Akkordeonorchester Happy Harmonikas feiert 15-jähriges Bestehen
Ein Engel hebt ab
Samstag, 28. November 2015, 23:13 Uhr
Sein 15-jähriges Bestehen feierte heute das Akkordeonorchester Happy Harmonikas im Klubhaus Hettstedt. Fast 600 Gäste begeisterte das zweistündige Showprogramm. (Foto: Jochen Miche)
Wie in alten Zeiten, nur besser. So lässt sich in Kürze zusammenfassen, was im Klubhaus Hettstedt heute geschah. Mehr als 1000 Menschen erlebten dort am Nachmittag und frühen Abend zwei Veranstaltungen, für die es immer wieder donnernden Applaus, Pfiffe und begeisterte Ausrufe gab. Hier machte die Musikschule Fröhlich ihrem Namen alle Ehre.Die Veranstaltungen im Klubhaus liefen unter dem bescheidenen Titel Jahresabschlusskonzert 2015 für Nachwuchs und Orchester der Musikschule Fröhlich. Doch es ging alles andere als bescheiden zu. Kein Augenblick Langeweile. Ein Showprogramm, das auch all jenen gefallen hat, die selbst kein Kind (mehr) zu Mario Dziallas, dem Chef der Musikschule Fröhlich im Mansfelder Land, oder zu Kathrin Schröder- Radicke schicken, damit es bei einem der beiden Musiklehrer ein Musikinstrument erlernt.
Das Programm war bunt gemischt. Es gab Klassik, Volkstümliches und viel Modernes. Große Momente, als Juliane Bock und Mario Dziallas, begleitet von den 65 Musikern des Akkordeonorchesters Happy Harmonikas auf der Bühne, ein Stück aus Peter Maffays Musical Tabaluga sangen und damit ganz unaufdringlich einen wichtigen Beitrag zur Entspannung in der Welt leisteten; bekannt ist die von Maffay propagierte Kernbotschaft seines aufrüttelnden Rockmärchens Tabaluga: Nur im respektvollen Miteinander haben wir eine Chance – im Gegeneinander gehen wir zugrunde.
Den Geist des Miteinanders beschwor auch Udo Lindenbergs Hinterm Horizont, in dessen Refrain es heißt: Hinterm Horizont geht's weiter, ein neuer Tag, hinterm Horizont immer weiter, zusammen sind wir stark! Eine Botschaft, die als das Erfolgsrezept des Orchesters verstanden werden darf, das heute zudem ein besonderes Ereignis feierte: sein 15-jähriges Bestehen. Ohne Gemeinsamkeit, gemeinsamer Suche nach Lösungen, gemeinsamen Unternehmungen und offenbar einen Chef, der die Truppe zusammenhält und den man trotz großen Respekts auch mal mit einer musikalischen Parodie auf den Arm nehmen darf, hätte es ein solch großes Orchester, aber auch die Gemeinschaft der 95 Kinder im so genannten Musikunde-Programm der musikalischen Früherziehung kaum gegeben. Und wären vielleicht auch Jens Siebeneich und Jessy Schubert nicht mehr dabei gewesen, die heute für ihre 15-jährige Mitgliedschaft im Orchester ausgezeichnet wurden. Oder es hätte vielleicht auch nicht den Mut zweier Eisleber Seniorinnen gegeben, die sich bei der Musikschule Fröhlich einen Kindheitstraum erfüllen und ein Instrument erlernen.
Diese beiden Frauen zeigen, dass es völlig gleich ist, wann jemand ein Instrument zu spielen erlernt, wenn er nur Spaß daran hat. Sie sind mitten unter den Nachwuchsmusikanten. Dessen Abschlusskonzert begann heute bereits 14 Uhr. Und wie später bei den Happy Harmonikas füllte sein Publikum ebenfalls fast alle der 504 Plätze im Saal und der 168 Plätze des Balkons. Auch da ging bereits die Post ab, ließen Spielfreude und Hingabe ahnen, dass die Programme dieser Musikanten später einmal dem Programm der Jugend heute in nichts nachstehen werden. Ob sich dann, in vielleicht fünf oder zehn Jahren, allerdings ein Engel in die Höhen des Festsaales des Hettstedter Klubhauses zu den Klängen des Rammstein-Liedes Engel erheben und dieser auch noch singen wird? Egal: Die Spiellust dürfte auch dann noch ungebrochen sein, wenn das Orchester in fünf Jahren sein 20-Jähriges feiert – ein Jubiläum übrigens, das die Musikschule Fröhlich im Mansfelder Land bereits in diesem Jahr begangen hat. 1996 war Mario Dziallas noch nebenberuflich bei der Musikschule Fröhlich aktiv. Im Jahr 2000 machte er sich selbständig und gründete die Happy Harmonikas, die heute waren wie in alten Zeiten – nur eben noch besser.
Jochen Miche








