Erste Buchlesung in Hettstedter Bücherfee Helena Grass: Blue Eyes Besessen von dir
Die harten Sätze wurden übersprungen
Freitag, 13. November 2015, 22:59 Uhr
Anheimelnd wirkte die Buchhandlung "Die Bücherfee" heute Abend. Hier erlebten rund 40 Besucher die Autorin Helena Grass. (Foto: André Kosig)
Das ist doch phantastisch, freute sich heute Abend Sylvia Geilert über den Andrang in ihrer Buchhandlung. Sie hatte zur ersten Buchlesung eingeladen. Doch was besonders lockte, war sicher nicht allein das schicke, großzügige Geschäft, sondern ein Roman, in dem es um Sex und Tod ging.Auf dem Programm der ersten Lesung in der diesen Sommer eröffneten Hettstedter Buchhandlung Die Bücherfee stand Blue Eyes Besessen von dir. Es las die Autorin Helena Grass alias Dagmar Helene Schlanstedt. Unter diesem ihrem Mädchennamen hat die Hettstedterin bereits mehrere Jugend-Phantasie-Romane veröffentlicht. Hier und heute jedoch stand ein Romantic-Thrill-Roman auf dem Programm. Darin geht es um Todesfälle junger, schöner Frauen, die im Zusammenhang mit Sex gestorben waren, und um eine bildhübsche Polizistin, die als Lockvogel dienen und den Täter entlarven soll. Die Autorin las jeweils einige Seiten vor, sparte allerdings schamhaft einige Sätze aus (Die sind einfach zu hart.) und erläuterte dann wieder Zusammenhänge, die es dem Zuhörer erleichterten, die gelesene Handlung zu verstehen.
In einem außerordentlich gastfreundlichen Ambiente die Gastgeber Sylvia und Steffen Geilert reichten kostenlos warme und kalte Getränke und Gebäck kamen die Zuhörer nach der Lesung mit der Autorin ins Gespräch und erfuhren viel aus dem Alltag einer Romanschreiberin. Zum Beispiel, dass viele Ideen im Traum zu ihr gelangt sind. Oder dass sie im Schnitt ein Jahr zum Schreiben eines Romans braucht; für den ersten hatte sie noch fünf Jahre benötigt. Sie berichtete auch von der Panik, die einen Autor befällt, wenn Textseiten einfach so auf Nimmerwiedersehen aus dem Computer verschwinden oder dass in einem Urlaub Einbrecher den Campingwagen nach Bargeld durchsucht, aber den Laptop zurückgelassen hatten den tragbaren Computer, in dem ein fast fertig geschriebener Roman gespeichert war, von dem es nicht einmal eine Kopie gab. Oder von dem Tränenausbruch, der der Gewissheit folgte: Alle Schinderei am Schreibtisch hätte mit einem Schlag verloren sein können!
Auch nach Ende des offiziellen Teils blieben viele Zuhörer lange im Laden, um in Gruppen miteinander zu reden, sich auszutauschen, Meinungen zu hören, Ansichten mitzuteilen und überhaupt: interessante Leute kennenzulernen. Denn wer liest, das zeigten die vielen langen Gespräche im Nachhinein, hat meist etwas Interessantes mitzuteilen seien es Inhalte anderer Bücher, eigene Erlebnisse oder Reflexionen.
Alles in allem eine rundum gelungene Sache, die mit einer Signierstunde der Autorin abgerundet wurde. Auch die Besucher der Lesung schlossen sich Sylvia Geilerts Ansicht an, ohne es selbst von ihr gehört zu haben: Es war ein wunderbarer Abend.
Jochen Miche







