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Sa, 11:46 Uhr
31.12.2022
Nachruf des Erfurter Bischofs Ulrich Neymeyr

Zum Tod von Papst em. Benedikt XVI.

Das Bistum Erfurt trauert um Papst em. Benedikt XVI., der am heutigen Samstag mit 95 Jahren an seinem Altersruhesitz im Vatikan verstorben ist...

Im Erfurter Marien-Dom findet am Dienstag, 3. Januar, um 18 Uhr ein Requiem für Benedikt statt, das der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr leitet und an dem auch Altbischof Joachim Wanke und Weihbischof Reinhard Hauke teilnehmen. Bis zum 29. Januar liegt im Dom ein Kondolenzbuch für den verstorbenen emeritierten Papst aus, in dem Trauernde ihre Anteilnahme ausdrücken können. Das Kondolenzbuch wird später dem Apostolischen Nuntius, dem Botschafter des Papstes, in Deutschland übergeben. Schon heute läutet die Gloriosa des Erfurter Domes um 12 Uhr und lädt zu einem Gebet in den Dom ein.

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Bischof Ulrich Neymeyr erinnert in seinem Nachruf auf den Verstorbenen in großer Dankbarkeit an den Besuch von Papst Benedikt 2011 in Thüringen. Der Papst habe „nicht nur die Katholiken, sondern alle Christen in der Diaspora Ostdeutschlands in ihrem Glauben bestärkt“, schreibt der Bischof. Auch der Erfurter Altbischof Joachim Wanke habe die Begegnungen mit Benedikt XVI. in Erfurt und im Eichsfeld als ein großes geistliches Erlebnis in dankbarer Erinnerung behalten. Mit Benedikt verliere die katholische Kirche einen großen Theologen, der in seiner Zeit als Universitätsprofessor, als Präfekt der Glaubenskongregation und als Papst „die Wahrheit des katholischen Glaubens allgemein verständlich in großartigen Formulierungen zum Ausdruck gebracht“ habe, so Neymeyr. Als „bleibende Frucht“ bezeichnete der Erfurter Bischof das Buch „Einführung in das Christentum“ von 1968 und das mehrbändige Werk „Jesus von Nazareth“, das von 2007 bis 2012 erschien.

Der aus Bayern stammende Benedikt XVI., mit bürgerlichem Namen Joseph Ratzinger, hatte von 2005 bis 2013 die katholische Kirche als Papst geleitet, ehe er seinen freiwilligen Rücktritt erklärte und fortan weitgehend zurückgezogen als emeritierter Papst im Kloster Mater Ecclesiae in den vatikanischen Gärten lebte. Benedikts Rücktritt erregte weltweit großes Aufsehen, da Päpste im Normalfall bis zu ihrem Tod im Amt verbleiben. Einen freiwilligen Rücktritt hatte es zuvor nur einmal gegeben, als Coelestin V. 1294 sein päpstliches Leitungsamt aufgab. Bevor Joseph Ratzinger als Nachfolger von Johannes Paul II. 2005 zum Papst gewählt wurde, hatte er als Theologie-Professor an mehreren deutschen Universitäten, als Erzbischof von München und Freising sowie als Präfekt der römischen Glaubenskongregation gewirkt.


Im Wortlaut: Nachruf des Erfurter Bischofs Ulrich Neymeyr auf Papst em. Benedikt XVI.

Das Bistum Erfurt trauert um Papst em. Benedikt XVI. Im Bistum Erfurt sind wir Papst em. Benedikt XVI. besonders dankbar für seinen Besuch im Jahr 2011. Er hat nicht nur die Katholiken, sondern alle Christen in der Diaspora Ostdeutschlands in ihrem Glauben bestärkt. Bei seinem historischen Besuch im Augustinerkloster in Erfurt hat er das Wirken Martin Luthers gewürdigt und bei der fast schon familiären Vesper am Wallfahrtsort Etzelsbach im Eichsfeld den Katholiken dort für ihre Glaubenstreue gedankt. Auch der emeritierte Bischof Joachim Wanke hat die Begegnungen mit Papst em. Benedikt XVI. in Erfurt und im Eichsfeld als ein großes geistliches Erlebnis in dankbarer Erinnerung.

