Politikwissenschaftler meinte msh-online gegenüber auf die Frage nach seinen Eindrücken in der Einrichtung: "Ich erinnere mich an eine glückliche Kindheit - auch hier in diesen Räumen. Aber das wirkte damals alles viel, viel größer..."
Auf einem der Kinderstühle bequem machte es sich Norbert Born, nachdem er sich eine Gitarre hatte geben lassen. Er sang den Kindern zwei Lieder vor, darunter "Kam ein kleiner Teddybär". Dass die Kleinen auch gut singen können, bewiesen sie, als die Erzieherin Katrin Steinbrück das Instrument nahm und die Kinder begleitete. Die entspannte Situation hätte leicht vergessen lassen können, dass die Einrichtung attraktiv aussieht, ambitioniert geführt wird und Mütter sogar aus Eisleben kommen, um ihre Kinder hier betreuen zu lassen. Wie beispielsweise Henriette Hollnecker: "Mir gefällt super der pädagogische Ansatz. Zum Beispiel gibt es hier ein Naturkonzept; jeden Donnerstag geht es in das Katharinenholz, wo sich die Kinder unglaublich wohl fühlen."
Damit dies auch in Zukunft so sein kann, bedarf es einiger Veränderungen und Modernisierungen. Deshalb erklärte Bürgermeister Andreas Zinke: "Durch diese Förderung sichern wir den Bestand der Einrichtung auf Dauer."
Jochen Miche





