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Mo, 10:00 Uhr
07.03.2022
Helios Kliniken Mansfeld-Südharz

Frauenherzen schlagen anders – besonders vor der Hochzeit

Herzinfarkt – das ist Männersache. Dass es aber auch Frauen treffen kann, hat Carolin R. nur zwei Wochen vor ihrer geplanten Hochzeit am eigenen Leib erfahren. Kurz nach dem Aufstehen zeigten sich bei der damals 28-Jährigen klassische Symptome: Schmerzen in der Brust, die in die Arme ausstrahlten, kalter Schweiß und Abgeschlagenheit. An einen Herzinfarkt dachte sie dennoch nicht – nicht in ihrem Alter. Zum Internationalen Frauentag am 8. März machen wir Sie auf die besonderen Symptome eines Herzinfarkts bei Frauen aufmerksam – denn ihre Herzen schlagen anders...

Carolin R. dankt dem Kardiologie-Team des Herzkatheterlabors und zeigt Fotos ihrer Hochzeit   (Foto: Helios Kliniken Mansfeld-Südharz GmbH, Elisa Engert  ) Carolin R. dankt dem Kardiologie-Team des Herzkatheterlabors und zeigt Fotos ihrer Hochzeit (Foto: Helios Kliniken Mansfeld-Südharz GmbH, Elisa Engert )


Ihr Verlobter hingegen rief sofort den Rettungswagen, denn die Anzeichen für einen Herzinfarkt kannte er von seiner Mutter. Die richtige Entscheidung, wie der Leitende Oberarzt der Kardiologie Andreas Porsche betont: „Beim Infarkt zählt jede Minute – wählen Sie bei einem Verdacht sofort die 112.“ Der Kardiologe und Notfallmediziner hat seine junge Patientin umgehend im modernen Herzkatheterlabor der Helios Klinik Lutherstadt Eisleben untersucht und interventionell behandelt: „So junge Patient:innen haben wir selten; dennoch kommen Herzinfarkte auch bei jüngeren Menschen vor, selbst wenn keine relevanten Vorerkrankungen bekannt oder Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck oder auch Diabetes auszumachen sind. Genau diese Anhaltspunkte fehlten auch bei Frau R. Ohne das auffällige EKG hätten wir nicht direkt einen Herzinfarkt vermutet.“

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Nur wenige Minuten vergingen zwischen Ankunft in der Klinik und der Herzkatheteruntersuchung mit Wiedereröffnung des verschlossenen Gefäßes. Carolin R. beschreibt das eindrücklich im gemeinsamen Gespräch: „Ich wusste gar nicht, was mit mir passiert und dass etwas mit meinem Herzen nicht stimmt. Es ging alles sehr schnell – das hat mir mein Leben gerettet.“

Die Gedanken der jungen Mutter kreisten eigentlich um ein ganz anderes Ereignis: In nur zwei Wochen sollte die geplante Hochzeit stattfinden. Brautkleid, Location, Gäste – alles war organisiert, alle waren eingeladen: „Ich wollte unbedingt schnell wieder fit werden. Zum Glück hat alles geklappt und zwei Wochen nach dem Infarkt war ich froh, am Tag der Hochzeit da zu sein und alles eindrücklich miterleben zu können. Wir hatten eine wunderschöne Hochzeit und haben mit unserer Familie und den engsten Freunden bis in die Nacht gefeiert.“

Nach der Hochzeit ging es für Mutter und Kind gemeinsam zur Reha: „Mir war wichtig, für mein Kind da zu sein – bis zu diesem Tag hatten wir noch nie eine Nacht getrennt voneinander verbracht. Dank der Unterstützung vom Sozialdienst in der Klinik konnten wir gemeinsam zur Kur fahren. Dort habe ich viele Entspannungsübungen gemacht und gelernt, mir wortwörtlich nicht alles zu Herzen zu nehmen und wie ich den Alltagsstress reduzieren kann“, erzählt Carolin R. Der Kardiologe betont, dass es gerade die Mehrfachbelastungen und der damit verbundene Stress ist, der Frauen und Männer unterscheidet und schließlich auch Herzerkrankungen auslösen kann: „Die Gedanken der Frauen kreisen um so viel mehr. Selbst bei ersten körperlichen Anzeichen denken sie zunächst an ihre Pflichten und holen sich erst spät ärztliche Hilfe.“

