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Do, 11:49 Uhr
26.08.2021
IHk Konjunkturbericht

Kräftige Erholung – aber neue alte Sorgen

Nachdem die dritte Corona-Welle abgeebbt ist, hat sich die Wirtschaft im Landkreis Mansfeld-Südharz deutlich erholt. Die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer zeige: in allen Branchen geht der Daumen klar nach oben, berichtet Danny Bieräugel, Volkswirt bei der IHK...

„Die Unternehmen atmen durch und wollen zum ‚normalen‘ Geschäftsbetrieb zurück.“ Dennoch schaffe auch die aktuelle Situation weiterhin einzelne Verlierer, so Bieräugel: „Im Gastgewerbe, bei einigen Dienstleistungsanbietern und im Personenverkehr ist die Lage zwar besser, aber noch lange nicht gut.“

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Frank Lehmann, Leiter der IHK-Geschäftsstelle, sieht auch die anderen Unternehmen noch nicht gänzlich im grünen Bereich: „Nachdem die Krise – vorerst – überwunden zu sein scheint, stehen für die Unternehmen im Landkreis die neuen alten Herausforderungen an.“ Nicht nur der Arbeits- und Fachkräftemangel könne die weitere Erholung hemmen.

Zwei Sangerhäuser Einzelhändler sehen das genauso. Marco Dauer, Inhaber der „Hosenzentrale Sangerhausen“, sagt: „Wir stationäre Händler müssen jetzt unseren Beitrag dazu leisten, dass die Innenstädte für die Kunden abseits des Onlinehandels attraktiver werden – dafür brauchen wir neue Ideen und Konzepte.“ Und Michael Hess von „Spielwaren Hess“ ergänzt: „Das ist völlig richtig – aber das kann nur funktionieren, wenn wir verstärkt Praktikumsplätze für Schüler und Umschüler anbieten und Ausbildungsplätze bereitstellen. Denn ohne geschultes Fachpersonal wird das sonst schwierig.“ Die IHK gehe diese Aufgaben von mehreren Seiten an, bemerkt Geschäftsstellenleiter Lehmann: „Was den Fachkräftemangel betrifft, dringen wir im politischen Dialog auf verbesserte Konzepte bei der Aus- und Weiterbildung, einen offeneren Arbeitsmarkt, Inklusion und Zuwanderung.“

Ausgewählte Ergebnisse nach Branchen:
Das Geschäftsklima der Industrie im Landkreis entwickelt sich deutlich aufwärts, die Erholung hatte schon Ende 2020 begonnen und setzt sich nun fort. Gut umgesetzte Hygienekonzepte sorgten für funktionierende Abläufe. Frühzeitige Verbesserungen auf den ausländischen Märkten stoppten den Abwärtstrend. Umsätze und Gewinne legen aktuell weiter zu und auch der Ausblick bleibt optimistisch. Allerdings sorgt die rasante Erholung bereits für Engpässe bei Material und Vorprodukten. Viele Industrieunternehmen müssen daher ihre Preise entsprechend anheben.

Die Stimmung im Baugewerbe hat sich verglichen mit dem Vorjahr moderat abgekühlt. Waren die Baufirmen zu Beginn der Corona-Krise kaum betroffen, sorgten später fehlende Folgeaufträge für pessimistische Erwartungen. Das löst sich jetzt aber wieder auf und die Geschäftslage verbessert sich weiter. Allerdings sorgen auch hier Materialknappheit und Fachkräftemangel für Probleme, so dass der Ausblick derzeit verhalten ist.

Das Dienstleistungsgewerbe blickt endlich weniger eingetrübt als zuvor nach vorn, das Geschäftsklima hellt sich auf. Nachdem hier bis zum Frühsommer noch viele Unternehmen stark eingeschränkt waren, bessert sich die Situation jetzt. Die Umsätze ziehen wieder an und weitere Zuwächse werden erwartet, allerdings noch immer mit Licht und Schatten: Bei einigen Anbietern personenbezogener Dienstleistungen – etwa von Veranstaltungen oder in der Freizeitwirtschaft – bleibt die Lage angespannt.

Ein ähnliches Bild meldet auch der Handel. Die Zuversicht ist zurück. Im Großhandel und unter den Autoverkäufern hatte sich die Stimmung schon zu Jahresbeginn aufgehellt. Jetzt sorgen die Lockerungen im Einzelhandel für eine breite Erholung in der Branche: Lage gut, Erwartungen verbessert, Umsätze und Gewinne stabilisiert. Höhere Preise bei Waren sind aber auch hier zu spüren. Etwa jeder zweite Händler plant Preiserhöhungen.

Positiver Trend auch beim Geschäftsklima im Verkehrsgewerbe, hier hat sich das Bild komplett gedreht: Nach kontinuierlichen Rückgängen steigt das Auftragsvolumen jetzt deutlich an. Zuerst bekamen dies der Güterverkehr und das Verkehrsnebengewerbe zu spüren, die nun wieder von anderen Branchen gebraucht werden. Der Personenverkehr ist dagegen weiter beeinträchtigt und die Lage angespannt. Insgesamt schaut das Verkehrsgewerbe aber hoffnungsvoll in die Zukunft.
Autor: red

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