Oberbürgermeisterwette in Eisleben
Gesang bringt 1000 Euro ein
Freitag, 13. November 2015, 18:22 Uhr
Wenn Tränen fließen, kann das drei Gründe haben: Freude, Kummer, Sand im Auge. Ein dritter kam heute Nachmittag bei AWG in Eisleben hinzu: Ergriffenheit…
Von hunderten fröhlichen Menschen umgeben: Eislebens Oberbürgermeisterin Jutta Fischer, AWG-Bezirksleiter Michael König, Filialleiterin Kathrin Bellstedt und Clown Jost. (Foto: Jochen Miche)
Was Eislebens Oberbürgermeisterin Jutta Fischer und Filialleiterin Kathrin Bellstedt mit ihrem AWG-Bezirksleiter Michael König heute geschafft haben, sucht seinesgleichen in der Lutherstadt: mehr als 100 Kinder in einem Mode-Supermarkt zum Singen der Mansfelder Nationalhymne zu bringen und mindestens ebenso vielen Erwachsenen die Tränen in die Augen zu treiben. Aber die mischten sich auch mit ein paar Freudentränen, denn AWG machte hier einmal mehr seinem Slogan alle Ehre: Alle werden glücklich.
Die Aktion bei AWG basierte auf der Idee der Filialleiterin Kathrin Bellstedt, das im gesamten Einkaufscenter 3 E im Laufe der Jahre etwas nachgelassene Interesse vieler Kunden wieder aufzufrischen. Überdies hatte AWG heute genau vor einem halben Jahr auf einer 2000 Quadratmeter großen Fläche im 3 E neu eröffnet, was offenbar noch nicht jeder Mensch in der Region wusste. Also wurde ein witziger Plan geschmiedet: die Bürgermeisterwette.
Das Besondere daran, so Frau Bellstedt: Wir wollten, dass nicht nur wir Aufmerksamkeit gewinnen, sondern auch die Menschen, die hier leben. Das gelang ihr mit einer Wette, die sie an die Oberbürgermeisterin Jutta Fischer herantrug: Wenn Sie es schaffen, dass 100 Eisleber Kinder im Mode-Center das Lied, Glück Auf‘ ohne abzulesen singen, spenden wir 500 Euro. Jutta Fischer war begeistert. Wenn das gelingt, packe ich gleich noch 100 Euro drauf, versprach sie.
Der Moment der Wahrheit war heute Nachmittag, 15 Uhr, gekommen. Schon lange vor drei drängten sich hunderte fröhliche Menschen zwischen den Kleiderständern. Unter ihnen Eislebens Oberbürgermeisterin Jutta Fischer und, um sie bei dieser Bürgermeisterwette kräftig zu unterstützen, Clown Jost alias Jost Naumann. Er zählte die Kinder – eine Aufgabe, ganz anders, als Schäfchen zu zählen, bei der der Zählende immer müder wird. Sobald er zählte, tobte der Saal – also das Mode-Center. Irgendjemand muss aber ernsthaft gezählt und bei 160 Kindern mit dem Zählen aufgehört haben. Nun musste nur noch das Lied Glück Auf und das Lieblingslied der Oberbürgermeisterin Mein Mansfelder Land gesungen werden. Auch diese Aufgabe wurde mit Hilfe vieler Erwachsener und zur Begeisterung einer großen Kundenschar gemeistert. Fazit: Wette gewonnen!
Die gesamte Grundschule Thomas Müntzer schien anwesend zu sein, aber auch Vertreter von Vereinen wie dem Verein Mansfelder Berg- und Hüttenleute oder dem Traditionsverein der Bergschule Eisleben. Dieser rund 250 Mitglieder zählende Verein hält die Erinnerung an eine bedeutende Ingenieurschule wach: die 1798 als Bergschule gegründete und 1993 als Ingenieurschule für Elektronik und Elektrotechnik geschlossene Eisleber Bildungseinrichtung. Ihr Vereinsvorsitzender, Jürgen Münch, war mit seiner siebenjährigen Enkelin Henrijette gekommen, die ebenfalls beim Glück Auf-Lied kräftig mitgesunden hatte.
