Do, 12:27 Uhr
30.12.2010
Rettung vor dem Reißwolf
Das in diesem Jahr unter Regie der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt neugegründete Thüringer Wirtschaftsarchiv (TWA) soll künftig Verluste wertvoller Quellen der regionalen Wirtschaftsgeschichte verhindern und die historischen Unterlagen der Unternehmen im gesamten Freistaat sichern.
Aufbewahrt werden wichtige Bild-, Schrift- und Tondokumente. Nur wenige Unternehmen und Verbände der Wirtschaft können sich eine eigene Aufbewahrung leisten. Viele wissen heute vor allem aus Kostengründen nicht, wie sie mit den Dokumenten verfahren sollen, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser, der gleichzeitig Vorsitzender des eingetragenen Vereins ist.
Das Archiv biete dafür nun eine gesicherte Bleibe.
Häufig würden historische Unterlagen in Kellern und Dachböden ein verstaubtes Dasein fristen. Und dann passiert es: Bei Standortverlagerungen, Betriebsstilllegungen und Konkursen landet der Dokumentenschatz im Reißwolf und ist damit unwiederbringlich verloren, weiß der IHK-Chef.
Die Archivdaten seien wichtige Zeitzeugen, um dem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen: Was genau passierte nach 1990 mit den großen DDR-Kombinaten und wie war das mit der Verstaatlichung der letzten Privatbetriebe in der DDR im Jahr 1972? Wann entstanden die Ostmarken und wo sind sie geblieben? Warum ließen so viele Unternehmer in den 50er-Jahren die DDR hinter sich und wagten einen Neuanfang im Westen? Wer waren die Vorgänger und Gründer der Thüringer Unternehmen und welche Erfindungen kamen und kommen aus Thüringen?
Die Antworten liefern wirtschaftsgeschichtliche Quellen, die allein in den Unternehmen selbst oder ihren Verbänden vorhanden sind. Archivgut der Wirtschaft ist also weit mehr als Altpapier, betont Grusser. Selbst fragmentarisches Material könne bedeutsam sein. Neben Schriftgut aus Thüringer Betrieben sei das Wirtschaftsarchiv auch an Fotos, Filmen, Werbeartikeln, Katalogen, Plakaten, Werbemarken, Urkunden, Medaillen, Postkarten oder Geschäftsbriefen interessiert.
Jeder der mithelfen will, das wirtschaftliche Gedächtnis Thüringens zu erhalten und aus dem Thüringer Wirtschaftsarchiv eine ‚Schatzkammer‘ zu machen, ist herzlich willkommen, hofft der IHK-Hauptgeschäftsführer auf eine rege Beteiligung.
Autor: nnzAufbewahrt werden wichtige Bild-, Schrift- und Tondokumente. Nur wenige Unternehmen und Verbände der Wirtschaft können sich eine eigene Aufbewahrung leisten. Viele wissen heute vor allem aus Kostengründen nicht, wie sie mit den Dokumenten verfahren sollen, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser, der gleichzeitig Vorsitzender des eingetragenen Vereins ist.
Das Archiv biete dafür nun eine gesicherte Bleibe.
Häufig würden historische Unterlagen in Kellern und Dachböden ein verstaubtes Dasein fristen. Und dann passiert es: Bei Standortverlagerungen, Betriebsstilllegungen und Konkursen landet der Dokumentenschatz im Reißwolf und ist damit unwiederbringlich verloren, weiß der IHK-Chef.
Die Archivdaten seien wichtige Zeitzeugen, um dem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen: Was genau passierte nach 1990 mit den großen DDR-Kombinaten und wie war das mit der Verstaatlichung der letzten Privatbetriebe in der DDR im Jahr 1972? Wann entstanden die Ostmarken und wo sind sie geblieben? Warum ließen so viele Unternehmer in den 50er-Jahren die DDR hinter sich und wagten einen Neuanfang im Westen? Wer waren die Vorgänger und Gründer der Thüringer Unternehmen und welche Erfindungen kamen und kommen aus Thüringen?
Die Antworten liefern wirtschaftsgeschichtliche Quellen, die allein in den Unternehmen selbst oder ihren Verbänden vorhanden sind. Archivgut der Wirtschaft ist also weit mehr als Altpapier, betont Grusser. Selbst fragmentarisches Material könne bedeutsam sein. Neben Schriftgut aus Thüringer Betrieben sei das Wirtschaftsarchiv auch an Fotos, Filmen, Werbeartikeln, Katalogen, Plakaten, Werbemarken, Urkunden, Medaillen, Postkarten oder Geschäftsbriefen interessiert.
Jeder der mithelfen will, das wirtschaftliche Gedächtnis Thüringens zu erhalten und aus dem Thüringer Wirtschaftsarchiv eine ‚Schatzkammer‘ zu machen, ist herzlich willkommen, hofft der IHK-Hauptgeschäftsführer auf eine rege Beteiligung.