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msh-online im Gespräch mit Marie-Agnes Strack-Zimmermann

Sicher, sauber, satt genügt nicht

Mittwoch, 17. Februar 2016, 16:33 Uhr
Marie-Agnes Strack-Zimmermann im Gespräch mit Ingo Bodtke, Kathrin Tarricone und msh-online im Freiraum, dem Sitz der FDP in Hettstedt (ab 2. v. l. im Uhrzeigersinn). (Foto: Privat) Marie-Agnes Strack-Zimmermann im Gespräch mit Ingo Bodtke, Kathrin Tarricone und msh-online im Freiraum, dem Sitz der FDP in Hettstedt (ab 2. v. l. im Uhrzeigersinn). (Foto: Privat) Was macht die Bundesspitze der FDP im Mansfelder Land? "Wahlkampf." Marie-Agnes Strack-Zimmermann redet nicht drum herum: "Der jetzige Wahlkampf ist ein Baustein, um 2017 wieder in den Bundestag einzuziehen." Sie reist durch Sachsen-Anhalt, um den Kommunalpolitikern und Kandidaten mit ihren Erfahrungen als frühere Düsseldorfer Bürgermeisterin zu helfen.

Heute machte sie Station unter anderem in Eisleben und Hettstedt. Im Freiraum, dem Sitz der FDP in Hettstedt am Obertor, sprach die Kommunalpolitikerin mit msh-online über ihre Gründe, in Sachsen-Anhalt auf Tour zu gehen.

Auf die Frage, was die FDP im Landtag ausrichten könne, antwortete die stellvertretende Bundesvorsitzende der Freien Demokraten, dass genau diese Partei berufen sei, die Interessen der Kommunen zu vertreten. Es sei einfach mal Realität, dass die Bundes- und Landesgesetze durchschlagen bis in die Kommunen und dort umgesetzt werden müssen, es vielfach aber nicht so, wie es sein sollte, können. Strack-Zimmermann: "Die Kommune steht am Ende der Nahrungskette. Wer hier arbeitet, muss die ganz oben getroffenen Entscheidungen und Gesetze durchsetzen." Und wenn "die da oben" nicht wirklich wissen, was die ganz realen Bedürfnisse der Kommunen sind, wie sollen dort die richtigen bürgernahen Entscheidungen gefällt werden?

Die frühere Oberbürgermeisterin bezeichnet die Flüchtlingsproblematik als Beispiel für Benachteiligung der Kommunen: "Das Geld, das vom Bund für die Flüchtlinge ausgegeben wird, kommt nie eins zu eins unten bei den Kommunen an." Da gebe es allein schon auf den Landesebenen "zu viele klebrige Finger", an denen das Geld hängen bleibe. Die Kommunalpolitikerin: "Bei Flüchtlingen ist es nicht getan mit sicher, sauber, satt. Hier brauchen die Kommunen mehr Unterstützung vom Bund. Dass die Flüchtlingsproblematik bisher so verhältnismäßig gut bewältigt wurde, ist in entscheidendem Maße den Menschen vor Ort zu verdanken, die sich kreativ und engagiert für die Hilfe suchenden Menschen eingesetzt haben."

Frau Strack-Zimmermann warb für die hiesigen FDP-Kandidaten Ingo Bodtke und Kathrin Tarricone. "Das sind Menschen, die das Leben hier aktiv mitgestalten, die etwas bewegen. Die Erfahrungen genau solcher Menschen müssen in die Bundes- und Landespolitik mit einfließen", forderte sie. In Hettstedt hat Kathrin Tarricone unter anderem mit der Belebung des innerstädtischen Handels und dem Kampf zum Erhalt der Geschäftsvielfalt und damit zur Erhöhung der Attraktivität von Innenstädten längst unübersehbare Spuren hinterlassen.

Ingo Bodtke machte dies gleich an einem Beispiel fest: Kinder. "Es kann nicht sein, dass sich hiesige Menschen kein zweites oder drittes Kind wünschen, nur, weil sie einfach das Geld zur Absicherung der Grundbedürfnisse nicht haben." Politik müsse kinderfreundlich sein, um zukunftsgerecht zu sein.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann meinte abschließend, ihre Reise durchs Land diene auch dem Sammeln von Eindrücken, Stimmungen und Erfahrungen. Weitergesagt, könne selbst das anderen Menschen helfen, ihr Leben lebenswerter und die Zukunft freundlicher zu gestalten.

Jochen Miche


Autor: jm

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