Als sich die stellvertretende AWG-Filialleiterin, Antje Przybilski, mit einem riesigen symbolischen 500-Euro-Scheck einen Weg durch die Massen bahnte, war die Begeisterung kaum noch zu bremsen. Doch bei dieser Summe blieb es nicht. Rainer Gerlach von der Firma Pro Connect legte noch 100 Euro drauf, die Stadtwerke und die Eisleber Wohnungsbaugesellschaft ebenfalls. Thomas Fischer, Vorsitzender des Mansfelder Bergwerksbahnvereins, legte noch einmal 50 Euro dazu. Jetzt rechnete Oberbürgermeisterin Jutta Fischer, landete inklusive ihrer versprochenen 100 Euro bei 950 Euro und entschied sich kurzerhand, auf 1000 Euro aufzurunden. Ein Großteil des nun folgenden Applauses galt ihr.
Bei AWG sieht man oft ganze Familien durch die Reihen schlendern. Manchmal auch eine mit dem Nachnamen Franke aus dem Eisleber Ortsteil Rothenschirmbach. Zu ihr gehört Enkelin Gwendolin, die in die Thomas-Müntzer-Schule geht und mit den mehr als 100 Kindern Glück Auf und Mein Mansfelder Land sang. Ihr Opa Wolfgang war gemeinsam mit einigen Sängern des Männerchores Osterhausen gekommen, um mit kräftigen Stimmen die Kinder zu unterstützen. Und Oma Christel war zuständig für die Familienfotos. Auf die Frage, was ihm an der Aktion am besten gefallen habe, antwortete er: Das war eine richtig gute Idee. Da sind Modernes und Traditionelles aufeinandergetroffen: Die neueste Mode von AWG, die niemand missen will, und unsere alte Bergbautradition, die niemand vergessen sollte.
Es kam, wie es kommen musste: Alle wurden glücklich. Denn: Die Oberbürgermeisterin gewann ihre Wette. Der Förderverein der Grundschule Thomas Müntzer bekam für seine Schule 1000 Euro. Die Kinder erlebten eine bewegend intensive Aufmerksamkeit des Publikums für ihren großartigen Gesang zweier Lieder mit Kultcharakter. Und die auch sonst stets ungezwungen und freundlich daherkommenden Mitarbeiter(innen) des Mode-Centers strahlten noch einen ganzen Zacken mehr Lebensfreude als im normalen Alltag aus – sie fieberten mit den Kindern und bewegten teilweise sogar die Lippen mit bei bekannten Zeilen des Glück-Auf-Liedes. Hier hielten nicht nur die Oberbürgermeisterin und die Kinder Wort mit einer tollen kulturellen Leistung, sondern auch der Gastgeber: AWG. Denn: Alle wurden glücklich.
Jochen Miche
Autor: jm
Von hunderten fröhlichen Menschen umgeben: Eislebens Oberbürgermeisterin Jutta Fischer, AWG-Bezirksleiter Michael König, Filialleiterin Kathrin Bellstedt und Clown Jost. (Foto: Jochen Miche)
Was Eislebens Oberbürgermeisterin Jutta Fischer und Filialleiterin Kathrin Bellstedt mit ihrem AWG-Bezirksleiter Michael König heute geschafft haben, sucht seinesgleichen in der Lutherstadt: mehr als 100 Kinder in einem Mode-Supermarkt zum Singen der Mansfelder Nationalhymne zu bringen und mindestens ebenso vielen Erwachsenen die Tränen in die Augen zu treiben. Aber die mischten sich auch mit ein paar Freudentränen, denn AWG machte hier einmal mehr seinem Slogan alle Ehre: Alle werden glücklich.
Die Aktion bei AWG basierte auf der Idee der Filialleiterin Kathrin Bellstedt, das im gesamten Einkaufscenter 3 E im Laufe der Jahre etwas nachgelassene Interesse vieler Kunden wieder aufzufrischen. Überdies hatte AWG heute genau vor einem halben Jahr auf einer 2000 Quadratmeter großen Fläche im 3 E neu eröffnet, was offenbar noch nicht jeder Mensch in der Region wusste. Also wurde ein witziger Plan geschmiedet: die Bürgermeisterwette.
Das Besondere daran, so Frau Bellstedt: Wir wollten, dass nicht nur wir Aufmerksamkeit gewinnen, sondern auch die Menschen, die hier leben. Das gelang ihr mit einer Wette, die sie an die Oberbürgermeisterin Jutta Fischer herantrug: Wenn Sie es schaffen, dass 100 Eisleber Kinder im Mode-Center das Lied, Glück Auf‘ ohne abzulesen singen, spenden wir 500 Euro. Jutta Fischer war begeistert. Wenn das gelingt, packe ich gleich noch 100 Euro drauf, versprach sie.
