Wahlkampf in Hettstedt
…und plötzlich ist der Markt gesperrt
Mittwoch, 25. November 2015, 15:59 Uhr
Überraschung heute Nachmittag am Hettstedter Markt: Kurz vor 14 Uhr tauchen plötzlich Polizeifahrzeuge auf, stellen sich quer und blockieren die Zufahrtsstraßen. Polizisten steigen aus, einige inspizieren das Umfeld, andere gehen eine Bockwurst essen.
Der Markt blieb fast leer bei der Wahlkampfveranstaltung der NPD heute Nachmittag. (Foto: Jochen Miche)
Mittwoch ist – wie auch Freitag – Markttag in Hettstedt. Das weiß in der Wipperstadt jeder. Was offenbar aber niemand weiß ist, dass am heutigen Markttag eine Wahlkampfveranstaltung der NPD hier stattfindet. Die Markthändler, die das Erscheinen mehrerer beflaggter Fahrzeuge bemerken, hält die Aussicht auf Wahlkampfreden nicht auf. Sie sind dabei, ihre Waren einzupacken und die Stände auseinanderzubauen. Elektrokabel werden eingerollt, alles sieht nach Abbau aus.
Nebenan, genauer gesagt vor dem Wohn- und Geschäftshaus zwischen Rathaus und Marktpassage, sieht alles nach Aufbau aus. Dort steht ein großer Lkw mit Berliner Kennzeichen. Auf der Ladefläche ein Notstromaggregat für die Versorgung der Mikrofon- und Verstärkertechnik, die kurz nach zwei bei der Kundgebung gebraucht wird. Die Kandidaten der NPD für die Landtagswahl am 13. März 2016 stellen sich vor.
Sie thematisieren und kritisieren unter anderem die Asylpolitik der Bundesregierung, die liberale Wirtschaftspolitik Deutschlands und das Fehlen einer Verfassung für die Bundesrepublik. Noch während ihrer Reden und der dazwischen eingespielten Musik beginnt es zu regnen.
Ein paar junge Leute filmen mit ihren Handys, andere unterhalten sich, einige wenige hören aufmerksam zu. Der Applaus ist spärlich, Zwischenrufe – weder zustimmende noch kritische – gibt es nicht. Als die letzten Markthändler eingepackt haben und abgefahren sind, kurz vor 15 Uhr, packen auch die NPD-Leute ein und fahren weiter, um irgendwo im Lande die nächste Stadt und ein paar Passanten mit ihrem Auftritt zu überraschen.
Plötzlich ist auch die Polizei verschwunden. Zurück bleiben überall dort, wo eben noch die Fahrzeuge der Demonstranten und ihrer Beschützer gestanden haben, ein paar trockene Stellen auf dem Pflaster. Der Himmel weint weiter und wird auch diese Spuren bald beseitigt haben.
Jochen Miche
Autor: jm
Der Markt blieb fast leer bei der Wahlkampfveranstaltung der NPD heute Nachmittag. (Foto: Jochen Miche)
Mittwoch ist – wie auch Freitag – Markttag in Hettstedt. Das weiß in der Wipperstadt jeder. Was offenbar aber niemand weiß ist, dass am heutigen Markttag eine Wahlkampfveranstaltung der NPD hier stattfindet. Die Markthändler, die das Erscheinen mehrerer beflaggter Fahrzeuge bemerken, hält die Aussicht auf Wahlkampfreden nicht auf. Sie sind dabei, ihre Waren einzupacken und die Stände auseinanderzubauen. Elektrokabel werden eingerollt, alles sieht nach Abbau aus.
Nebenan, genauer gesagt vor dem Wohn- und Geschäftshaus zwischen Rathaus und Marktpassage, sieht alles nach Aufbau aus. Dort steht ein großer Lkw mit Berliner Kennzeichen. Auf der Ladefläche ein Notstromaggregat für die Versorgung der Mikrofon- und Verstärkertechnik, die kurz nach zwei bei der Kundgebung gebraucht wird. Die Kandidaten der NPD für die Landtagswahl am 13. März 2016 stellen sich vor.
Sie thematisieren und kritisieren unter anderem die Asylpolitik der Bundesregierung, die liberale Wirtschaftspolitik Deutschlands und das Fehlen einer Verfassung für die Bundesrepublik. Noch während ihrer Reden und der dazwischen eingespielten Musik beginnt es zu regnen.
Ein paar junge Leute filmen mit ihren Handys, andere unterhalten sich, einige wenige hören aufmerksam zu. Der Applaus ist spärlich, Zwischenrufe – weder zustimmende noch kritische – gibt es nicht. Als die letzten Markthändler eingepackt haben und abgefahren sind, kurz vor 15 Uhr, packen auch die NPD-Leute ein und fahren weiter, um irgendwo im Lande die nächste Stadt und ein paar Passanten mit ihrem Auftritt zu überraschen.
Plötzlich ist auch die Polizei verschwunden. Zurück bleiben überall dort, wo eben noch die Fahrzeuge der Demonstranten und ihrer Beschützer gestanden haben, ein paar trockene Stellen auf dem Pflaster. Der Himmel weint weiter und wird auch diese Spuren bald beseitigt haben.
Jochen Miche


