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Überraschung am letzten Schultag im Gymnasium Hettstedt

Putzschollen am Boden

Sonntag, 20. Dezember 2015, 00:00 Uhr
Nicht alles kam nach unten. Was noch an der Decke hängt, wird entfernt.  (Foto: Jochen Miche) Nicht alles kam nach unten. Was noch an der Decke hängt, wird entfernt. (Foto: Jochen Miche) Alles andere als eine nette Weihnachtsüberraschung erwartete die Schüler des Alexander und Wilhelm von Humboldt Gymnasiums Hettstedt am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien im Haus III ihrer Schule: Deckenputz. Allerdings nicht dort, wo er hingehörte, an der Decke des Flures – das wäre ja keine Überraschung gewesen –, sondern am Boden. Der Putz war offenbar in der Nacht herabgefallen.

Lehrer und Schüler fanden morgens auf dem Weg nach oben den Fußboden der ersten Etage des Hauses III mit zentimeterhohem Putz übersät vor. Beim Blick zur Decke zeigte sich ihnen eine Bretterverkleidung; hier waren die nun unten liegenden Sauerkrautplatten vor vielleicht 40 Jahren einmal angenagelt worden. Offenbar hatten die Nägel keine oder keine ausreichend großen Köpfe bzw. Unterlegscheiben besessen; sie hätten das Herausrutschen der Platten verhindert. Sauerkrautplatten werden magnesit- oder zementgebundene Holzwolleleichtbauplatten genannt, welche an Beton oder Holz befestigt und meistens mit einer Sand-Kalk-Zement-Putzschicht überzogen wurden. Solche Platten sind bauphysikalisch unbedenklich, da sie diffusionsoffen und kapillar aktiv sind. Bedenklich sind sie erst, wenn sie herunterfallen. Wie nun in Hettstedt.

Die Stadt Hettstedt ist Eigentümer und Vermieter des betroffenen Gebäudes. Noch während in den Klassenräumen die Schüler lernten und/oder dem Beginn der Ferien entgegenfieberten, räumten drei Mitarbeiter der Wollmann Bauunternehmen GmbH aus Ritterode, Ortsteil Meisberg, den Schutt weg. Reste noch an der Decke hängender Sauerkrautplatten mitsamt dem daran klebenden Putz wurden gelöst und ebenfalls entsorgt.

In der zurückliegenden Zeit habe es keinerlei Anzeichen gegeben, die ein Herunterfallen des Putzes angedeutet hätten, war aus dem Rathaus zu erfahren. Bürgermeister Danny Kavalier erklärte, dass die Ursachen untersucht würden und versicherte: „Wir lassen ab Montag alles wieder in Ordnung bringen, damit die Schule nach den Ferien ganz normal weitergehen kann.“

Jochen Miche
Autor: jm

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