Der Moment der Wahrheit war heute Nachmittag, 15 Uhr, gekommen. Schon lange vor drei drängten sich hunderte fröhliche Menschen zwischen den Kleiderständern. Unter ihnen Eislebens Oberbürgermeisterin Jutta Fischer und, um sie bei dieser Bürgermeisterwette kräftig zu unterstützen, Clown Jost alias Jost Naumann. Er zählte die Kinder – eine Aufgabe, ganz anders, als Schäfchen zu zählen, bei der der Zählende immer müder wird. Sobald er zählte, tobte der Saal – also das Mode-Center. Irgendjemand muss aber ernsthaft gezählt und bei 160 Kindern mit dem Zählen aufgehört haben. Nun musste nur noch das Lied Glück Auf und das Lieblingslied der Oberbürgermeisterin Mein Mansfelder Land gesungen werden. Auch diese Aufgabe wurde mit Hilfe vieler Erwachsener und zur Begeisterung einer großen Kundenschar gemeistert. Fazit: Wette gewonnen!
Die gesamte Grundschule Thomas Müntzer schien anwesend zu sein, aber auch Vertreter von Vereinen wie dem Verein Mansfelder Berg- und Hüttenleute oder dem Traditionsverein der Bergschule Eisleben. Dieser rund 250 Mitglieder zählende Verein hält die Erinnerung an eine bedeutende Ingenieurschule wach: die 1798 als Bergschule gegründete und 1993 als Ingenieurschule für Elektronik und Elektrotechnik geschlossene Eisleber Bildungseinrichtung. Ihr Vereinsvorsitzender, Jürgen Münch, war mit seiner siebenjährigen Enkelin Henrijette gekommen, die ebenfalls beim Glück Auf-Lied kräftig mitgesunden hatte.
Als sich die stellvertretende AWG-Filialleiterin, Antje Przybilski, mit einem riesigen symbolischen 500-Euro-Scheck einen Weg durch die Massen bahnte, war die Begeisterung kaum noch zu bremsen. Doch bei dieser Summe blieb es nicht. Rainer Gerlach von der Firma Pro Connect legte noch 100 Euro drauf, die Stadtwerke und die Eisleber Wohnungsbaugesellschaft ebenfalls. Thomas Fischer, Vorsitzender des Mansfelder Bergwerksbahnvereins, legte noch einmal 50 Euro dazu. Jetzt rechnete Oberbürgermeisterin Jutta Fischer, landete inklusive ihrer versprochenen 100 Euro bei 950 Euro und entschied sich kurzerhand, auf 1000 Euro aufzurunden. Ein Großteil des nun folgenden Applauses galt ihr.
Bei AWG sieht man oft ganze Familien durch die Reihen schlendern. Manchmal auch eine mit dem Nachnamen Franke aus dem Eisleber Ortsteil Rothenschirmbach. Zu ihr gehört Enkelin Gwendolin, die in die Thomas-Müntzer-Schule geht und mit den mehr als 100 Kindern Glück Auf und Mein Mansfelder Land sang. Ihr Opa Wolfgang war gemeinsam mit einigen Sängern des Männerchores Osterhausen gekommen, um mit kräftigen Stimmen die Kinder zu unterstützen. Und Oma Christel war zuständig für die Familienfotos. Auf die Frage, was ihm an der Aktion am besten gefallen habe, antwortete er: Das war eine richtig gute Idee. Da sind Modernes und Traditionelles aufeinandergetroffen: Die neueste Mode von AWG, die niemand missen will, und unsere alte Bergbautradition, die niemand vergessen sollte.
Es kam, wie es kommen musste: Alle wurden glücklich. Denn: Die Oberbürgermeisterin gewann ihre Wette. Der Förderverein der Grundschule Thomas Müntzer bekam für seine Schule 1000 Euro. Die Kinder erlebten eine bewegend intensive Aufmerksamkeit des Publikums für ihren großartigen Gesang zweier Lieder mit Kultcharakter. Und die auch sonst stets ungezwungen und freundlich daherkommenden Mitarbeiter(innen) des Mode-Centers strahlten noch einen ganzen Zacken mehr Lebensfreude als im normalen Alltag aus – sie fieberten mit den Kindern und bewegten teilweise sogar die Lippen mit bei bekannten Zeilen des Glück-Auf-Liedes. Hier hielten nicht nur die Oberbürgermeisterin und die Kinder Wort mit einer tollen kulturellen Leistung, sondern auch der Gastgeber: AWG. Denn: Alle wurden glücklich.
Jochen Miche





