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Fr, 10:10 Uhr
19.09.2025
NABU Thüringen wirbt zum Schutz des Luchses

Faszinierende Begegnung mit Luchsfamilie

Stell dir vor, du wanderst durch den Wald und plötzlich steht ein Luchs mit vier Jungtieren vor dir. So ergangen ist es Manfred Werner aus Oberkirch in Baden-Württemberg, während einer Wanderung von Schierke zum Brocken in Sachsen-Anhalt Anfang September...

Luchsfamilie im Harz (Foto: Manfred Werner,) Luchsfamilie im Harz (Foto: Manfred Werner,)


Das Glück dabei: Manfred Werner zückte ohne zu zögern sein Smartphone und knipste die Pinselohren. Das Foto übersandte er Silvester Tamás, dem Koordinator des NABU-Luchsprojektes des Landesverbandes in Thüringen.

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Hohe Luchsdichte im Harz – Abwanderung nach Thüringen möglich
„Das aktuelle Foto mit der Luchsfamilie und die vielen Luchsbegegnungen im Harz zeugen davon, dass es den Luchsen im Harz gut geht. Durch die erfolgreiche Ansiedelung von Luchsen im Nationalpark Harz konnte sich dort die höchste Dichte von Luchsen in Mitteleuropa entwickeln. Bei der großen Anzahl von Luchsen – etwa 150 Tiere – gehen wir davon aus, dass sich die Tiere andere Lebensräume, unter anderem in Thüringen, erschließen müssen“, sagt Silvester Tamás.

Naturschonender Umgang mit dem Wald
Thüringen braucht mehr Vernetzung der potenziell geeigneten Lebensräume für den Luchs und einen sensibleren Umgang insbesondere mit Waldgebieten, die einen Schutzstatus besitzen. In der Vergangenheit kam es gerade dort immer wieder zu gravierenden Eingriffen. „Wenn wir dem Luchs ein Zuhause geben und die Lebensgrundlagen von uns Menschen erhalten möchten, müssen wir über die Ländergrenzen hinweg denken und handeln,“ sagt Silvester Tamás. „Der Luchs braucht für die Aufzucht seines Nachwuchses ruhige und störungsarme Waldgebiete und sichere Wanderwege. Insbesondere geschützte Waldgebiete, die sich im EU-weiten Schutzgebietsnetz NATURA 2000 befinden, stehen zunehmend unter dem Druck von Forstwirtschaft und Holznutzung.“ Ursprünglich intakte Waldgebiete werden zu regelrechten Forsten – also Baumplantagen – umgebaut. Der Naturschutz bleibt dabei oft auf der Strecke.

Waldbesitzer können etwas tun
Der NABU Thüringen appelliert an staatliche, wie private und kommunale Waldbesitzer, dem Naturschutz im Wald mehr Vorrang einzuräumen. Denn Wälder stellen global und national die wichtigsten terrestrischen Lebensräume für Pilze, Pflanzen und Tiere, aber auch für uns Menschen, dar. Sie erbringen wertvolle ökologische Leistungen. Hierzu gehören unter anderem die Wasser- und Kohlenstoffspeicherung, genauso wie die Produktion von Sauerstoff. Um Anreize zu schaffen, in seinem Wald mehr Natur zuzulassen, würdigt der NABU im Rahmen der Aktion LuchsWald Waldbesitzende mit einer Auszeichnung. Wer einen Wald besitzt und insbesondere etwas für Luchse tun möchte, der kann sich beim NABU Thüringen um die Auszeichnung zum LuchsWald bewerben. Im Rahmen der Aktion werden jährlich bis zu drei ausgewählte Wälder in Thüringen symbolisch ausgezeichnet, in denen sich Waldbesitzende in besonders vorbildlicher Weise für den Waldnatur- und Lebensraumschutz sowie die Lebensraumvernetzung einsetzen. Mittlerweile sind in Thüringen insgesamt 1.439 Hektar Fläche als LuchsWald ausgezeichnet. Waldbesitzende, die sich für eine Auszeichnung ihres Waldes interessieren oder dafür bewerben möchten, können sich gerne beim NABU Thüringen melden.
Autor: red

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Kommentare
KeinKreisverkehr
19.09.2025, 10:32 Uhr
Holzwirtschaft
Interessant, dass der NABU nichts zu WKAs sagt. Scheint ja kein Problem zu sein.

Aber die armen Waldbesitzer die doch nur ihr Holz machen wollen werden natürlich gegängelt.

Schön, dass es die Luchse gibt. Schade, dass wir dieses zusammenleben nicht mit dem Wolf auf die Reihe bekommen.
Quallensammler
19.09.2025, 12:08 Uhr
Ein tolles Erlebnis
und ein klasse Foto!. Wirklich schön, wie erstaunlich entspannt die Luchsin ihre Jungen in Sichtweite von Menschen belässt. Ich hoffe, die mit 150 Tieren erfreuliche Population entwickelt sich stabil weiter. Und: die abwandernden Jungtiere werden nicht wieder von Jägern getötet.

Hier sollten wir alle sensibler werden, denn die Tötungen können auch von unseren als nett eingestuften jagdlich aktiven Nachbarn und Freunden erfolgen. Wer davon etwas mitbekommt, bewegt sich bitte zur Polizei (oder sucht eine anonyme Möglichkeit bei Tierschützern). Diese Jäger töten bewusst diese ja nicht umsonst unter Naturschutz stehenden Tiere. Und das aus rein egoistischen Motiven, da ist jeder Schutz fehl am Platz!

Die Auszeichnung von Menschen, die ihr Waldeigentum für die Besiedlung von Luchsen und Wildkatzen naturnah belassen, oder mit Bedacht und Voraussicht bewirtschaften, finde ich sehr gut. Diese Leute sollten mit Fördermitteln unterstützt und in der Öffentlichkeit mit mehr Aufmerksamkeit bedacht werden. TikToker, Influencer, Poser, drösige "Superstars" von den werbeg...en bunten Fernsehsendern gibt es überreichlich - Menschen, die von sich aus und ohne mediale Präsenz etwas für die Natur leisten, leider zu wenige.
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