Mit Papst em. Benedikt XVI. verliert die katholische Kirche einen großen Theologen. In seiner Lehrtätigkeit als Universitätsprofessor, als Präfekt der Glaubenskongregation und als Papst hat er die Wahrheit des katholischen Glaubens allgemein verständlich in großartigen Formulierungen zum Ausdruck gebracht. Eine bleibende Frucht sind sein Buch zur Einführung in das Christentum und seine Betrachtungen über das Leben Jesu in seiner Trilogie „Jesus von Nazareth“.
Autor: red

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Kommentare
Audio
01.01.2023, 12:38 Uhr
Der Papst hat doch ein schönes Alter erreicht,
das muss man neidvoll anerkennen !
Viele Menschen, die ihr Leben lang schwer arbeiten mussten, erreichen noch nicht mal das Rentenalter !
Ich würde sofort wieder in die Kirche eintreten, wenn der HERR auch diese Menschen über 90 Jahre werden ließe. Aber da ich leider nicht glauben kann, sondern wissen möchte, wird dieser Vorgang wohl nicht vollzogen werden können.
Trotzdem wünsche ich allen schwer arbeitenden Menschen ein besseres Jahr als 2022 und ein langes und gesundes Leben !
Real Human
02.01.2023, 14:17 Uhr
„Ein bedeutender Mensch, eine tragische Figur“, ...
… so äußerte sich Wolfgang Beinert, Dogmatik-Professor, Priester und Weggefährte Josef Ratzingers, in der Sendung „Tag für Tag“ (2.1.2023) im dlf über seinen Lehrer.

Mir fiel dazu gleich die fast zum „geflügelten Wort“ gewordene Sentenz des deutschen Philosophen Theodor W. Adorno ein:

„Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“

Ein vitales Beispiel:

Gesetzt den Fall, Sie hätten dummerweise eine akute Blinddarmentzündung, klugerweise hätten Sie sich aber von der Welt-HO eine funktionierende(!) Zeitmaschine liefern lassen. Würden Sie als gläubiger Christ erwägen, damit ins Jahr 30 zu reisen und sich von „IHM“ heilen zu lassen oder hätten Sie mehr Vertrauen zum Hausmeister des Krankenhauses in der Nähe, von denen manche das ja im Notfall auch können sollen!?–)

Jesus würde vielleicht sagen: Prüfe mich nicht unnütz, sondern reise zurück in deine Zeit! Ich habe hier ganz andere Probleme!

Schade, dass es so ein Maschinchen wie in dem Science-Fiction-Spielfilm von 1960 nicht gibt und aus physikalischen Gründen wohl auch nie geben wird. Denn sonst wären die allermeisten „unfehlbaren“ „Theo“-logen von dem REALEN Jesus wohl ERSTMAL ziemlich schockiert, um sich danach schnell mit alten und neuen sophistischen Kunstgriffen wieder aus den akademischen Höllenschlünden zu befreien. Klar, dass fast alle Theologen über mehr als genug „gesunden Menschenverstand“ verfügen! Sonst wären die allermeisten längst nicht so gut durch die zwei deutschen Diktaturen gekommen.

Ich würde Adornos berühmtesten Satz in Bezug auf Benedikt XVI. lieber so auslegen:

Wer zu sehr von religiösen Dogmen und sonstigen Traumtänzereien indoktriniert ist, wird selten richtige Entscheidungen für sich und andere treffen können.

So war z.B. das Zusammentreffen von Frau Dr. Merkel mit Putins schwarzem Hund alles andere als ein „liebevoller Zufall“. (Hätte sie doch mehr „Dr. Faust“ gelesen!)

Ich habe den Verdacht, Benedikt XVI. hat auch mal kurz an Adorno gedacht, bevor er im Februar 2013 „auf das Amt des Bischofs von Rom, des Nachfolgers Petri[!]“ verzichtete.

Fazit:
Joseph Aloisius Ratzinger hat sich unter den gegebenen Umständen als ein sehr kluger MENSCH erwiesen!
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