 Carolin R. im Gespräch mit ihrem behandelnden Arzt Andreas Porsche, Leitender Oberarzt der Kardiologie an der Helios Klinik Lutherstadt Eisleben (Foto: Helios Kliniken Mansfeld-Südharz,  Elisa Engert ) Carolin R. im Gespräch mit ihrem behandelnden Arzt Andreas Porsche, Leitender Oberarzt der Kardiologie an der Helios Klinik Lutherstadt Eisleben (Foto: Helios Kliniken Mansfeld-Südharz, Elisa Engert )


Knapp zwei Jahre nach ihrem Infarkt steht Carolin R. mitten im Leben und kurz vor dem Einzug ins gemeinsame Haus: „Ich wollte, dass alles wieder so wird wie vorher. Mein Sohn soll keine Angst um mich haben. Und trotzdem haben sich manche Sachen geändert: Ich achte jetzt mehr auf mich und meinen Körper, lasse alles ruhiger angehen und plane Zeit für mich ein – auch wenn es nicht immer klappt, sorge ich mich nicht mehr so sehr um Kleinigkeiten.“

Ein ganz großes Dankeschön gilt dem Kardiologie-Team der Helios Klinik Lutherstadt Eisleben, das in zwei modernen Herzkatheterlaboren durch einen 24-Stunden-Bereitschaftdienst rund um die Uhr akute Herzerkrankungen behandeln kann. Ein Wiedersehen mit Oberarzt Porsche und den Schwestern nutzte die junge Mutter im Herzkatheterlabor, um sich zu bedanken – und teilte überglücklich ihre Hochzeitsfotos mit dem Team, das durch die umfassende Therapie den schönsten Tag im Leben von Carolin R. möglich gemacht hat.

„Ein Herzinfarkt kommt oft wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Er entsteht jedoch über Jahre aus einem schleichenden Prozess, bei dem sich sogenannte Plaques (Cholesterinablagerungen) in den Herzkranzarterien ablagern, diese verengen und dann akut durch einen Thrombus verschließen, was letztlich zum Infarkt führt. Die gute Nachricht ist: Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck, Stress, hohe Blutfettwerte oder mangelnde körperliche Aktivität begünstigen einen Infarkt, lassen sich aber genauso gut aktiv beeinflussen und wirkungsvoll reduzieren. Daher mein Appell an alle Frauen (und Männer): Vermeiden Sie Übergewicht und eine falsche Ernährung, hören Sie mit dem Rauchen auf und bewegen sich regelmäßig. Insbesondere Nikotinkonsum und Diabetes erhöhen das Herzinfarktrisiko erheblich!“, appelliert Oberarzt Andreas Porsche.

Frauen sollten auf ihr Herz hören – und dabei auch Symptome abseits der „klassischen“ Beschwerden ernst nehmen: Neben den typischen Infarktanzeichen wie einem heftigen Schmerz und Enge in der linken Brustseite können bei Frauen auch Beschwerden im Oberbauch, Luftnot, Herzstolpern oder auch Schmerzen im Rücken oder Kiefer auftreten. Auch Übelkeit oder Erbrechen sowie Atembeschwerden und eine Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit sollten wahrgenommen werden und können auf eine ernste Herz-Kreislauf-Erkrankung hindeuten.

Im Allgemeinen sind Frauen bis zur Menopause durch den schützenden Effekt der Östrogene gut gegen die Entwicklung einer koronaren Herzkrankheit gewappnet. Das Hormon schützt die Gefäße vor der Bildung von Ablagerungen (sogenannten Plaques). Jedoch kann Rauchen die positive Wirkung von Östrogenen reduzieren oder gar ganz aufheben. Jede dritte Frau stirbt an einer koronaren Herzkrankheit, Herzinsuffizienz oder einem Schlaganfall – nur jede 25. an den Folgen von Brustkrebs. Neben dem regelmäßigen Brustkrebsscreening sollten Frauen daher auch den Herz-Kreislauf-Check wahrnehmen.




Autor: nis

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