Bei Frühlingswetter stellt Kolonne Schmidt Schneezäune
Den Bauern folgen die Straßenmeister
Dienstag, 03. November 2015, 12:44 Uhr
Ackerfahrzeuge. Die Letzten im alten und die Ersten im neuen Jahr, die auf dem Feld zu tun haben, sind die Männer der Straßenmeisterei, welche die Schneezäune setzen. (Foto: Jochen Miche)
Die Landwirte sind nicht die Letzten, die auf dem Acker zu tun haben. Vor zwei Stunden jedenfalls begegneten wir auf dem Feld entlang der Bundesstraße 180 zwischen Kreuzung Thälmannschacht und Ortslage Siersleben der Kolonne Christoph Schmidt der Straßenmeisterei Eisleben beim Setzen von Schneezäunen.Wintervorbereitungen bei schönstem Frühlingswetter - das passt, war von den Männern zu hören. Denn zum Setzen von Schneezäunen müssen einige Bedingungen stimmen: Der Boden darf nicht so schlammig sein, dass Fahrzeuge und Leute darin versinken, einen Meter tief gefrorene Erde ist ebenso ungünstig, denn die Haken zum Verankern der Zäune müssen im Boden versenkt werden, und das kostet Kraft.
Wichtigste Voraussetzung jedoch, um Schneezäune setzen zu können: Die Landwirte müssen mit dem Pflügen, Eggen, Bestellen bzw. Pflanzen und auch mit dem Düngen fertig sein. Erst dann können die Leute der Straßenmeisterei ihre Arbeit tun. Wie heute Kolonne Schmidt, eine von drei Gruppen aus dem Eisleber Raum der Straßenmeisterei Eisleben, die den Ostteil des Landkreises (vergleichbar dem Territorium des früheren Landkreises Mansfelder Land mit Eisleben und Hettstedt) betreuen; für den Bereich des früheren Landkreises Sangerhausen inklusive A 38 ist die Autobahnstraßenmeisterei Oberröblingen zuständig.
Die Nutzung der Ackerflächen zum Aufstellen der Schneezäune ist kostenfrei für Land und Landkreis, erklärte heute Vormittag auf Anfrage Heinz-Ulrich Nitzschke. Das ist eine Gefälligkeit der Landwirte. Schließlich dienen die Zäune auch dem Allgemeinwohl, so der Leiter der Straßenmeisterei Eisleben.
Jeder Kilometer ordentlich gesetzter Schneezäune kommt letztlich auch der Straßenmeisterei zugute. Denn je weniger Straßen im Winter vom Schnee zugeweht werden, desto weniger muss später geräumt werden – eine Aufgabe, welche dieselben Männer erledigen werden, die heute die Zäune gesetzt haben.
Jochen Miche


