Betrachtung: Ehrenamtliche gewürdigt
Die Stadt wertet ihr Volksfest auf
Dienstag, 20. Oktober 2015, 11:07 Uhr
Das nächste Mal mache ich 'nen Schlips um. Da kannst du auch im Schlabberlook kommen, dann wird ein anderer ausgezeichnet. – Gespräch am Rande der Auszeichnung verdienter Bürger im Rahmen des Ehrenamtstages in Hettstedt. Eine Betrachtung von Jochen Miche...
Da wurden Leute ins Rampenlicht gestellt, die in ihrer Freizeit ehrenamtlich etwas geleistet haben, was ein gutes Licht auf die Stadt Hettstedt wirft. Die Stadt hatte die Namen der zu Ehrenden unter Verschluss gehalten, was dazu führte, dass sich mancher, der am Freitagabend völlig unerwartet nach vorn gebeten wurde, etwas unpassend gekleidet fühlte.
Die Dramaturgie des Tages des Ehrenamtes folgte amerikanischem Hollywood-Muster. Das mag etwas gekünstelt wirken. Tatsächlich aber wirkte der Anspruch der Stadt Hettstedt, hier Menschen zu ehren, die sich teils seit Jahrzehnten aufopferungsvoll für ihre Heimatstadt oder ganz konkret für deren Menschen einsetzen, völlig überzeugend. Das hatte insbesondere mit einer akkuraten Vorbereitung, einem kurzweiligen Programm und den klugen Laudationes zu tun, die auf die Geehrten gehalten wurden.
Mit dem Tag des Ehrenamtes hat die Stadtverwaltung dem früher eher etwas inhaltsarmen Freitag vor dem Zwiebelmarkt auf unspektakuläre, aber nachhaltige Weise einen schönen Sinn gegeben. Menschen wie der Hobby-Schachlehrer Dirk Michael, der Vorschulkinder im Schachspiel derart fit macht, dass sogar die Erzieherinnen Nachhilfe erhalten müssen, oder Steffen Klepzig vom MSV Hettstedt, Abteilung Tischtennis, der nicht wartete, bis von irgendwoher Geld kam, sondern kurzerhand mit seinen Tischtennisfreunden Renovierungsarbeiten übernahm, um würdige Trainingsbedingungen für sich und andere zu schaffen, oder seit zwei Jahren zusätzlich die Arbeitsgemeinschaft Tischtennis der Grundschule am Markt leitet, sind menschliche Leuchttürme einer gesunden Kulturpolitik dieser Stadt. Einer Kulturpolitik, die von unten kommt, von der Basis selbst, die keine Order von oben braucht, die nicht nach Geld schreit, bevor sie einen Handschlag macht, sondern die einfach zupackt, wo es etwas zu tun gibt. Die Verwaltung kann nur die Rahmenbedingungen schaffen, mit Leben ausfüllen müssen diese die Menschen, sagte Bürgermeister Danny Kavalier. Das Festzelt saß voll solcher engagierter Menschen, von denen nur 13 ausgezeichnet werden konnten, aber unzählige mehr eine Ehrung verdient hätten, wie Kavalier ebenfalls bemerkte.
Hettstedt kann stolz sein auf seine Bürger, die das Sport- und Kulturleben der Stadt wesentlich mitprägen oder Menschlichkeit in Ausnahmesituationen beweisen. Dank hat aber auch eine Verwaltung verdient, die dies erkannt und Schlüsse daraus gezogen hat, indem sie ihren Ehrenamtlichen zeigt, was sie ihr wert sind. Und der vor allem völlig egal ist, ob jemand mit Schlips oder Schlabberpulli ins Rampenlicht tritt.
Autor: redDa wurden Leute ins Rampenlicht gestellt, die in ihrer Freizeit ehrenamtlich etwas geleistet haben, was ein gutes Licht auf die Stadt Hettstedt wirft. Die Stadt hatte die Namen der zu Ehrenden unter Verschluss gehalten, was dazu führte, dass sich mancher, der am Freitagabend völlig unerwartet nach vorn gebeten wurde, etwas unpassend gekleidet fühlte.
Die Dramaturgie des Tages des Ehrenamtes folgte amerikanischem Hollywood-Muster. Das mag etwas gekünstelt wirken. Tatsächlich aber wirkte der Anspruch der Stadt Hettstedt, hier Menschen zu ehren, die sich teils seit Jahrzehnten aufopferungsvoll für ihre Heimatstadt oder ganz konkret für deren Menschen einsetzen, völlig überzeugend. Das hatte insbesondere mit einer akkuraten Vorbereitung, einem kurzweiligen Programm und den klugen Laudationes zu tun, die auf die Geehrten gehalten wurden.
Mit dem Tag des Ehrenamtes hat die Stadtverwaltung dem früher eher etwas inhaltsarmen Freitag vor dem Zwiebelmarkt auf unspektakuläre, aber nachhaltige Weise einen schönen Sinn gegeben. Menschen wie der Hobby-Schachlehrer Dirk Michael, der Vorschulkinder im Schachspiel derart fit macht, dass sogar die Erzieherinnen Nachhilfe erhalten müssen, oder Steffen Klepzig vom MSV Hettstedt, Abteilung Tischtennis, der nicht wartete, bis von irgendwoher Geld kam, sondern kurzerhand mit seinen Tischtennisfreunden Renovierungsarbeiten übernahm, um würdige Trainingsbedingungen für sich und andere zu schaffen, oder seit zwei Jahren zusätzlich die Arbeitsgemeinschaft Tischtennis der Grundschule am Markt leitet, sind menschliche Leuchttürme einer gesunden Kulturpolitik dieser Stadt. Einer Kulturpolitik, die von unten kommt, von der Basis selbst, die keine Order von oben braucht, die nicht nach Geld schreit, bevor sie einen Handschlag macht, sondern die einfach zupackt, wo es etwas zu tun gibt. Die Verwaltung kann nur die Rahmenbedingungen schaffen, mit Leben ausfüllen müssen diese die Menschen, sagte Bürgermeister Danny Kavalier. Das Festzelt saß voll solcher engagierter Menschen, von denen nur 13 ausgezeichnet werden konnten, aber unzählige mehr eine Ehrung verdient hätten, wie Kavalier ebenfalls bemerkte.
Hettstedt kann stolz sein auf seine Bürger, die das Sport- und Kulturleben der Stadt wesentlich mitprägen oder Menschlichkeit in Ausnahmesituationen beweisen. Dank hat aber auch eine Verwaltung verdient, die dies erkannt und Schlüsse daraus gezogen hat, indem sie ihren Ehrenamtlichen zeigt, was sie ihr wert sind. Und der vor allem völlig egal ist, ob jemand mit Schlips oder Schlabberpulli ins Rampenlicht tritt.
