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9. Seniorenforum des Landkreises in Eisleben

Erfolgsgeheimnis: Aktiv und mobil im Alter

Mittwoch, 21. Oktober 2015, 20:50 Uhr
Aktiv und mobil im Alter (Foto: Jochen Miche) Aktiv und mobil im Alter (Foto: Jochen Miche) Die Botschaft des 9. Seniorenforums des Landkreises Mansfeld-Südharz war eindeutig: Alt werden ist kein Zuckerschlecken, aber es kann für denjenigen mit einem großen Gewinn an Lebensqualität verbunden sein, der sich bemüht, auch im Alter körperlich, geistig und gesellschaftlich aktiv zu sein...


Wie das gelingen kann, erfuhren am Dienstag mehrere hundert Interessierte beim Seniorenforum in der Glück-Auf-Halle der Lutherstadt Eisleben. Dort gab es nicht nur schöne Kugelschreiber geschenkt, ebenso gesunde wie köstliche Säfte und Backwaren zum Probieren, sondern auch die reichen Erfahrungen all jener Menschen, die an diesem Tag zahlreiche Informationsstände betreuten.

Senioren und viele jüngere Interessierte, fast alles, was Rang und Namen in der Regionalpolitik des Landkreises hat (darunter die hiesigen Bundestags- und Landtagsabgeordneten), aber auch Vertreter von Pflegediensten, Verwaltungen, Banken, kommunalen Wohnungsanbietern, Apotheken und mehr waren der Einladung des Veranstalters, des Kreisseniorenrates Mansfeld-Südharz, gefolgt und suchten an diesem Tag das Gespräch miteinander. Kreisseniorenratsvorsitzender Hans-Georg Schmitt war zufrieden mit der Resonanz des Forums.

Ebenso die Schirmherrin dieses Ereignisses, Landrätin Dr. Angelika Klein (Die Linke). Sie fand bestätigt, dass sich hier eine Tradition entwickelt hat, die angenommen wird. Sie sagte, das Motto des Forums „Aktiv und mobil im Alter“ bestätige ein Grundbedürfnis der Menschen, die sich wünschen, bis ins hohe Alter mobil zu sein, die reisen und für ihre Kinder und Enkel da sein möchten. „Sie wollen nicht nur gesund älter werden, sondern kreativ sein“ und sich noch einbringen in die Gesellschaft, meinte sie.

„Anregungen, was man alles tun kann, bieten die mehr als 40 Aussteller in dieser Halle“, ergänzte sie, bevor sie sich gegen 10.30 Uhr aufmachte nach Magdeburg, wo Ministerpräsident Reiner Haseloff für 12 Uhr zu einem Asylgipfel eingeladen hatte – damit sie es bis Mittag noch in die Landeshauptstadt schaffen möge, wünschte ihr mit einem Augenzwinkern mancher im Saal ausnahmsweise jene Sirene an ihrem Dienstwagen, mit der sich ihr Amtsvorgänger viel Spott eingehandelt hatte.

Den Hinweis auf ihren Magdeburger Termin nutzte Klein für ein Wort an ehrenamtliche Flüchtlingsbetreuer: „In dem Zusammenhang möchte ich einen ganz großen Dank all jenen Senioren aussprechen, die den Ausländern Zeit widmen, ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen, die sie zum Arzt begleiten und ihnen helfen, die deutsche Sprache zu erlernen.“

Fischer: Hoffen auf Altersheilkunde

Eislebens Bürgermeisterin Jutta Fischer zeigte sich fasziniert von der hohen Qualität des Seniorenforums. Sie verwies auf die Bemühungen der Bundesregierung, 20 Jahre nach Einführung der Pflegeversicherung mit dem ab 1. Januar 2016 geltenden, wesentlich verbesserten Pflegestärkungsgesetz II beispielsweise die Leistungsangebote und die Zahl der Pflegekräfte zu erhöhen. Das Gesetz soll auch pflegende Angehörige besser absichern helfen.

