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Di, 11:30 Uhr
02.06.2026
Forschung und Entwicklung aus dem Südharz

In der Antarktis gab es bislang noch keinen Auftrag für uns

Wer im Norden Thüringens und im südlichen Sachsen-Anhalt mit offenen Augen unterwegs ist, dem fallen die “Überreste” bergbaulicher Tätigkeiten sofort ins Auge. Wurde zwischen Sangerhausen und Eisleben Kupfererz gefördert und verhüttet, so wurde in Thüringen die Region durch Kalisalz geprägt. Der Bergbau birgt bis heute Chancen, Risiken und den Bedarf an Forschung...

Die Förderung ist Geschichte, doch dort, wo gebuddelt wurde, dort wuchsen nicht nur die bekannten Halden, sondern es bleiben auch die Hohlräume in bis zu 700 Meter Tiefe. Und diese bergen sowohl Chancen als auch Risiken. Kali-Bergbau gab es in der mitteldeutschen Region seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Schon zeitig erkannten die Fachleute, dass es bei der Erkundung und der Förderung einer wissenschaftlichen Begleitung und Kontrolle bedurfte. Jenseits von Politik und Ideologie.

Und so entstanden in den 1950er Jahren mit der “zentralen Forschungsstelle für die gesamte ostdeutsche Kaliindustrie” die Vorläufer der heutigen K-UTEC AG Salz Technologies. In Kurzform: die “K-UTEC”. Dr. Heiner Marx ist der aktuelle Teil der Unternehmensgeschichte zu verdanken. Marx ist promovierter Mineraloge und erkannte nach der Wende, welche Bedeutung die durch die Treuhand stillgelegten Schächte für die Nachbereitung haben werden. Der gebürtige Saarländer privatisierte das ehemalige Forschungsinstitut der mitteldeutschen Kaliindustrie in Sondershausen und ist noch heute sowohl Gründer als auch Mehrheitsgesellschaft der K-UTEC GmbH, die 2008 in eine AG umgewandelt wurde, um die Mitarbeiter am wirtschaftlichen Erfolg zu beteiligen.

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v.l.: Dr. Heiner Marx und Dr. Sebastian Lüning am Standort der K-UTEC in Sondershausen (Foto: NUV)

Und der kann sich - im Rückblick auf über drei Jahrzehnte - mehr als sehen lassen. Waren es zu Beginn 1992 38 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, so sind aktuell 120 Frauen und Männer am Petersenschacht in Sondershausen sowie in der nahezu ganzen Welt mit ihrer ausgewiesenen Expertise unterwegs. “In der Antarktis gab es bislang noch keinen Auftrag für uns”, scherzt Marx, der auch Oberstleutnant der Reserve ist.
Es sei die fundierte Expertise, gepaart mit einem einmaligen Erfahrungsschatz im “Umgang” mit künftigen, mit aktuellen oder mit stillgelegten Bergwerksprojekten. Und: Bergbau hat immer irgendetwas mit Mineralien zu tun, könnte man es populär nennen. Gerade sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Botswana, in Laos und Vietnam oder im südamerikanischen Lithium-Dreieck (Chile, Argentinien, Bolivien) unterwegs.
Doch auch in der Heimat, sozusagen vor der “K-UTEC-Haustür” ist die Kompetenz des Unternehmens gefragt.

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Auf die Personalsituation angesprochen, geben sich Dr. Marx als Vorstandsvorsitzender und Dr. Sebastian Lüning, einer der drei Vorstände, betont locker. Man pflege im Unternehmen eine ausgewogene Kultur und beschreite durchaus auch ungewohnte Wege. So drohte in den sogenannten “Nullerjahren” dieses Jahrhunderts durch den bevorstehenden Renteneintritt der ersten Generation eine Lücke. Die jedoch füllte sich durch die national und international bereits bekannte Expertise der K-UTEC sowie durch das Modell der Mitarbeiterbeteiligung an der gegründeten Aktiengesellschaft recht schnell.

“Wir haben einen sehr guten Mix in unserer Belegschaft, hier sorgen Mitarbeiter aus zehn Nationen mit Ingenieuren für Kontinuität in der wissenschaftlichen Arbeit. Wir haben aber auch Rückkehrer hier bei uns, die nach mehreren Jahren in den westdeutschen Bundesländern wieder zurück in ihre Heimat kommen”, berichtet Dr. Lüning.

Vier Azubis komplettieren die Belegschaft, zwei junge Menschen befinden sich in einem dualen Studium und dann ist da noch der älteste Mitarbeiter: Dr. Heinz Scherzberg ist 89 und hat natürlich einen immensen Erfahrungsschatz. Dr. Marx: “Wir sind gerade dabei, seine Patentliste zu vervollständigen. Ich denke, wir kommen da auf 208 Patente.”

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v.l.: NUV-Vorstandsmitglied Marcel Kübler und Dr. Sebastian Lüning bei der K-UTEC in Sondershausen (Foto: NUV)

Über Arbeit, sprich Aufträge wollen sich Marx und Lüning nicht beklagen. Rund 40 Projekte unterschiedlicher Größe gibt es aktuell zu bearbeiten, zehn davon in der Forschung und Entwicklung. Und dennoch halten es Dr. Marx, Dr. Lüning sowie ihr dritter Vorstandskollege Dr. Markus Pfänder für gegeben, sich dem Nordthüringer Unternehmerverband anzuschließen. Man habe sich damit beschäftigt und kam zu der Meinung, dass die Mitgliedschaft in einem unabhängigen Wirtschaftsverband eine weitere Möglichkeit bietet, neue Netzwerke aufzubauen und bestehende zu nutzen. Und das in beide Richtungen. Ein praktisches Beispiel: so kann der NUV auch die K-UTEC unterstützen, dass der Standort am Petersenschacht möglichst schnell mit Glasfaser versorgt wird.

Weitere Themen, bei denen im Gespräch mit NUV-Vorstandsmitglied Marcel Kübler Einigkeit bestand, sind die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur. Dies betreffe sowohl die Bahnverbindungen als auch den geplanten Ausbau der B4.
Autor: red

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