Von der großen Politik in Berlin schwenkte Frau Fischer in den Alltag der älteren Menschen im Landkreis. Sie verwies nicht nur auf die „außergewöhnlichen Leistungen“ der Helios Klinik, sondern zeigte sich insbesondere froh darüber, dass im kommenden Jahr in Eisleben das neue Geriatrische Zentrum Mansfeld-Südharz (Altersheilkunde) eingeweiht werde. Doch das ist Zukunftsmusik. Für das Seniorenforum ermutigte sie die Besucher: „Gehen Sie an die Stände, erkundigen Sie sich und gehen Sie gestärkt in den Tag.“

Schmitt: Blumen für eine Unermüdliche

Den Aufruf ernst nahm der Vorsitzende des Kreisseniorenrates, Hans-Georg Schmitt. Einen Blumenstrauß in der Hand, wandte er sich einem der Stände – den des Kreisseniorenrates – zu, um dort Marianne Christians für ihr unermüdliches Wirken im Seniorenrat und im Kreisbehindertenverband Dank zu sagen. Die 88-Jährige aus Aseleben unterstützt das Seniorenforum von seiner ersten Ausgabe an und ist auch heute noch im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv. Der folgende Applaus vieler bewegter Menschen galt ganz allein ihr.

Keilitz: Seniorentänze schaffen Kontakte

Applaus gab es noch reichlich an diesem Vormittag. So unter anderem für die Tanzgruppe „Red roses Ladies“ der Arbeiterwohlfahrt Sangerhausen und die Seniorentanzgruppe des Mehrgenerationenhauses „Sternschnuppe“ der Lutherstadt Eisleben. Letztere machte einmal mehr die Weitsicht des Kreisseniorenrates und der Kreisverwaltung deutlich, die sich als Veranstaltungsort die große Eisleber Sporthalle ausgesucht hatten: wegen des Platzes. Denn wenn die Eisleber „Sternschnuppen“ proben oder auftreten, brauchen sie viel Platz; immerhin gehören weit über 100 Tänzerinnen zur Gruppe. Deshalb müssen sie sogar an zwei verschiedenen Tagen proben, und das im Kinder- und Jugendfreizeitzentrum „Moskito“ – wegen der Platzverhältnisse.

Die Damen warben mit temperamentvollen Tänzen für diese kulturvollste aller Sportarten. Wer noch nicht überzeugt war vom Sinn der Bewegung nach Musik und der Fitness ihrer Akteure, den versuchte die Leiterin der Tanzgruppe, Gudrun Keilitz, zu überzeugen: „Seniorentänze machen Spaß, schaffen Kontakte und sind leicht zu erlernen.“ – Die Frauen der Region scheinen dies verinnerlicht zu haben, doch mit Männern ist das so ein Problem: Die Tänzerinnen müssen alle Männerparts selbst übernehmen. Mutige – oder auch nur gesundheitsbewusste Senioren – sind also noch herzlich willkommen, versicherte Frau Keilitz.

Brodmann: Man tut ja auch was dafür

An den meisten der über 40 Stände drängten sich die Wissbegierigen. Besonders dicht umringt waren die Stände der Lebenshilfe, der Pflegedienste, verschiedener Seniorenvertretungen, einer Apotheke mit dazugehörigem Reformhaus, aber auch der Sparkasse und Volksbank. Reichlich genutzt zu Gesprächen und einem kleinen Gesundheitscheck wurde der Stand der Helios Klinik, wo Gabriele Lakomy und Mirja Horn unter anderem den Blutdruck der Interessenten maßen. Das war auch der letzte Stand, den Wilfried Brodmann besuchte, bevor er nach Hause radelte. Von Frau Horn erfuhr der Eisleber, was er zwar längst wusste, aber gern noch einmal hören wollte: „Ihr Blutdruck ist optimal.“ Worauf der 72-Jährige stolz mitteilte: „Man tut ja auch was dafür: Rad fahren.“ Sprach es, knöpfte seine Jacke zu und schwang sich draußen auf sein Rad.
Jochen Miche
Autor: red

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